Region Waldenburg
26.05.2020

Hofläden erfreuen sich grosser Beliebtheit

Der Hofladen der Familie Salathé mit Max, Pascal, Käthi und Fabienne (v.l.).
Der Hofladen erlebte dank Corona einen grossen Aufschwung.
Bei den Konsumenten weit über die Kantonsgrenze hinaus beliebt sind die vielen Apfelsorten. Fotos: S. van Riemsdijk

Der Hofladen der Familie Salathé mit Max, Pascal, Käthi und Fabienne (v.l.).

Der Hofladen der Familie Salathé mit Max, Pascal, Käthi und Fabienne (v.l.).
Der Hofladen erlebte dank Corona einen grossen Aufschwung.
Bei den Konsumenten weit über die Kantonsgrenze hinaus beliebt sind die vielen Apfelsorten. Fotos: S. van Riemsdijk

Der Hofladen erlebte dank Corona einen grossen Aufschwung.

Der Hofladen der Familie Salathé mit Max, Pascal, Käthi und Fabienne (v.l.).
Der Hofladen erlebte dank Corona einen grossen Aufschwung.
Bei den Konsumenten weit über die Kantonsgrenze hinaus beliebt sind die vielen Apfelsorten. Fotos: S. van Riemsdijk

Bei den Konsumenten weit über die Kantonsgrenze hinaus beliebt sind die vielen Apfelsorten. Fotos: S. van Riemsdijk

Diegten Der Hofladen «Öpfelegge» erfährt durch die Corona-Epidemie massiven Zuspruch

Von: Sander van Riemsdijk

Hofläden können sich in dieser unsicheren Corona-Zeit einer grossen Kundschaft erfreuen und erleben einen richtigen Aufschwung. Wer sich aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr im Gedränge nicht in die grossen Lebensmittelgeschäfte getraute und sich anfänglich über die Hamsterkäufer ärgerte, wich auf die vielen bewährten regionalen Kleinproduzenten in den Hofläden der Bauernhöfe aus. Viele lernten diese nun, nicht zuletzt durch das entspannte Einkaufen, noch mehr schätzen. Die Hofläden konnten seit Ausbruch der Epidemie, trotz einschränkender Massnahmen durch die Hygienevorschriften des Bundesamts für Gesundheit (BAG), weiterhin betrieben werden, solange die Hygienemassnahmen umgesetzt wurden. Ihre steigende Popularität ist gewiss auch dem Umstand zu verdanken, dass die Gastrobetriebe während des «Lockdowns» geschlossen waren. Viele Menschen mit oder ohne Homeoffice mussten zu Hause bleiben und haben sich notgedrungen selber an den Herd gestellt. Und sind dabei auf den Geschmack mit den regionalen Produkten gekommen. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Einkäufe jenseits der Landesgrenze nicht möglich waren.

Hofläden erleben einen Aufschwung

Dass regionale Lebensmittel dank Corona vermehrt gefragt sind und die Hofläden einen unerwarteten Aufschwung erleben, können Mitinhaberin Käthi Salathé mit Tochter Fabienne vom «Öpfelegge» in Diegten im Gespräch mit der Oberbaselbieterzeitung bestätigen. Käthi Salathé betreibt zusammen mit ihrem Mann Max seit 2003 den Hofladen mit selbsterzeugten Produkten. Dieser ist fester Teil des landwirtschaftlichen Betriebs zusammen mit der Obst-Baumschule, die 1987 gegründet wurde. Tochter Fabienne und Sohn Pascal, die beide studieren, helfen bei Engpässen im Familienbetrieb mit. Die Auswahl an hochwertigen regionalen Köstlichkeiten im kleinen Laden ist gross. Das Sortiment reicht von Äpfeln über Süssmost, Eiern, Konfitüre bis zu Schnaps, Mehl, Saisonfrüchten und vielem mehr. Wer hier einkauft, weiss nicht nur, woher die regionalen Produkte kommen, er wird auch mit einem wechselnden Sortiment an Frische und Geschmack belohnt. Ein Schild vor dem Eingang verweist auf die Empfehlungen des Bundesamts für Gesundheit, zudem werden im Laden die Verkaufsflächen, die Türklinken und die Kasse mehrere Male am Tag desinfiziert, wie Fabienne Salathé berichtet. Der Ausbruch der Corona-Epidemie veränderte den Betriebsalltag. «In den letzten zwei Jahren sind die Verkaufszahlen zwar stetig gestiegen», führt Käthi Salathé aus, «in den ersten vier Wochen seit dem Lockdown aber markant in die Höhe geschnellt.» Sie hatten zwar mit einer Zunahme des Verkaufs gerechnet und waren entsprechend darauf vorbereitet, wurden vom Ausmass jedoch überrascht. «Solch einen Ansturm haben wir noch nie erlebt», blickt Käthi Salathé mit Respekt im Unterton auf die erste Pandemiephase zurück. Teilweise hatten sie den Eindruck, dass in ihrem kleinen Hofladen Panikkäufe getätigt wurden, dies hat sich jedoch rasch eingependelt. Auch viele Neukunden konnten in dieser Zeit begrüsst werden, was gemäss Fabienne Salathé mit grösster Wahrscheinlichkeit auf die Mund-zu- Mund-Werbung zurückzuführen sei, und ergänzt erfreut, dass «in dieser intensiven Zeit der persönliche Kontakt zu der Kundschaft sich deutlich vermehrt hat». Beide Damen schätzen diese positive Begleiterscheinung sehr und betonen, dass sie ihrer Kundschaft für das Interesse an ihrem Hofladen dankbar sind. Um das Angebot an regionalen Produkten zu komplettieren, wurden zwar Hauslieferungen via die Plattform kmu-beiderbasel.help angeboten, diese wurden jedoch nicht in Anspruch genommen. Ein kleiner Verkaufsstand an der Hauptstrasse mit reduziertem Sortiment bietet Passanten die Möglichkeit, sich mit dem Nötigsten an Frischprodukten einzudecken. Die Trumpfkarte mit den regionalen Produkten konnte in der Corona-Krise klar ausgespielt werden und der Hofladen hat nachweisbar an Stellenwert gewonnen. Ob die grosse Nachfrage nach diesen regionalen und saisonalen Lebensmitteln und der gemütlichen Kaufatmosphäre nach der epidemischen Krise anhalten wird und man langfristig von einem Aufschwung sprechen kann, wird sich zeigen. Die Menschen vergessen schnell, das Virus jedoch nicht. Der Bauernverband hat aus diesem Grund die Initiative ergriffen und wird nun versuchen, die regionalen Produkte zu promoten, damit die Konsumentinnen und Konsumenten auch nach Corona weiterhin zu den Bauern in ihre Hofläden einkaufen gehen. Fabienne und Käthi Salathé vom «Öpfelegge» kann es stellvertretend für die Hofläden im Oberbaselbiet nur recht sein.

Weitere Informationen unter www.oepfelegge.ch und www.facebook.ch/oepfelegge