Lange warten auf die Physio

Versorgungssicherheit Physiotherapeut/-innen fordern Taxpunkt-Erhöhung

5775 Unterschriften: Natascha Magnusson, Co-Präsidentin Physioswiss Regionalverband beider Basel (r.), übergab die Petition am vergangenen Freitag in Liestal an die Landschreiberin Elisabeth Heer Dietrich.Foto: M. Schaffner
5775 Unterschriften: Natascha Magnusson, Co-Präsidentin Physioswiss Regionalverband beider Basel (r.), übergab die Petition am vergangenen Freitag in Liestal an die Landschreiberin Elisabeth Heer Dietrich.Foto: M. Schaffner

Wer Physiotherapie benötigt, muss unter Umständen lang warten, bis ein Platz frei wird: «Fast jede Praxis im Baselbiet hat eine Warteliste», sagt Natascha Magnusson, Co-Präsidentin Physioswiss Regionalverband beider Basel. Besonders in den Oberbaselbieter Tälern und in Randgebieten ist die Lage prekär. Das ist jedoch der Ausdruck eines tiefer liegenden Problems: «Die finanzielle Entschädigung für die Leistung, die wir erbringen, ist seit fast 30 Jahren nicht angepasst worden», so die Co-Präsidentin. Das wiederum hat zur Folge, dass der Beruf unattraktiver wird, was den Fachkräftemangel verschärft und zu einer Unterversorgung führen kann.

Aus diesem Grund hat Physioswiss im Juni eine Unterschriftensammlung gestartet. Letzte Woche reichte der Regionalverband die Petition mit 5775 Unterschriften bei der Landeskanzlei Basel-Landschaft und mit 3400 Unterschriften bei der Staatskanzlei Basel-Stadt ein. Schweizweit haben rund 127000 Personen die in 26 Kantonen lancierte Petition unterschrieben. Die Forderung lautet: eine Erhöhung des Taxpunktwerts um mindestens 30 Prozent und «eine langfristig gesicherte, wohnortnahe Versorgung».

Immer mehr steigen aus Beruf aus

2014 habe es zwar eine finanzielle Anpassung gegeben, erläutert Natascha Magnusson. Aber der Teuerungsausgleich, steigende Mieten, Anschaffungskosten und Lohnkosten seien darin bis heute nicht abgebildet worden. «Wir können nicht mehr kostendeckend arbeiten», stellt Natascha Magnusson fest. Deshalb würden immer mehr Personen aus dem Beruf aussteigen, wodurch die Versorgung nicht mehr überall gesichert sei.

«Die 30 Prozent sind nicht aus der Luft gegriffen», fügt Livia Kellerhals hinzu, ebenfalls Co-Präsidentin des Regionalverbands. Die geforderte Tariferhöhung sei mit Studien untermauert. Ausser den Kosten seien auch die Anforderungen an den Beruf gestiegen – habe früher ein Diplom genügt, so sei heute ein Hochschulstudium nötig.

Gerade im Oberbaselbiet ist die Domizilversorgung gefährdet, also die Möglichkeit, Physiotherapie zuhause in Anspruch nehmen zu können. Fällt dies weg, müssen ältere Menschen je nachdem ein Taxi nehmen oder Angehörige müssen Fahrdienste übernehmen. «Das wird in Zukunft noch prekärer, deshalb muss jetzt gehandelt werden», betont Natascha Magnusson.

Inden beiden Basel laufen zurzeit die Verfahren zur Festsetzung der Taxpunktwerte. Im Baselbieter Landrat sind zudem eine Interpellation und ein Postulat zur Physiotherapie hängig.

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