Brava, Porta, Billeta, Banca

Treue Helfer mit Fellnase Führung in der Blindenführhund-Schule in Allschwil

Ronny Ramseier (Mitte) vermittelte der Gelterkinder Frauenvereinsgruppe viel Wissen mit seiner Führung durch die Blindenfühhunde-Schule Allschwil.

Ronny Ramseier (Mitte) vermittelte der Gelterkinder Frauenvereinsgruppe viel Wissen mit seiner Führung durch die Blindenfühhunde-Schule Allschwil.

Auf dem Pausenspielplatz gab es die Möglichkeit zur Begegnung mit den gerade anwesenden Ausbildungshunden.

Auf dem Pausenspielplatz gab es die Möglichkeit zur Begegnung mit den gerade anwesenden Ausbildungshunden.

Der Blick in die Welpenbox entzückte natürlich alle! Fotos: U. Handschin

Der Blick in die Welpenbox entzückte natürlich alle! Fotos: U. Handschin

«Brava, Porta, Billeta, Banca.» Was bedeuten diese italienischen Begriffe? Das Vorstandsteam des Frauenvereins Gelterkinden hatte einmal mehr einen spannenden Anlass angeboten mit der Führung der Schweizerischen Schule für Blindenführhunde, organisiert von Gabi Simmendinger.

Mit zwei Autos, gesteuert von Helen und Josefa, gelangte man zum Gelände im Grünen am Rande von Allschwil. Dort empfingen Ronny Ramseier, selber blind und seine Tagesassistentin, eine Hundepatin, die 14 Frauen aus Gelterkinden.

Ein 20 Minuten dauernder Film gab Einblick in die ganze Institution und den Werdegang der dort gezüchteten Labrador Retriever Hunde bis zur Ausbildung und ihrer Bestimmung je nach Eignung. Mit zehn Wochen werden die dort geborenen Welpen von einer Patenfamilie abgeholt und während zwei Jahren aufge- und erzogen, in denen sie vorbereitet werden für ihre künftigen Aufgaben. Dabei werden sie von Patenhundebetreuern unterstützt. Anschliessend erhalten sie die Blindenführhundeausbildung in der Schule, wobei sich anhand der Charaktereigenschaften zeigt, welche Hunde sich dazu eignen, die strengen Kriterien zu erfüllen, um die eidgenössische Prüfung bestehen zu können.

Eventuell dürfen sie dafür als Assistenzhunde für Menschen im Rollstuhl arbeiten, oder als Autismusbegleithunde Sicherheit vermitteln. Ebenso machen freundliche und unerschrockene Hunde als Sozialhunde in Alters- und Kinderheimen und Kindergärten Freude. Zur Zeit sind 160 Blindenführhunde der Allschwilerschule aktiv unterwegs, die ihren blinden oder sehbehinderten Menschen behilflich sind, die Selbstständigkeit und Lebensqualität zu verbessern. Bei der Führung durch das Gebäude erlebten die Frauen den Kontakt mit den gerade anwesenden Ausbildungshunden auf dem Pausenspielplatz. Anschliessend kam es zum «Jööö»-Erlebnis bei einer Wurfbox, in der vier Welpen herumwuselten. Instruktionen gab es zum Führgeschirr und dem Umgang mit den besonderen Hunden, die auf rund 30 bis 36 italienische Hörzeichen hören wie: «Porta»: Gehe zur nächsten Tür oder zeige den Bus-Einstieg.«Billeta»: Suche einen Schalter (zum Beispiel am Bahnhof oder auf der Post).«Banca»: Finde einen freien Platz zum Sitzen.«Passare». Wichtig zu wissen bei Begegnungen mit Hunden im Führgeschirr ist, dass man sie nicht anspricht und stört bei der Arbeit und eigene Hunde an die Leine nimmt.

Die Institution ist eine Stiftung und ist angewiesen auf Spenden, damit die ausgebildeten Hunde gratis abgegeben werden können.

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