Ein Rücktritt mit saugutem (Feuerwehr-)Gefühl

Stabsübergabe Festakt für Feuerwehr-Inspektor Werner Stampfli und Beförderungen

Der Chef Rettung BS Dominik Walliser (rechts) übergibt dem abtretenden Feuerwehr-Inspektor Werner Stampfli einen speziellen Helm.Fotos: E. Bachmann

Der Chef Rettung BS Dominik Walliser (rechts) übergibt dem abtretenden Feuerwehr-Inspektor Werner Stampfli einen speziellen Helm.Fotos: E. Bachmann

Simon Hürlimann und Anton Lauber befördern Daniel Weisskopf zum Nachfolger als Feuerwehrinspektor.

Simon Hürlimann und Anton Lauber befördern Daniel Weisskopf zum Nachfolger als Feuerwehrinspektor.

Nach 24 Jahren im Dienst der Feuerwehr beider Basel wurde Werner Stampfli, Leiter des Geschäftsbereichs Feuerwehr der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung (BGV) und Feuerwehr-Inspektor Basel-Landschaft bereits jetzt mit einem Festakt gebührend verabschiedet, auch wenn er noch bis Ende 2026 aktiv im Amt ist.

Zugleich fand die Stabsübergabe im Feuerwehr-Inspektorat beider Basel statt. Dazu wurden zwei Beförderungen gefeiert. Daniel Weisskopf, bisher stellvertretender Leiter und Feuerwehr-Inspektor Basel-Stadt, übernimmt per 1. Januar 2027 die Leitung des Geschäftsbereichs Feuerwehr mit dem Amt des Feuerwehr-Inspektors BL. Martin Bleuler tritt die stellvertretende Leitung an und wurde zum Feuerwehr-Inspektor Basel-Stadt befördert.

Die stimmige Abschieds- und Beförderungsfeier wurde in der Rettungswache Altmarkt in Liestal mit der Moderation von Annette Fetscherin vom Schweizer Fernsehen zelebriert. Der Gastgeber des Abends, Simon Hürlimann, Geschäftsführer der BGV, erklärte eingangs, dass mit den drei Hauptpersonen an diesem Abend der Banker (Werner Stampfli) dafür schaute, dass die Rechnung stimmt, der Betriebswirtschafter (Daniel Weisskopf) die Feuerwehr übernimmt und der Chemiker (Martin Bleuler) für die Chemie in der Crew besorgt ist.

Mit diversen Grussbotschaften, musikalischer Begleitung einer der ältesten Feuerwehr-Musiken (Basel-Stadt) und mit einem gemeinsamen Abendessen wurde ein schönes Potpourri mit viel Lob für die Hauptpersonen und auch für das Feuerwesen insgesamt gestaltet.

Der Baselbieter Regierungsrat Anton Lauber ehrte seinen langjährigen Feuerwehr-Inspektor und betonte seinen Blick auf die modernen Arbeits- und Lebensformen immer mit dem Ziel der höchsten Sicherheit und dem möglichst geringen Schaden für die Bevölkerung.

Lob für höchstes Engagement und Einsatzbereitschaft

Alle Sprechenden betonten das unglaublich grosse Engagement von Werner Stampfli mit viel Kompetenz und grossem Netzwerk. Die gute Zusammenarbeit wurde insbesondere mit dem Herzblut Stampflis für seine Themen betont und seine Einsatzbereitschaft wurde mehrfach mit seinen oft benutzten Worten «Ich habe fertig – Flasche leer» zitiert. Er war zu jeder Zeit ansprechbar und hilfsbereit und «brannte» für die Themen der Feuerwehr.

Werner Stampfli stand für Kontinuität und Wandel, indem er das Feuerwehrwesen in beiden Kantonen professionalisiert und weiterentwickelt hat. Weiter pflegte er gute Kontakte nach Deutschland (Freiburg und Thüringen) und verkaufte ältere Fahrzeuge nach Bulgarien. Wichtig war ihm besonders die Ausbildung, die er ausbaute und immer priorisierte, denn er ist überzeugt, jede Feuerwehr ist nur so gut, wie die Menschen dahinter.

Zu Wort kam auch der frühere Geschäftsführer der BGV, Bernhard Fröhlich, der Werner Stampfli seinerzeit einstellte und nur, wenn es wirklich Wichtiges zu besprechen gab, ins Büro zitierte und ihn immer förderte. 


24 Jahre totaler Einsatz mit grossen Zahlen als Ergebnis
Eindrückliche Zahlen seines Wirkens sind die 75000 Feuerwehreinsätze, Ausgaben von 70 Millionen Franken, 11000 Ausbildungstage von 35000 Feuerwehrleuten mit 100000 Ausbildungstagen, die seinen Stolz auf die Instruktor/-innen untermauern. Max Ritter als Chef des Alt-Kommandanten-Chors, den seinerzeit Bernhard Fröhlich ermöglichte, würdigte Werner Stampfli mit dem letzten Einsatz des Chors (nach 26 Jahren), denn singen war für die Kameradschaftspflege auch immer wichtig.
Die Verwaltungsratspräsidentin der BGV, Nicole Kistler, betonte das Vertrauen und die Verlässlichkeit. Sie schätzte die Haltung von Werner Stampfli, indem sie einen seiner Sprüche mit «man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen» zitierte. Der Kommandant der Rettung Basel-Stadt, Dominik Walliser, überreichte mit ausführlichen gemeinsamen Erlebnisbeispielen und viel Wertschätzung einen speziell angefertigten Helm. Einen speziellen Laudatio-Leckerbissen gab es zusammen mit der feinen Cremeschnitte mit Feuerwehrleiter (vom Catering Brüderli) mit einem extra gedichteten Schnitzelbank vom Alt-Kommandanten der Chemie Basel, Jürg Hasler.  
 

Mit grossem Stolz und Dankbarkeit
Werner Stampfli betonte abschliessend seinen Stolz, einer der 23 Feuerwehr-Inspektoren der Schweiz gewesen zu sein und meinte berührt, dies sei eine Ehre und ein Privileg gewesen, verbunden mit seinem Dank an sein Team, an alle Förderer und konstruktiven Kritiker und seinem grössten Wunsch, dass alle Kamerad/-innen immer gesund von den Einsätzen heimkämen. Er freut sich nun als stolzer Oberbaselbieter aus Zeglingen auf mehr Zeit zum Biken im Oberbaselbiet oder um sich vielleicht politisch zu engagieren. Simon Hürlimann konnte einen sehr gelungenen, kurzweiligen Feuerwehr-Abend mit einer Sammlung vieler Kameraden-Stimmen in einem Video sympathisch abschliessen. Der Zusammenhalt und der Groove der grossen Feuerwehr-Familie waren an diesem Abend mit jeder Faser und mancher Emotion zu spüren. 

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