Sport
25.03.2020

Der Vereinspuls steht still

Clubhaus FC Gelterkinden. Fotos: S. van Riemsdijk
Clubhaus FC Oberdorf.
Clubhaus SV Sissach.
Clubhaus FC Lausen.
Clubhaus SV Bubendorf.

Clubhaus FC Gelterkinden. Fotos: S. van Riemsdijk

Clubhaus FC Gelterkinden. Fotos: S. van Riemsdijk
Clubhaus FC Oberdorf.
Clubhaus SV Sissach.
Clubhaus FC Lausen.
Clubhaus SV Bubendorf.

Clubhaus FC Oberdorf.

Clubhaus FC Gelterkinden. Fotos: S. van Riemsdijk
Clubhaus FC Oberdorf.
Clubhaus SV Sissach.
Clubhaus FC Lausen.
Clubhaus SV Bubendorf.

Clubhaus SV Sissach.

Clubhaus FC Gelterkinden. Fotos: S. van Riemsdijk
Clubhaus FC Oberdorf.
Clubhaus SV Sissach.
Clubhaus FC Lausen.
Clubhaus SV Bubendorf.

Clubhaus FC Lausen.

Clubhaus FC Gelterkinden. Fotos: S. van Riemsdijk
Clubhaus FC Oberdorf.
Clubhaus SV Sissach.
Clubhaus FC Lausen.
Clubhaus SV Bubendorf.

Clubhaus SV Bubendorf.

Oberbaselbiet Die Fussball-Clubhäuser als soziale Hotspots im Vereinsleben haben ihre Türen schliessen müssen

Von: Sander van Riemsdijk

Das Vereinsleben steht still. Mit dem Entscheid des Bundesrats in Zusammenhang mit den verschärften Schutzmassnahmen wegen des Coronavirus sämtliche Spiele in der Fussballmeisterschaft, Cup und Freundschaftsspiele sowie die Trainings abzusagen, ruht der Breitensport für unbestimmte Zeit. Gemäss Einschätzung der Gesundheitsbehörde geht vom Fussballsport, wie auch von anderen Mannschaftssportarten, eine erhöhte Ansteckungsgefahr aus. Mit dieser drastischen, aber notwendigen Entscheidung wurden zwangsläufig auch die Vereinslokale und Clubhäuser als Identitätsträger ihres Vereins und Inbegriff von sportlicher Gemeinschaft angehalten den gastronomischen Betrieb ab sofort herunterzufahren um mögliche Infektionsketten zu verhindern. Diese Treffpunkte erfüllen im Vereinsleben eine wichtige soziale Aufgabe und nehmen oft eine zentrale Rolle ein. Mit unzähligen Pokalen und Wimpeln ausgestattet, nicht selten bis unter das Dach, sind sie das Herzstück des Vereins und sind nach einem Spiel oder einem Training für die Mitglieder zentraler Anlaufpunkt. Hier spielt sich das soziale Leben im Rahmen des kameradschaftlichen Beisammenseins ab. Für das leibliche Wohl sorgen die Betreiber, die durch die jähe Einstellung des Sportbetriebs ihre Planung für den Start in die Spielsaison zunichte sehen und nun zwangsläufig auf bereits budgetierte Einnahmen verzichten müssen. Die Oberbaselbieterzeitung hat sich bei Betreibern von fünf regionalen Fussballvereinen telefonisch umgehört. Wie ihre erste Reaktion auf diese behördliche Entscheidung war und was diese für sie persönlich oder für den Verein für finanzielle Auswirkungen hat und welche Massnahmen, sofern überhaupt möglich, sie treffen beziehungsweise bereits getroffen haben um den Verdienstausfall abzufedern?

 

Christoph Meppiel, Clubhaus FC Oberdorf

ObZ: Was war ihre erste Reaktion, als Sie erfuhren, dass der Spielbetrieb und damit der Betrieb des Clubhauses stillgelegt werden musste?

Eine Katastrophe! Gerade am Freitag, den 13. bekam ich diese Mitteilung, während ich an der Vorbereitung für ein Turnier mit zehn Mannschaften am nächsten Tag war. Es hätte mich nicht schlimmer treffen können.

Auf wieviel schätzen Sie die finanzielle Einbusse?

Ich rechne zwischen 8000 und 10000 Franken pro Monat. Da es mein Einkommen ist, habe ich beim Sozialamt um Sozialhilfe gebeten und für meine Angestellte Kurzarbeit beantragt. Für ein Take Away als Alternative ist das Clubhaus zu weit von der Hauptstrasse entfernt.

Erhalten Sie finanzielle Unterstützung vom Verein beziehungsweise von der Gemeinde?

Ich habe diesbezüglich bis jetzt vom Verein noch nichts gehört. Ich bin ja Selbstständiger.

 

Sonja Heiniger, Clubhaus FC Bubendorf

ObZ: Was war ihre erste Reaktion, als Sie erfuhren, dass der Spielbetrieb und damit der Betrieb des Clubhauses stillgelegt werden musste?

Erstens fand ich es schlimm für die Menschen, die ihre sozialen Kontakte im Clubhaus pflegen. Die müssten jetzt zu Hause bleiben. Zweitens fehlt mir der Verdienst. Zudem ist es sehr wahrscheinlich, dass das Clubhaus vor der Sommerpause gar nicht mehr öffnet.

Auf wieviel schätzen Sie die finanzielle Einbusse?

Bei normalem Sportbetrieb ist der Verdienst durchschnittlich 3500 Franken pro Monat. Zudem fehlen mir die Einnahmen von zwei/drei besonderen Anlässen.

Erhalten Sie finanzielle Unterstützung vom Verein beziehungsweise von der Gemeinde?

Nein, ich erhalte vom Verein keine finanzielle Unterstützung.

 

Taner Menek, Clubhaus FC Lausen

ObZ: Was war ihre erste Reaktion, als Sie erfuhren, dass der Spielbetrieb und damit der Betrieb des Clubhauses stillgelegt werden musste?

Ich hatte es erwartet. Man musste sich ja jeden Tag auf Neuigkeiten einstellen. Für mich stellte sich sofort die Frage, wie es weitergehen sollte.

Auf wieviel schätzen Sie die finanzielle Einbusse?

Schwierig zu sagen. Zum Glück konnten wir ein finanzielles Polster aufbauen und können den Verlust so etwas abfedern. Es trifft uns gerade in der wichtigen Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte, die es uns ermöglicht, Gelder als Reserve zu generieren.

Erhalten Sie finanzielle Unterstützung vom Verein beziehungsweise von der Gemeinde?

Ja, Präsident Fabian Thommen hat sofort mit mir Kontakt aufgenommen und den Mietpacht vorübergehend storniert. Dafür bin ich ihm dankbar. Wir haben mit der Gemeinde Lausen Kontakt aufgenommen und wie andere Kleinbetriebe auch um finanzielle Unterstützung gebeten.

 

Gregory Potocki, Clubhaus SV Sissach

ObZ: Was war ihre erste Reaktion, als Sie erfuhren, dass der Spielbetrieb und damit der Betrieb des Clubhauses stillgelegt werden musste?

Es war wie ein Schock, auch wenn es sich angebahnt hatte. Ich empfinde die momentane Situation als ob der Clubhausbetrieb im Koma liege.

Auf wieviel schätzen Sie die finanzielle Einbusse?

Schwierig zu sagen, aber ich rechne mit einer oberen vierstelligen Zahl. Es ist nicht nur der Spielbetrieb der ausfällt, sondern auch Anlässe wie das Kindercamp an Ostern.

Erhalten Sie finanzielle Unterstützung vom Verein beziehungsweise von der Gemeinde?

Ich werde mich diese Woche bei der IG WiKo der Gemeinde Sissach melden und um Unterstützung bitten.

 

Andi Stucki, Chef Anlage «Wolfstiege» FC Gelterkinden

ObZ: Was war ihre erste Reaktion, als Sie erfuhren, dass der Spielbetrieb und damit der Betrieb des Clubhauses stillgelegt werden musste?

Auch wenn es hart ist, es war für mich eine notwendige Entscheidung für die allgemeine Gesundheit. Es trifft ja schliesslich alle Vereine.

Auf wieviel schätzen Sie die finanzielle Einbusse?

Dies ist schwierig zu schätzen, weil die Einnahmen sehr vom Spielplan abhängig sind beziehungsweise wie viele Heimspiele es gibt. Da wir in dieser fussballlosen Zeit umgekehrt auch keine Ausgabe haben, wird der Verlust nicht so tragisch sein.

Erhalten Sie finanzielle Unterstützung vom Verein beziehungsweise von der Gemeinde?

Wir bekommen von der IG Wolfstiege immer eine jährliche Zuwendung. Einen zusätzlichen Antrag um finanzielle Unterstützung ist folglich nicht eingereicht worden.