Front
17.02.2021

Keine Fasnacht? Von wegen!

Das Fasnachtsfeuer lodert, wenn auch nur symbolisch.Fotos: U. Fluri
Man kann es auch so sehen.

Das Fasnachtsfeuer lodert, wenn auch nur symbolisch.Fotos: U. Fluri

Das Fasnachtsfeuer lodert, wenn auch nur symbolisch.Fotos: U. Fluri
Man kann es auch so sehen.

Man kann es auch so sehen.

Liestal Im Stedtli herrscht das Fasnachtsfieber, trotz vieler Widrigkeiten 

Von: Ulrich Fluri

Wir wissen’s alle: Am kommenden Sonntag würde der grosse Fasnachtsumzug als einer der närrischen Höhepunkte das Stedtli in eine temporäre Festhütte verwandeln. Jetzt aber, nach dem Verdikt «Fasnacht abgesagt», bleiben die Konfettisäcke zu, die Piccolos im Etui, die Posaune im Schrank und die Traktoren mit ihren grossen Wagen in der Scheune. Ein kleiner Fiesling namens Corona, den es eben zu stoppen gilt, vermiest uns das Vergnügen ganz gehörig. Ein anderes Virus aber, nämlich das Fasnachtsvirus, lässt sich – Absagen und Verbote hin oder her – dagegen überhaupt nicht ausrotten. Seine «Spuren» sind denn auch überall unübersehbar und laden ein zu einem erheiternden Entdeckungsbummel. «Jetzt wird halt Fasnacht in den Herzen gemacht», sagt man sich im Komitee und ist überzeugt, dass nebst dem anberaumten Höhenfeuer das symbolische Feuer der Fasnacht trotzdem lodern wird. Und das alles mit dem nötigen Feeling im Rahmen des Erlaubten, ohne Rambazamba, aber dafür kreativ und mit viel Inspiration.

«Machet mit, s isch noni z spot»

Sowohl der Stadt wie auch dem Fanachtskomitee Liestal (FKL) ist es ein Anliegen, durch alle die Einschränkungen jetzt nicht einfach in Abstinenz und Tristesse zu erstarren, sondern sozusagen in einer «stillen Fasnacht» mit verschiedenen Gestaltungselementen das Brauchtum Fasnacht hoch zu halten. «Das soll die Leute ein wenig Fasnachtsluft schnuppern lassen», gibt sich FKL-Chef Ruedi Schafroth optimistisch. Und das lässt sich bei einem Rundgang durchs Stedtli tatsächlich auch so erleben. Denn das FKL hat in einer Video-Botschaft mit dem Aufruf «Machet mit, s isch noni z spot, dass d Fasnacht nit verlore goht» die Liestaler Bevölkerung dazu aufgerufen, Häuser und Schaufenster fasnächtlich zu dekorieren und zu schmücken. (Die ObZ hat darüber berichtet.) Dazu wird bereits zukunftsvoll Optimismus verstreut: «Gsehsch e chli Fasnacht dört und do, denn weisch, es wird wider besser cho.» Das unterstreichen die Geschäfte jetzt mit allerlei kreativen und fantasiereichen Dekos und Sujets. So liegt etwa im Schaufenster eines Kosmetiksalons ein Waggis, der sich bereits für die nächste Fasnacht schön machen lässt. Auch der Zottelbär im gleichnamigen Geschäft an der Kanonengasse ist zuversichtlich und verkündet hinter verschlossener Tür: «Irgendeinisch, wei mir hoffe, si denn d’Chäller wider offe. Wenn’s pfyfft und drummlet, lüüchtet, singt, und z’Lieschtel d’Füürwehr umespringt, denn isch d’Fasnacht wider do, und nie meh löhn mer se lo goh!» Das ist doch immerhin schon Vorfreude pur für 2022, und die lassen wir uns von Corona nicht nehmen.

Weitere Fotos: Seite 3