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07.12.2022

13-Kilometer-Strecke nimmt Betrieb auf

In den vergangenen Wochen und Tagen wurden die Zugführer auf den bereitstehenden Waldenburgerli ausgebildet. Foto: W. Wenger

In den vergangenen Wochen und Tagen wurden die Zugführer auf den bereitstehenden Waldenburgerli ausgebildet. Foto: W. Wenger

Waldenburg Das «Waldenburgerli» startet frühmorgens um 5.06 Uhr  

Von: WILLI WENGER

Am Sonntag um 5.06 Uhr beginnt in Waldenburg ein neues Bahn-Zeitalter. Um diese Zeit startet das neue «Waldenburgerli» erstmals in Richtung Liestal. Die modernste Meterspurbahn Europas bricht dann in ihre wegweisende ­Zukunft auf, sind doch die Fahrzeuge und die Infrastruktur mit einem digitalen Zugsteuerungs- und Zugsicherungssystem ausgerüstet, was im Meterspurbereich einen neuen Standard setzt und dereinst die Skalierung hin zu einem autonomen Betrieb ermöglicht.

Der Direktor der BLT Baselland Transport AG, Andres Büttiker, hat vor ­Wochenfrist im neuen Bahnhof in Waldenburg darauf hingewiesen, dass nach sieben Jahren Planungs- und Bauzeit nunmehr eine Punktlandung bevorstehe. Seit der Fixierung des Eröffnungstermins vom Sonntag am Projektstart im Jahre 2016 sei dies nicht selbst­verständlich. «Ich halte dies angesichts der komplexen Aufgabe und des grossen Zeitdrucks für eine bemerkenswerte Leistung.»

Es musste (sehr) viel geleistet werden. So ein aufwendiges Plangenehmigungsverfahren durchlaufen, Grundstücksverhandlungen mit 256 (!) Anstössern geführt, Unvorhergesehenes wie der Hangabtrag in Hölstein und dazu noch die Coronapandemie. Die BLT sei gefordert gewesen, wie selten, so Büttiker in Waldenburg.

Für die Infrastruktur wurden 320 Millionen Franken budgetiert. Schliesslich wird das Bauwerk mit seinem architektonisch bemerkenswerten Bahnhofs­gebäude in Waldenburg acht Prozent teurer werden, was ein Kostenplus von 25 Millionen Franken darstellt. Büttiker begründete die Mehrkosten dahin ­gehend, dass nicht vorhersehbare ­Rahmenbedingungen im Bereich des Hochwasserschutzes, der hohe Zeitdruck sowie die ausserordentliche Bauteuerung zu den letztlich 345 Millionen Franken an Kosten führten. Weitere 54 Millionen Franken kostet das Rollmaterial. Für dieses waren 60 Millionen Franken geplant. Der um zehn Prozent tiefere Beschaffungspreis sei, so die BLT-Verantwortlichen, unter anderem auf die gemeinsame Beschaffung der ­Fahrzeuge mit der Aargau Verkehr AG zurückzuführen.

Fredi Schödler, der stellvertretende Direktor der BLT, hielt fest, dass die nunmehr gefertigte Infrastruktur als solche ein Bahnbau für die Zukunft darstelle. Als eines der Schlaglichter nannte er das digitale Zugsicherungssystem, das richtungsweisend sei. Reto Rotzler, der Leiter Infrastruktur, sagte, dass der Bau auch eine logistische Herausforderung gewesen sei. «Im engen Tal mussten nicht nur Unmengen an Material gelagert, sondern auch der Verkehr aufrechterhalten werden.» Zahlen sprechen hier Bände. Es mussten 300000 Tonnen Aushubmaterial weggeführt ­sowie 2400 Tonnen Schienen und 5000 Tonnen Schwellen verlegt werden. Im Weiteren wurden 56000 Tonnen Frischbeton und 66000 Tonnen neuer Schotter verbaut. Und: Im Bahnhof Waldenburg mit seiner schräg gestellten Betonrippen-Fassade wurde das dahinterliegende Terrain mit seinen Felswänden quasi perfekt aufgenommen. Der sich im Gebäude ­befindliche Kiosk als einziger Laden im Dorf stand nie zur Diskussion. Er ist für die Bevölkerung von Waldenburg unverzichtbar.

Die Waldenburgerbahn, die Linie 19 der BLT, wird mit zehn topmodernen Zügen von Stadler Rail betrieben. Es handelt sich um voll klimatisierte ­Niederflurfahrzeuge der neuesten ­Generation mit 265 Plätzen, wovon 88 Sitzplätze sind. In den Hauptverkehrszeiten verkehren diese im Viertelstundentakt in Doppeltraktion als 90 Meter lange Kompositionen.

Der Betrieb wird zunächst mit sechs Zügen aufgenommen; die Fahrzeuge sieben und acht folgen im Laufe des Monats, die zwei restlichen im Januar 2023. Die 13 Kilometer lange Strecke von Waldenburg bis Liestal bewältigen die Züge zunächst in 23 Minuten, später in 20 Minuten. Übrigens: Mit der neuen Technologie sei die Skalierung hin zu autonomem Fahren letztlich möglich, sagte Philipp Glogg, zuständig für die Fahrzeugbeschaffung bei der BLT. Büttiker ergänzte, dass dies sicher noch «zehn Jahre plus» dauern werde, bis alles geklärt und dies möglich sei. «Hier müssen auch gesellschaftlich noch viele Fragen beantwortet werden.»

Am 11. Dezember ist die Betriebsaufnahme der neuen Waldenburgerbahn geplant. «Auf diesen Zeitpunkt hin ­haben wir intensiv gearbeitet,» sagte Fredi Schödler. «Gegenwärtig sind wir daran, die letzten Auflagen des Bundesamtes für Verkehr zu erfüllen.» Schliesslich: Die BLT lädt am Samstag, 10. Dezember 2022, von 12 bis 21 Uhr, die Öffentlichkeit zum grossen WB-Eröffnungsfest rund um den Bahnhof Waldenburg ein. Mit einem bunten ­Rahmenprogramm sagt sie der Bevölkerung des Waldenburgertals Danke für ihre Geduld und ihr Verständnis, das sie während der zweijährigen Bauphase entgegenbrachte.

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