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07.04.2021

Ein Bahn-Urgestein tritt ab

Zusammen mit einer alten Ae 6-6 noch einmal  vor den vielen Trainspotters im Hintergrund posieren.
Ein letztes Mal auf der Einfahrt in den Bahnhof Oberdorf.
Ein Bild für die Geschichtsbücher: Die letzte Fahrt durch das Waldenburgertal ab Bahnhof Waldenburg. Fotos: S. van Riemsdijk
Leiter Betrieb und Technik Fredi Schlödner: noch ein letztes Mal schütteln und rütteln.

Zusammen mit einer alten Ae 6-6 noch einmal vor den vielen Trainspotters im Hintergrund posieren.

Zusammen mit einer alten Ae 6-6 noch einmal  vor den vielen Trainspotters im Hintergrund posieren.
Ein letztes Mal auf der Einfahrt in den Bahnhof Oberdorf.
Ein Bild für die Geschichtsbücher: Die letzte Fahrt durch das Waldenburgertal ab Bahnhof Waldenburg. Fotos: S. van Riemsdijk
Leiter Betrieb und Technik Fredi Schlödner: noch ein letztes Mal schütteln und rütteln.

Ein letztes Mal auf der Einfahrt in den Bahnhof Oberdorf.

Zusammen mit einer alten Ae 6-6 noch einmal  vor den vielen Trainspotters im Hintergrund posieren.
Ein letztes Mal auf der Einfahrt in den Bahnhof Oberdorf.
Ein Bild für die Geschichtsbücher: Die letzte Fahrt durch das Waldenburgertal ab Bahnhof Waldenburg. Fotos: S. van Riemsdijk
Leiter Betrieb und Technik Fredi Schlödner: noch ein letztes Mal schütteln und rütteln.

Ein Bild für die Geschichtsbücher: Die letzte Fahrt durch das Waldenburgertal ab Bahnhof Waldenburg. Fotos: S. van Riemsdijk

Zusammen mit einer alten Ae 6-6 noch einmal  vor den vielen Trainspotters im Hintergrund posieren.
Ein letztes Mal auf der Einfahrt in den Bahnhof Oberdorf.
Ein Bild für die Geschichtsbücher: Die letzte Fahrt durch das Waldenburgertal ab Bahnhof Waldenburg. Fotos: S. van Riemsdijk
Leiter Betrieb und Technik Fredi Schlödner: noch ein letztes Mal schütteln und rütteln.

Leiter Betrieb und Technik Fredi Schlödner: noch ein letztes Mal schütteln und rütteln.

Waldenburg Paradefahrt des ausgemusterten «Waldenburgerlis»

Von: Sander van Riemsdijk

Am Dienstag nach Ostern wurde im Rahmen des Projekts «Neubau der Waldenburgerbahn» zwischen Liestal und Waldenburg die Hauptbauphase in Angriff genommen. Ab Juli 2022 werden erste Probefahrten auf einzelnen Streckenabschnitten durchgeführt, bevor dann am Sonntag, 11. Dezember 2022, das neue Rollmaterial mit den Niederflurwagen ein erstes Mal auf die für Trams übliche Ein-Meter-Spur umgestellten Gleisen fahren wird. Mit diesem Neubau geht ein Stück einmalige Eisenbahngeschichte zu Ende, denn die Schienenbreite von 75 Zentimetern war in ganz Europa einzigartig. Aus Platzgründen – die Bahn konnte damit im Strassenraum fahren – und aus finanziellen Überlegungen wurde in 1880 diese Spurbreite gewählt.

Von nostalgischen Gefühlen begleitet konnte sich der im Volksmund so genannte «Cremeschnitte-Express» am Ostermontag auf seiner anderthalb Stunden dauernden Abschiedsfahrt von Waldenburg nach Liestal und zurück den geladenen Gästen und den Schaulustigen in seiner vollen traditionellen Pracht präsentieren.

Einstimmung auf seine letzte Reise

Eingestimmt auf die feierliche Reise und willkommen geheissen am Bahnhof Waldenburg wurden coronabedingt nur geladene Gäste – pro Wagen war die Anzahl der Fahrgäste mit etlicher Politprominenz auf zehn Personen reduziert –, durch Fredi Schlödner, stellvertretender Direktor und Leiter Betrieb und Technik der Waldenburgerbahn. Dieser versprach ein letztes Mal in den alten Wagen «ein Rütteln und Schütteln.» In zwei mit Blumen geschmückten Kompositionen zu jeweils fünf Wagen tuckerte es sich mit Halt auf allen Stationen und mit nostalgischem Schall aus den Lokpfeifen Richtung Liestal, vorbei an den vielen Trainspotters auf den Strassen und auf den angrenzenden Wiesen. Als wollten die Bewohnerinnen und Bewohner des Waldenburgertals und die vielen Zugliebhaber ihrem ehrwürdigen, alten Zug mit ihrer Anwesenheit die letzte Ehre erweisen. Bei der Station Altmarkt wurden die beiden Züge zusammengekoppelt und als Zehner-Traktion mit einer Länge von 180 Metern fuhren sie in den Bahnhof Liestal ein.

Kein einfacher Abschied

Verschrottet werden die Züge aus den früheren 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts nicht, wie Fredi Schlödner der ObZ berichten konnte: «Sie werden in die Slowakei transportiert, wo sie, angepasst auf eine Spurbreite von 76 Zentimetern, weiterhin ihren wichtigen Dienst verrichten werden.» Für ihn persönlich war der Abschied mit vielen Erinnerungen verbunden. Jetzt möchte er jedoch vorwärts schauen. «Ich freue mich auf die neue Bahn und bin froh, dass es mit dem Neubau endlich los geht.»

Auf der Rückfahrt wurde, analog zur historischen Aufnahme vom 1. März 1923 mit einer alten Lok der Reihe Ae 6/6, als Zeichen des Abschieds im Burggraben in Liestal das Fahrtempo reduziert. Als die beiden unterdessen wieder entkuppelten Kompositionen ein letztes Mal in den Bahnhof Waldenburg einfuhren und durch die Oberbaselbieter Ländlerkapelle mit dem Baselbieterlied musikalisch empfangen wurden, war der Abschied endgültig. Ein letztes Zucken, ein allerletztes Pfeifen, als wollte der betagte Zug sich noch einmal gegen das unausweichliche Ende aufbäumen. Dann umhüllte eine merkwürdige Stille den Bahnhof und die beiden Züge. Adieu «Cremeschnitte-Express».

Die besten 20 Bilder von der Paradefahrt am 5. April werden prämiert: www.blt.ch/neubau-wb/kommunikation.html

Bis am 10. Dezember 2022 verkehren auf der Linie 19 Busse