Wirte stemmen sich gegen den Wind

Liestal Das neue Führungsduo muss die Finanzen und Corona in den Griff bekommen

Das neue Führungsduo – Philip Bühler und Fabienne Ballmer – stellt sich grossen Herausforderungen. Fotos: B. Eglin
Das neue Führungsduo – Philip Bühler und Fabienne Ballmer – stellt sich grossen Herausforderungen. Fotos: B. Eglin

Das Gastgewerbe in der Schweiz leidet schon seit Jahren unter der billigeren Konkurrenz im Ausland. Auch neue Gastronomieformen machen sich breit und konkurrenzieren die etablierten Betriebe. Für den Verbandsvorstand ist es nicht einfach, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig die anstehenden Probleme rasch zu lösen.

Enrique Marlès, der zwölf Jahre im Vorstand mitarbeitete und davon fünf Jahre den Verband präsidierte, übergab an der 128. Generalversammlung sein Steuerrad an Fabienne Ballmer (bisher Vize) und Philip Bühler (bisher Finanzchef). Neu im Vorstand ist Sandro Kamber vom Pane con Carne in Liestal.

Doppelpräsidium als Problemlöser

Ballmer und Bühler übernehmen mehrere Baustellen, die nach einer Lösung suchen. Eine davon ist die Aktivierung der Mitglieder. Nur 26 von 400 Stimmberechtigten erschienen zur Generalversammlung. Diese Zahl bewegt sich seit Jahren im ähnlichen Bereich. Der Präsident meinte dazu, dass wahrscheinlich viele Gastronomen vorwiegend an den Dienstleistungen des Verbandes interessiert sind.

Dringender Handlungsbedarf besteht im Finanzbereich. Verluste in der Grössenordnung von 70000 bis 100000 Franken kann die Kasse nicht mehr lange verkraften. 2019 schloss mit einem Fehlbetrag von 72000 Franken. Das ist zwar eine Verbesserung gegenüber dem Budget um 17000 Franken. Für das laufende Jahr sind aber wieder minus 99000 Franken budgetiert. Die Corona-Krise ist dabei noch nicht berücksichtigt. Das Eigenkapital von 204000 Franken wird dadurch fast halbiert. Ohne rasches Gegensteuer erreicht man bald den Nullpunkt. «Für den zu erbringenden Leistungsauftrag braucht man das Zentrum in Liestal. Es ist zugleich Segen und Fluch», sagte Finanzchef Philip Bühler. Da die Auslastung ungenügend ist, fehlen dringend notwendige Einnahmen. Das Traktandum «Finanzen» war das einzige, zu dem sich Mitglieder mit kritischer Stimme äusserten. «Es geht um das Überleben von Gastro Baselland», sagte ein Votant und beantragte eine Beitragserhöhung von 100 Franken. Obwohl die Baselbieter gemäss Präsident in der Schweiz nicht bei den Teuersten sind, wurde der Antrag mit 13 zu 5 Stimmen deutlich abgelehnt.

Die operativen Geschäfte leitet ein Geschäftsführer, der in den nächsten zwei Jahren pensioniert wird. Da solche Branchenspezialisten nicht überall zu finden sind, muss sich das Präsidium bald auch um diese bevorstehende Vakanz kümmern.

Auswirkungen der Pandemie

Die Corona-Pandemie trifft die Wirte sehr unterschiedlich. Es gibt Restaurants, die besser arbeiten als vor der Krise. Andere Wirte arbeiten fast Tag und Nacht und sehen auch mit Überbrückungskrediten nur geringe Überlebenschancen. Dass sich jetzt vielleicht die Spreu vom Weizen trennt, ist eine Aussage, die man von verschiedenen Seiten immer wieder hört. Hilfe soll der Landrat bis Ende August bei den Mieten bringen. «Das ist ein delikates Thema, da es im Verband nicht nur Mieter, sondern auch Vermieter hat», sagte Ballmer. In unserem Kanton wird auf politischer Ebene eine Drittellösung diskutiert. Staat, Vermieter und Mieter sollen je ein Drittel der Kosten übernehmen. Wichtig für die Branche ist ein schneller Entscheid. An die Regierung geht zudem die Forderung, die Begrenzung auf hundert Personen aufzuheben. Fotos und Filme: www.presstime.ch > Wirtschaft

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