Baselland
12.05.2020

Die Hochschule als Kreativlabor

Der Dialog mit jungen Menschen ist für Unternehmen wie die Basellandschaftliche Kantonalbank wertvoll – bald hoffentlich wieder physisch (wie auf dem Symbolbild) statt nur online. Foto: zVg

Der Dialog mit jungen Menschen ist für Unternehmen wie die Basellandschaftliche Kantonalbank wertvoll – bald hoffentlich wieder physisch (wie auf dem Symbolbild) statt nur online. Foto: zVg

Innovation Studierende der FHNW suchten am «CreaLab» nach Lösungsansätzen für regionale Firmen

Von: Marc Schaffner

Vier Tage lang schlossen sich rund 70 Betriebsökonomie-Studierende an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW mit Dozierenden, Doktorierenden und Fachpersonen zu einer «Innovative Community», einer «Innovationsgemeinschaft», zusammen. In Online-Meetings suchten sie Lösungsansätze für wirtschaftsbezogene Fragen, die ihnen sieben Unternehmen und Organisationen aus der Region stellten.

Aus dem «ObZ»-Gebiet waren unter anderem die Elektra Baselland (EBL) oder die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) beteiligt. Letztere nutzte das «CreaLab», so heisst der Titel der Veranstaltung, um Fragen zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu beleuchten – und Antworten darauf zu finden, welche Rolle die Bank dabei übernehmen kann. «Unser Engagement im Nachhaltigkeitsbereich ist enorm umfangreich», erklärt Marilen Dürr, Leiterin Nachhaltigkeit bei der BLKB, und verweist auf den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht. Das «CreaLab» sei für die Bank interessant, um Denkanstösse für Weiterentwicklungen zu erhalten. Es ermögliche den Dialog und den Austausch mit jungen Menschen aus unserer Region. Ausserdem entspreche es den Erwartungen an die Bank, das Innovationsprogramm der FHNW zu fördern: «Wir haben eine Verantwortung für die Entwicklung und Bildung im Kanton», betont Marilen Dürr. Auch mit der Innovation Challenge oder dem Crowdfunding-Channel unterstütze sie Initiativen mit Studierenden im Innovationsbereich.

Ideen gegen Food-Waste

Eine weitere Organisation, die am «CreaLab» teilnahm, war der Verein für Sozialpsychiatrie Baselland (VSP) mit Sitz in Frenkendorf. Die Fragestellung war, wie Food-Waste in der Region reduziert und gleichzeitig die Armut bekämpft werden könnte. Der VSP betreibt nämlich, im Rahmen seiner Angebote im Bereich Arbeit, Tagesgestaltung, Wohnen, Krisenintervention, ein Ladencafé auf dem Walzwerkareal in Münchenstein. Täglich werden dort Produkte von verschiedensten Zulieferern, beispielsweise aus der Landwirtschaft oder aus dem Detailhandel, aber auch von der Hilfsorganisation «Schweizer Tafel» verwertet und verteilt. Um Menschen mit einem kleinen Budget zu unterstützen, werden diese Lebensmittel und verwerteten Produkte kostenlos im Ladencafé abgegeben.

Das Ladencafé als No-Food-Waste-Abgabestelle wurde erst im Dezember 2019 gestartet. In der Lockdown-Zeit seien viele Lebensmittel «en masse» angeliefert worden, berichtet Bereichsleiterin Claudia Voegelin, beispielsweise Osterhasen oder Terrinen, die in den Läden nicht verkauft worden seien. Auch seitens der Bedürftigen sei ein Anstieg bemerkbar. Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass viele Abgabestellen in der Region geschlossen seien. «Andererseits wird es gerade durch die wirtschaftliche Lage vermutlich in Zukunft mehr armutsbetroffene Menschen geben als bis anhin und diese Angebote werden noch attraktiver beziehungsweise nötiger als vorher», fügt Claudia Voegelin hinzu.

Online-Format hat sich bewährt

Eigentlich hätte das «CreaLab» als physische Präsenzveranstaltung stattfinden sollen, wie bei der ersten Durchführung letzten Herbst. Aber auch online habe es sehr gut funktioniert, sagt Tina Haisch von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die Studierenden hätten sich gut selbst organisiert und nach der Veranstaltung ein positives Feedback gegeben: «Sie schätzten es sehr, wie motiviert auch die Auftraggeberinnen und Auftraggeber waren», so Tina Haisch.

Lobende Worte kommen auch von der andern Seite: «Die Studierenden waren sehr gut vorbereitet», stellt Marilen Dürr von der BLKB fest. Das Online-Format habe gut funktioniert, auch wenn ein Bildschirm eine physische Begegnung nie komplett kompensieren könne. «Das persönliche Kennenlernen ist sicher nicht das Gleiche, wie wenn es physisch stattgefunden hätte», meint Marilen Dürr.

Auch für die BLKB seien Onlinekonferenzen etwas Neues, das «vor Corona» kaum genutzt worden sei. In den letzten Monaten und Jahren habe sich die BLKB aber IT-mässig gut ausgerüstet, sodass die Umstellung sehr gut funktioniert habe.

Die dritte Ausgabe des «CreaLab» wird wieder physisch stattfinden, voraussichtlich Anfang November in den Räumlichkeiten der BLKB in Liestal.