Musikalisches Wohlbefinden

Das Ensemble des Vereins «Der Musikalische Garten» sorgte für ein ultimatives Klangerlebnis.  Fotos: Pier-Giuseppe Cacciatori

Das Ensemble des Vereins «Der Musikalische Garten» sorgte für ein ultimatives Klangerlebnis. Fotos: Pier-Giuseppe Cacciatori

Daniela Niedhammer am Cembalo und Annekatrin Beller (Violoncello) fühlen sich der Klangwelt des Barocks verbunden.

Daniela Niedhammer am Cembalo und Annekatrin Beller (Violoncello) fühlen sich der Klangwelt des Barocks verbunden.

Einmal mehr lockte ein Ensemble des Vereins «Der Musikalische Garten» letzten Sonntag Freunde alter Musik in die reformierte Kirche nach Rümlingen. Das Publikum war begeistert.

Das Programm des Abends umfasst die Musik der Familie Benda. Vater, Bruder, Sohn und Schwiegersohn – alle waren sie Geigenvirtuosen und spielten an deutschen Fürstenhöfen der Barockzeit.

Einführend erzählt die mehrfach preisgekrönte Cembalistin Daniela Niedhammer: «Wir befinden uns am Ende der Barockzeit, Bach ist bereits tot, die Musik schreitet voran, Emotionen sollen mehr ausgedrückt und farbiger werden. Das Cembalo ist auf dem Rückmarsch.»

Sodann werden mit grosser Spielfreude Trio – und Violinsonaten von Franz Benda (1709–1786) und seinem Bruder Georg Anton Benda (1722–1795) aufgeführt, und zwar in der Besetzung von: Germàn Echeverri Chamorro (Violine), Karoline Echeverri Klemm (Violine), Annekatrin Beller (Violoncello) und Daniela Niedhammer am Cembalo. An die feinen Ohren der aufmerksamen Gäste drangen aber auch die Klänge der «Sonate für zwei Violinen und Violoncello in Es-Dur» von Johann Friedrich Reichardt (1752-1814). Er galt in seiner Geburtsstadt Königsberg als Geigen-Wunderkind. Er heiratete Juliane Benda (1752–1783) die jüngste Tochter von Franz Benda. Das Ensemble ist seinem Anspruch, nämlich die hohe Qualität des kompositorischen Schaffens der Bendas spürbar zu repräsentieren, absolut gerecht geworden. Das gegenseitige Verständnis, das Timing und das klangvolle Zusammenspiel war einfach grandios, ja die ganze Darbietung war faszinierend.

Schliesslich gab es eine Zugabe, sozusagen aus dem Blauen Hause Basels. Der Seidenfabrikant Lucas Sarasin (1730–1802) besass nämlich eine beachtliche Musikbibliothek. Aus der Notensammlung kam ein lyrisch-affektvoller Satz aus der Sonate in g-Moll von Giacomo Conti (1754–1805) zur Aufführung – was für ein Leckerbissen!

Beeindruckend war auch zu sehen, wie die jungen Musiker/-innen ihre Affinität, ihr Können und ihren Enthusiasmus darauf verwenden, dem heutigen Publikum in Musik 300 Jahre alte «Schlager» möglichst original getreu zu präsentieren. Und alles daransetzen, die Empfindungen längst vergangener Zeiten getreu wiederzugeben.

Aus dieser exzellenten Darbietung wurde kristallklar, dass es nicht immer die bekannten Namen sein müssen, welche musikalisches Wohlbefinden verströmen.

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