Hutzgüri auf Beutetour

Sissach Das Hutzgüri und Clan war wieder unterwegs

Das Ungeheuer mit dem Schärmuuser und den Tambouren suchte Sissach wieder heim.  Fotos: S. van Riemsdijk
Das Ungeheuer mit dem Schärmuuser und den Tambouren suchte Sissach wieder heim. Fotos: S. van Riemsdijk

Ein lautes Heulen umhüllte letzten Donnerstagabend die Finsternis von Sissach. Aufgeschreckt durch eine laute und wilde Horde von Unentwegten suchten viele rechtzeitig das dörfliche Weite oder verschanzten sich vor Aufregung und Angst in ihren Wohnungen. Alle Jahre wieder wird die Bezirksmetropole am Fuss der Roten Flue vom Hutzgüri und seiner Clique mit dem Schärmuuser, dem Veehdokter, dem Bott und den drei Äierwyybli an diesem Hornigabend in Begleitung von vier Tambouren heimgesucht. Dann, wenn das Hutzgüri seine Höhle in der Teufelsküche, einem kleinen versteckten Tal oberhalb von Sissach, verlässt, um vom Hunger und Durst getrieben, neun auserwählten Haushalte einen lauten Besuch zu erstatten.

Speis und Trank in ausreichendem Mass

Besänftigen lässt sich der Clan nur, wenn von den Auserwählten genügend kulinarische Gaben bereitgestellt werden. Um nicht in die Teufelsküche zu geraten, hatten Jeanette Weisskopf, Barbara und Martin Koch schon mal Speis und Trank in ausreichendem Masse bereitgestellt. Eine kluge Entscheidung. Denn an diesem finsteren Abend tönte es von der Clique nicht zum letzten Mal sehr bedrohlich: «Wenn der ys aber nüt wäit geh, so wäi mer öich Chue und Chälber neh. Mer wäi ech s Huus apdecke und emänd no d Chatze strecke. Hutzgüri – schüttle di!» Dabei sprang das Hutzgüri wild und unbändig herum und schüttelte sich bedrohlich lautstark, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Immer wieder aufgeschreckt worden

Viel hat das Hutzgüri dieses Jahr nicht geschlafen, die Kreatur machte einen müden Eindruck. Immer wieder war es nämlich in seiner Höhle von den Feierlichkeiten unten im Dorf zum 800-Jahr-Jubiläum von Sissach aufgeschreckt worden. Entsprechend war dann auch seine Laune an diesem ersten Abend nach Aschermittwoch. Zu spüren bekamen dies Jeanette Weisskopf von der schulergänzenden Tagesstruktur, Barabara und Martin Koch hoch am Bergweg, Fasnachtsmitorganisator Andreas Riesen, HPS-Lehrerin Lea Simeon und Architekt Angelo Tomaselli.

Musiker Stefan Müller gelang es mit der Gitarre, den richtigen Ton beim Hutzgüri zu treffen, während Sportler Thomas Mohler sich unverzeihlich in Abwesenheit übte. Das kulinarische Angebot war in der Alterssiedlung bei Thomas Kunz, wie bei allen anderen Heimgesuchten, reichlich vorhanden.

Bevor das Hutzgüri wieder in die Sissacher Hornignacht in seine Höhle entschwand, wurde noch ein letzter Halt beim Barkeeper des Jahres 2005 Luki Abt in der Kirchgasse eingelegt. Gegen halb zehn verschwanden das Hutzgüri und sein Clan von Unentwegten mit den von «erheischenen» Gaben reichlich gefüllten «Hutten» wie sie gekommen waren, und die Bevölkerung von Sissach konnte endlich aufatmen. Jedoch nur für ein Jahr, wenn Hunger und Durst das Hutzgüri mit Sicherheit wieder ins Dorf treiben werden.

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