Bernarda-Songs und Lebensphilosophien
Das Marabu war in Bühnennebel gehüllt, der fast ein wenig in den Augen brannte. Das Publikum wartete gespannt. Die einen nutzten die Gelegenheit für einen Apéroschwatz vor dem Marabu oder an der Bar, die anderen kamen direkt ans Konzert. Die vierköpfige, ganz in schwarz gekleidete Band trat auf die Bühne. Keyboards, Gitarre, Bass und Drums begannen zu tönen. Es wartete ein schöner und langer Abend mit Soul, Funk und Groove, Welthits und Eigenkompositionen auf die vielen Fans. Dann wurde Bernarda auf die Bühne geführt, schwarze Hose, Haare und Brille und zweiteilige Bluse mit Glitter. Sie griff zum Mikrofon und sang Stevie Wonders «Superstition». Ihre Stimme ist sehr stark und intensiv.
Die 32-jährige Bernarda Brunovic ist eine schweizerisch-kroatische Sängerin und Komponistin. Bekannt wurde sie durch ihre Teilnahme an der Schweizer Eurovision-2011-Vorentscheidung, wo sie Zweite wurde. 2018 schaffte sie es bei Voice of Germany in den Halbfinal und 2025 auf den vierten Platz.
Vor dem zweiten Song fordert sie das Publikum auf, näher zu kommen und den Samstagabend zu feiern: «Chömed, chömed zu dr Bühni, ich geseh euch nid, aber ich ghör euch», sagte die blinde Sängerin. Auch «Rehab» von Amy Winehouse stiess auf Begeisterung. Applaus erhielt sie für jeden Song. Sie flashte mit «Where Is My Husband» von Raye, gefolgt von One Republic mit «Love Runs Out».
Zwischen den Songs philosophierte Bernarda und äusserte sich zu verschiedenen Themen. «Meinungsfreiheit wird gross geschrieben, bis man sie ausspricht», war eine ihrer Thesen, die auf Zustimmung stiess.
Dann kam «Real Thing», der erste und noch unveröffentlichte Song von ihr an diesem Abend. Und dann «Colors», ebenfalls von ihr. Sie sprach ihr Sehvermögen an und schwärmte vom Blau des Himmels, das sie gerade noch erkennen und sich daran erfreuen kann. Details sieht sie leider nicht mehr.
Der Song «Fire Under My Feet» von Leona Lewis ist auch ihr Lebensmotto. Sie liess sich nicht ins Blindenheim stecken, sondern wollte die Matur machen und studieren. Das zog sie auch durch.
2012 schrieb sie den Song «Be Grateful». «Dankbarkeit ist Wertschätzung und eine Einstellung, nicht nur Anstand», sagte sie dazu.
Nach einer Pause kam das Publikum im zweiten Set nochmals in den Genuss dieser markanten Soulstimme, bis dann nach der geforderten Zugabe gegen 23 Uhr endgültig Schluss war.
Dem Publikum gab sie vor ihrer letzten Eigenkomposition «My Own Kind of Woman» den Rat «Be your own kind of person, don’t copy anyone» mit auf den Heimweg.








