«Wir gönnen uns eine Feier»

Liestal 25 Jahre DISTL-Gönnerverein

Führte charmant durch das Jubiläumsprogramm: Gönnervereins-PräsidentFranz Kaufmann bedankte sich bei den Mitgliedern und Gremien für die langjährige Partnerschaft.Foto: Pier-Giuseppe Cacciatori
Führte charmant durch das Jubiläumsprogramm: Gönnervereins-PräsidentFranz Kaufmann bedankte sich bei den Mitgliedern und Gremien für die langjährige Partnerschaft.Foto: Pier-Giuseppe Cacciatori

Grosse Geburtstage gehören gebührend gefeiert – erst recht, wenn das Feiern im Namen verankert ist. Unter dem Motto «Wir gönnen uns eine Feier» lud der Gönnerverein des «Dichter:innen- und Stadtmuseums Liestal» (DISTL) am letzten Sonntag zu seinem 25-Jahre-Jubiläum in den Rathaussaal ein. Es wurde ein Fest voller herzlicher Rückblicke, humorvoller Anekdoten und literarischer sowie musikalischer Beiträge. Moderiert wurde der Anlass von Franz Kaufmann, Präsident des DISTL-Gönnervereins. Neben zahlreichen Gästen nahmen auch Mitglieder des Museumsteams, des Stiftungsrats und der Museumskommission an der Feier teil. Alle namentlich zu erwähnen, würde den Rahmen dieses Berichts sprengen.

Der Gönnerverein wurde im Jahr 2001 gegründet, um das Museum aktiv beim Erwerb, der Erhaltung und Pflege der Sammlungen sowie beim allgemeinen Museumsbetrieb zu unterstützen. Dass der Verein heute so stolz auf ein Vierteljahrhundert zurückblicken kann, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. Kaufmann erinnerte in seiner Rede an eine schwere Krise im Jahr 2012, als der gesamte Vorstand zurücktrat und das Protokoll düster vermerkte, es sei, «als ob der Verein untergehen müsste». In dieser existenziellen Not erwies sich Hansruedi Schneider als Retter. Kaufmann baute hierzu ein charmantes Wortspiel in seine Ansprache ein: Die Redewendung, nun «aus dem Schneider» zu sein, passte in doppeltem Sinne – zur geglückten Rettung des Vereins und zu Hansruedis Nachnamen. Getreu diesem Motto formte der profunde Kenner der Materie mit treuen Weggefährten einen neuen Vorstand und sicherte das Überleben des Vereins. Wie wichtig diese Rettung für das am 7. Juli 1946 eröffnete Literaturmuseum war, das seit 2022 unter dem Namen Dichter:innen- und Stadtmuseum auftritt, verdeutlichte auch der offizielle Dank vom Stiftungsratspräsident Silvan Schweizer. Er betonte, dass der Verein dem überregional bekannten Haus für seine Sonderausstellungen Jahr für Jahr 10000 Franken beisteuert. Über all die Jahre summiert sich dies auf eine beachtliche Unterstützung, die Kultur fliessen lässt.

Literarische Glanzlichterim Rathaussaal

Die Feier schlug auch eine Brücke zur Museumsleitung. Rea Köppel, wissenschaftliche Mitarbeiterin im DISTL, trug ein eigens verfasstes Sonett vor – eine Liebeserklärung an das Museum, das durch die stärkere Fokussierung auf Frauen jüngst neue Impulse erhalten hat. Der aktuelle Museumsleiter Stefan Hess blickte ebenfalls auf seine Anfänge zurück und lobte das funktionierende, «gemachte Nest», das er vorfand. Nach seiner Pensionierung im kommenden Jahr wird Rea Köppel seine Nachfolge antreten.

Für die musikalische Umrahmung des Festakts sorgten das Duo «Clark & Dettwiler». Es präsentierte Lieder aus seinem neuen Programm, nämlich vertonte Gedichte der bekannten Mundartdichterin Helene Bossert. Beim reichhaltigen Aperitif klang der würdige Anlass aus. Der Gönnerverein hat bewiesen, dass er das nötige Bindeglied zwischen dem DISTL und der Öffentlichkeit ist. Mit bürgerlichem Engagement sorgt er dafür, dass die reiche Kultur des Baselbiets auch für kommende Generationen bewahrt wird.

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