23.07.2020

Mit Volldampf auf der Gartenbahnstrecke

Präzision bei der Verlegung der Gleise war gefordert. Foto: S. van Riemsdijk

Präzision bei der Verlegung der Gleise war gefordert. Foto: S. van Riemsdijk

Bubendorf Spendenaktion des Vereins Dampfzug Waldenburgerbahn  

Von: Sander van Riemsdijk

Der heilige Petrus muss vor langer Zeit ein Bahnbegeisterter gewesen sein. Anders lassen sich die ausgezeichneten meteorologischen Bedingungen, die am letzten Samstag bei der Vollendung der personenbefördernden Gartenbahnstrecke des im 2012 gegründeten Vereins Dampfzug Waldenburgbahn rund um die «Remise Waldeburgerli» an der Strasse zwischen Bubendorf und Hölstein vorherrschten, nicht erklären. Handwerkliches Geschick von den etwa 15 anwesenden Vereinsmitgliedern war gefordert, um die insgesamt 127 Gleisstücke im Rahmen des Projekts «Dampfbahn Talhaus» auf dem Areal zusammenzustecken und die Fugen zu asphaltieren oder mit anderem Material aufzufüllen. Etwa 60 Prozent der Strecke war bereits vor gut zwei Wochen montiert worden, wie Geschäftsstellenleiter Jürg Brünger mitteilte. 

Insgesamt brauchte es 1750 Kilo Gleismaterial, das in einer Werkstatt beim angrenzenden Camping und zuhause von den einzelnen Mitgliedern zusammengeschraubt wurde, um die Bahn zu realisieren. Diese Werkstatt dient nach Vollendung der Bahnstrecke als Schopf für die Unterbringung der Zugkomposition. Um die Gesamtkosten für die Realisierung des ehrgeizigen Bahnprojekts, das gemäss Projektleiter und Vize-Präsident Toni Huwyler zwischen 50 000 und 60 000 Franken zu Buche schlagen wird, konnten Liebhaber des Bahndampfbetriebs im Sinne einer Spendenaktion vor Ort oder per Überweisung einen Meter Gleis für 50 Franken spenden. «Zum Glück wird die Dampflokomotive WB6 ‹Waldenburg› von einem Vereinsmitglied zur Verfügung gestellt, sonst wären die Kosten noch höher», sagt Jürg Brünger mit Erleichterung. Als Dank für ihren Obolus bekommen die Spender eine Urkunde und dürfen sich auf Freifahrten à discrétion mit der Zugskomposition auf der 184-Millimeter-Spurbreite freuen. Diese Komposition besteht neben der Lokomotive aus drei Personenwagen, die 15 Kindern oder 12 erwachsenen Personen Platz bieten. Weitere Aktivitäten zur Finanzierung des Projekts sind momentan nicht geplant, wie Jürg Brünger mitteilte. Der Verein hofft mittels Sponsoring die Finanzierung des Projekts und auch den Unterhalt der Strecke realisieren zu können. 
Zudem bekamen die Besucher im zur gleichen Zeit geöffneten Museum «Remise Waldeburgerli» interessante Einblicke in die Geschichte des Dampfzuges der Waldenburgbahn mit der entsprechenden Bahntechnik im vorigen Jahrhundert und in die Entwicklung des gesamten Waldenburgertals zu sehen. Der Spurverbreitung der Waldenburgerbahn von 75 auf 100 Zentimeter ist das Prunkstück des Museums, die historische Dampflokomotive «Gédéon Thommen» mit Baujahr 1902, zum Opfer gefallen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die dampfende Bahn auf einer 376 Meter langen Strecke am Sonntag, 30. August 2020, ab 10 Uhr eingeweiht und gemäss Toni Huwyler als «Hotspot Eisenbahn Talhaus» in die Eisenbahngeschichte eingehen. Der Verein lässt auf seiner Homepage verlauten, dass auf die Besucher an diesem Tag Bahnen in allen Grössen warten. Die Gartenbahn fährt jeweils zu Öffnungszeiten der Remise und zwar immer am letzten Sonntag von April bis September. Wie Jürg Brünger mitteilte, sind die Fahrten gratis, eine Spende ist jedoch immer willkommen.
Weitere Informationen unter www.waldenburgerli.ch