Abgang mit Paukenschlag

Niederdorf Das Junge Theater feiert das 20-Jahr-Jubiläum mit «Wie wärs mit Tee?»

Böhms Filmpartner übt ihre Rolle.

Böhms Filmpartner übt ihre Rolle.

Butler Felix Hubacher in Schutzkleidung.

Butler Felix Hubacher in Schutzkleidung.

Der vermeintliche Killer Luigi aus «Bämbel».

Der vermeintliche Killer Luigi aus «Bämbel».

Die beschwipste Katharina Nauer ist ihrem Lieblingsschauspieler endlich ganz nah.

Die beschwipste Katharina Nauer ist ihrem Lieblingsschauspieler endlich ganz nah.

Die Spannung steigt von Akt zu Akt.Fotos: B. Reinhard

Die Spannung steigt von Akt zu Akt.Fotos: B. Reinhard

Im November werden in vielen Dörfern Theater gespielt. So auch in Niederdorf und das seit 20 Jahren. Dabei ist der Theaterverein Junges Theater Niederdorf bald über die Dorfgrenzen hinaus bekannt geworden. Das Erfolgsgeheimnis der bunt zusammengewürfelten Gruppe liegt in der sichtbaren Witz- und Spiellust der Darstellerinnen und Darsteller. Mit jedem neuen Stück beweisen sie, dass nicht nur Profis gute und witzige Unterhaltung zu bieten vermögen. Auch wenn sie nicht mehr 16 Jahre alt sind, haben sie dennoch an der Premiere vom Freitagabend gezeigt, dass sie das Publikum nach wie vor begeistern können.

Zwei Jahrzehnte ist es nun her, dass die damals 16-jährigen Freunde, Stephanie Walliser, Thomas Stuck, Claudio Carrese, Laura Fiorilli, Markus Gerber und die Geschwister Lorenz und Seraina Degen, nachdem am Turnerabend 2003 keine Theateraufführung stattgefunden hat, spontan beschlossen, einen Theaterverein zu gründen. Schon mit ihrer ersten Aufführung 2004 mit dem Stück «Schwester Sherlock» bewiesen sie ihr Schauspieltalent und beeindruckten das Publikum, was sich bis heute nicht geändert hat.

Angespornt durch ihren grossen Erfolg führte das Schauspielensemble im Zwei-Jahres-Rhythmus viele weitere Theaterstücke auf. Mit ihrer achten Jubiläumsproduktion des Dreiakters «Wie wärs mit Tee» feierte der Theaterverein nun sein 20-Jahr-Jubiläum.

Der Schweizer Schauspieler Henry Böhm (gespielt von Christoph Hitz), hat den Höhepunkt seiner Karriere längst überschritten und muss sich fortan nur noch mit drittklassigen Rollen zufriedengeben. Auch in der Liebe ist er erfolglos, so bleibt ihm noch sein bester Freund – der Alkohol. Kurzum setzt es sich der gealterte Schauspieler Böhm zum Ziel, mit einem Paukenschlag von der Bühne abzutreten, indem er für sich selber einen Profimörder anheuert, welcher Böhm in seinem Hotel ermorden soll (Claudia Probst spielt eine Journalistin, ist aber in Wirklichkeit die eigentliche Auftragsmörderin und Martin Rudin verkörpert einen mysteriösen Fremden, der fälschlicherweise für den Mörder gehalten wird). Doch das gelingt alles nicht so, wie geplant. Bei der zynischen Hoteldirektorin (Vera Maggiore), beim vertrauensvollen Zimmerkellner (Markus Gerber), bei der beschwipsten Schwester der Hoteldirektorin (Seraina Degen) sowie Böhms offenherziger Filmpartnerin (Sandra Carrese) und der mitteilsamen Regieassistentin (Nicole Felber) liegen die Nerven längstens blank.

Für einen Überraschungsmoment sorgte der kurze Auftritt aller ehemaligen Schauspieler, welche kurz vor Theaterschluss, zwischen zwei Szenen, auf die Bühne stürmten und zu lauter Musik fröhlich tanzten.

Zum vierten Mal ist Anton Rudin der Regisseur des Theaterensembles. Es gelang ihm, das Stück mit viel Wort- und Spielwitz sowie mit Einbezug von lokalen Begebenheiten und Persönlichkeiten auszustatten, was beim Publikum immer wieder für Lachanfälle sorgte. Auch mit der Leistung seines Ensembles war er am Ende der Aufführung mehr als zufrieden.

Aufwendige Theaterproben

«Es steckt immer sehr viel Arbeit dahinter und ist ein riesiger Aufwand», meinte Vereinspräsidentin Seraina Degen. So probten und tüftelten die Akteure seit Ende der Sommerferien bis ins Detail am Auftritt, an der Aussprache und der dazugehörenden Mimik und Gestik. Doch am Ende hat es sich gelohnt, das Publikum in der vollbesetzen Mehrzweckhalle bedankte sich bei der Theatergruppe mit einem riesigen Applaus. «Es isch super gsi, ich bi richtig geflasht», meinte eine Neuzuzügerin, welche zum ersten Mal eine Aufführung des Theatervereins besucht hat.

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