Dietschi AG
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Aktuelles

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5.12.2018

Rücktritt aus der Redaktion

Die langjährige ObZ-Redaktorin Beatrix Mory ist per Dezember 2018 in den Ruhestand getreten.

Rücktritt aus der Redaktion

Das übrige ObZ-Team wünscht ihrer Kollegin alles Gute und bedankt sich bei ihr für die jahrelange, tolle Zusammenarbeit. Beatrix Mory war für die Regionen Gelterkinden und Liestal zuständig. Sie wird auch nach ihrer Pension weiterhin als freie Mitarbeiterin für die Oberbaselbieter Zeitung schreiben. Den Teil Gelterkinden übernimmt Brigitte Reinhard, den teil Liestal übernimmt Marc Schaffner.

5.12.2018

Weihnachten im Stedtli

Liestal ist auch in der Weihnachtszeit ein Anziehungspunkt für die ganze Region und darüber hinaus.

Weihnachten im Stedtli

Vom 5. bis 9. Dezember belebt der Liestaler Weihnachtsmarkt die Rathausstrasse. Über 90 Stände, mehr als je zuvor, locken Besucherinnen und Besucher ins Stedtli. Einzigartig ist der Gratis-Heimfahrservice.

Das ist aber nicht die einzige Weihnachts-Aktivität in Liestal. Die Geschäfte haben ihr Schaufenster mit viel Liebe dekoriert, und am 9. und 23. Dezember laden sie zum Sonntagsverkauf ein (11-18 Uhr). Am 7. Dezember ist Abendverkauf bis 20 Uhr. 

Auch die ObZ verbreitet ein bisschen Weihnachtsstimmung mit ihrem Weihnachtswettbewerb. Verpassen Sie nicht den Einsendeschluss vom 6. Januar 2019, es gibt attraktive Preise zu gewinnen.

8.3.2018

Die berufliche Zukunft etwas klarer vor Augen

Gelterkinden - Bewerbungscasting der Zweitklässler der Sekundarschule ein Erfolg

Die berufliche Zukunft etwas klarer vor Augen

Für welche Lehre soll ich mich entscheiden? Für Jugendliche im Alter von 13 oder 14 Jahren erfahrungsgemäss eine wichtige Entscheidung für den Eintritt ins Berufsleben. Am jährlichen Informationsabend des Gewerbevereins Gelterkinden und Umgebung (GVG) haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im direkten Gespräch mit den Ausbildungsfirmen konkrete Auskünfte über verschiedene Berufe zu erhalten. Ziel dieses Informationsabends ist gemäss Gewerbeverein, den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass die Berufslehre der richtige Schritt in eine erfolgreiche berufliche Zukunft für sie sein könnte.
Dieses Jahr, und zwar zum zehnten Mal in Folge, hatte der Gewerbeverein 170 Schülerinnen und Schüler der 2. Sekundarschulklasse Gelterkinden, zusammen mit 75 Ausbildungsverantwortlichen vieler Firmen aus der Umgebung, zum Informationsabend im Gemeindesaal in Gelterkinden eingeladen. Nicht nur die Jugendlichen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen standen im Mittelpunkt, sondern auch die vielen Betriebe, die sich als mögliche künftige Ausbildungsstätte präsentieren konnten. Auffallend dieses Jahr war das grosse Interesse für die handwerklichen Berufe. Dazu Claudio Weichsel, Mitglied vom Vorstand GVG: «Der Grund, wieso sich das Interesse der Jugendlichen bei der Lehrstellensuche dieses Jahr so stark Richtung handwerkliche Berufe bewegt, lässt sich nicht erklären. Das ist jedes Jahr wieder anders.» Ein wichtiger Punkt für den Gewerbeverein am Info-Abend mit den 250 Bewerbungsgesprächen ist gemäss Weichsel, dass die Schülerinnen und Schüler so befähigt werden, kompetente Bewerbungsgespräche zu führen und eine realistische Berufswahl zu treffen. Über ihre Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern berichteten die Ausbildungsfirmen von ähnlichen Erfahrungen. Stefan Graf vom Bauunternehmen Graf Söhne AG in Gelterkinden, das Maurer ausbildet: «Alles leider etwas durchzogen. Die Fragen der Jugendlichen sind in der Regel doch etwas oberflächlich und nicht immer motiviert. Aber es gibt Ausnahmen.» Und Kata Holzer, Krippenleiterin der Kindertagesstätte Chliinä Chnopf, die Lehrstellen in der Kinderbetreuung anbietet, berichtete: «Wichtig sind an erster Stelle der Tagesablauf und die Arbeitszeiten, Fragen zum Berufsinhalt werden kaum gestellt.» Auffallend in den Gesprächen mit den Jugendlichen war, dass das Berufsinteresse oft vom Elternhaus geprägt ist. Schüler Gabriel Rentsch: «Mein Vater ist im Bauwesen als Polier tätig. Aus diesem Grund interessiere ich mich sehr für die Lehre als Maurer».
Der Austausch unter den Jugendlichen in den Pausen zwischen den Bewerbungsgesprächen wurde intensiv gepflegt und wertvolle Erfahrungen konnten gesammelt werden.

Sander van Riemsdijk

22.2.2018

«Aadie Fasnecht, 88 Joor sy gnue»

Liestal Die Rotstab-Clique sorgt am Umzug mit ihrem Sujet für einigen Wirbel

Ulrich Fluri

«Aadie Fasnecht, 88 Joor sy gnue»

«Wohr oder glooge?» Das fragen die Chlütteri, also die alte Garde der Rotstab-Clique, in ihrem bissig geschriebenen Zeedel zum Liestaler Fasnachtsumzug. Darin wird tatsächlich mit reisserischen Storys über Leute wie Lukas Ott, Doris Leuthard oder Felix Mühleisen gelästert und gelogen, dass sich die Balken biegen. Nein, das sei nicht gelogen, das seien bloss fasnächtliche Scherze, meinen die Rotstab-Senioren und verschanzen sich hinter dem in Mode gekommenen Begriff «Fake News». Und davon machten sie mit den News «D Chlütteri löje d Fasnacht us» denn auch gleich selber reichlich Gebrauch. Diese alten Vollblut-Fasnächtler also nicht an der grossen Liestaler Fasnachtsparade, sondern im Wellness-Bad, wie sie im Zeedel ihre Absenz zu erklären versuchen? Wer das glaubte, war selber schuld, denn mitten im grossen Getümmel marschierten diese vermeintlichen Wellnessbrüder dann halt doch noch im Bademantel das Stedtli hinab. Ein Gag also, mit witziger Falschinformation. Ganz aktuell hat sich auch die Pfeifer- und Tambouren-Clique Excalibur Lieschtel solchen in Mode gekommenen Falschinformation oder eben Fake-News angenommen. Auf der originellen Laterne war zu lesen: «Hüttzutags, mir si empört, isch nümme wohr, was me so ghört.» Mehr zu reden gab indes bereits im Vorfeld der Fasnacht die Ankündigung des Rotstab-Stamms, sich ab nächstem Jahr wegen des allgemeinen Sittenzerfalls und weil sie sich nicht mehr verstanden fühlten, von der Strassenfasnacht zurückzuziehen. Und das mit dem Sujet «Aadie Fasnecht, 88 Joor sy gnue». Wir mutmassen auch da eine Ente, aber immerhin eine gute, denn damit werden die leidigen Auswüchse am Strassenrand immerhin thematisiert.


Schrill und bunt durchs Stedtli
Der Liestaler Fasnachtsumzug war geprägt von lokalen Sujets, allen voran die abgeschlossene Sanierung der Rathausstrasse und der überraschende Abgang von Stadtpräsident Ott nach Basel. Wenn auch mit unterschiedlich bissiger Satire – die 76 Gruppen, aufgeteilt in Cliquen, Wagen, Guggen und Schyssdräckzügli haben ihre Auftritte mit viel Fantasie, kreativ und unterhaltsam zelebriert. Da wurde musiziert, geschränzt, gestichelt und alles auf die Schippe genommen, was die Leute so bewegt. Und das alles schön bunt und so schrill, dass zeitweise das Stedtli fibrierte. Nachstehend auszugsweise der Blick auf einige Gruppen: Grosse Bühne für die Neubürger 58. Die Waggis der ältesten Liestaler Wagengruppe feierten ihren 60. Geburtstag elegant befrackt – ein wirklicher Farbtupfer unter dem grauen Fasnachtshimmel. Genauso augenfällig auch die Pischteraudis, die in ihrem goldenen Wagen den goldenen Samstag anlässlich der Eröffnung der neuen Rathausstrasse Revue passieren liessen. Ihr Titel zum Zeedel: «In Lieschtel do isch öppis los, s het Gold und Schnee in dr Rothusstroos!» Derweil wird Lukas Otts neuer Job als Basler Stadtentwickler unterschiedlich kommentiert. So giftelt die Familiengruppe d Leisebärger: «Dr Ott isch nimme euse Gott.» Mit aktueller Weltpolitik befassten sich die Morgetaler und nehmen die zwei Kriegsneurotiker Donald Trump und Kim Jong-un unter Beschuss. Als Kims im Ami-Look warnen sie von ihrem zur Raketenbasis umgebauten Wagen herab: «… denn sie wissen nicht, was sie tun …!»
«Möge dieser tolle Fasnachtsgeist, der heute überall spürbar war, uns weiterhin begleiten», so das Fazit von Ruedi Schafroth, Präsident der Fasnachtskommission. Daran ist eigentlich nicht zu zweifeln.

 

Bild: 60 Jahre Neubürger 58. Foto: U. Fluri

 

Aprilscherz im Februar

Das Geheimnis ist gelüftet. Was die Rotstab-Clique schon vor einigen Wochen ankündigte, sich nämlich ab dem nächsten Jahr von der Strassenfasnacht zurückzuziehen (siehe Bericht), war ein von langer Hand vorbereiteter Scherz. Das haben die Verantwortlichen im Anschluss an den Umzug den Medien als «Fake News» eingestanden.
Eines ist den Rotstäblern mit Bestimmtheit gelungen: Das leidige Thema der allmählich schwindenden Fasnachtskultur zu benennen und auf den Tisch zu bringen. Die neuen Fasnachtstrends und das teils rüpelhafte Verhalten vieler Beteiligter rund um das Umzugsgeschehen ist nämlich für die «echten» Fasnächtler alles andere als motivierend. Sorgen also, mit denen man sich jetzt in der Fasnachtsszene sicher vermehrt Gedanken machen wird.
Ob diese Art der Kommunikation, die als bewusste Falschmeldung in ein Sujet verpackt wird, dem fasnächtlichen Geist entspricht, bleibe mal dahingestellt und ist eher einem Aprilscherz zu zuordnen. Fasnachtssujets, und sind sie noch so bissig und derb, sollten auf Fakten basieren.
Ulrich Fluri