Was gehört auf unseren Teller?

Sissach Gesunde Ernährung beeinflusst unsere Seele

Diverse Informationsbanner anlässlich des Tages der Agrarökologie. Foto: B. Eglin
Diverse Informationsbanner anlässlich des Tages der Agrarökologie. Foto: B. Eglin

Am Tag der Agrarökologie im Sissacher Ebenrain wurde erklärt, was zu einem Ernährungssystem mit Zukunft gehört. Wichtig sind Vielfalt im Boden, auf den Feldern und auf dem Teller. Aber auch die Vielfalt von Wissen, Menschen, Perspektiven und Erfahrungen spielen eine Rolle. Die Agrarökologie verbindet ökologisches Wissen mit sozialer Gerechtigkeit und stärkt lokale Gemeinschaften und gegenseitiges Lernen.

PD Dr. med. Timur Liwinski erklärte den Zusammenhang von Darm und Psyche und den Einfluss der Ernährung. Er forscht an der UPK Basel und zeigte, dass Ernährung und Darm die psychische Gesundheit – insbesondere Depressionen – beeinflussen.

Psyche beeinflusst Lebensdauer

Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, leben etwa zehn Jahre weniger. Bei den Suiziden haben zwei von drei eine körperliche Ursache wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ernährung, Bewegung und Rauchen sind zentrale und veränderbare Stellschrauben. Die Stimmung und das Essen sind ein Teufelskreis, da sie sich gegenseitig beeinflussen. Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem sind keine isolierten Systeme, sondern stehen in Wechselwirkung zueinander. Der Darm und das Hirn bilden eine Achse und sie stehen in einem ständigen Dialog. Der Darm ist das grösste Immunsystem und er trainiert es. Eine grosse Rolle spielen die etwa 38 Billionen Darmbakterien. Wenn wir mehr pflanzliche Nahrung essen, hat das einen vielfältigen Effekt auf die Darmflora. Ein Apfel bring 100 Millionen Bakterien. Die meisten davon sind im Kerngehäuse. 30 oder mehr verschiedene Pflanzen pro Woche bewirken eine deutlich vielfältigere Darmflora als nur zehn.

Neben der Ernährung haben auch Bildung, Bewegung, Nichtrauchen, Freundschaften einen Einfluss auf Depressionen. Es gibt Studien, die Heilung durch richtige Ernährung (ca. 32 Prozent nach zwölf Wochen) zeigen. Aber auch durch Ernährungsberatung werden Besserungen erzielt (acht Prozent).

Ernährungsempfehlung

Liwinski empfiehlt auf den Teller: Die Hälfte saisonale, eventuell regionale Gemüse und Früchte, ein Viertel Vollkorn und Kartoffeln (Vollkornbrot, Haferflocken, Naturreis), ein weiteres Viertel Eiweiss (Hülsenfrüchte, Nüsse, Eier, Milchprodukte, Fisch). Dazu soll man Wasser trinken und Raps- oder Olivenöl verwenden.

Studien zeigen, dass es in Australien, Japan und im Mittelmeerraum weniger Depression und Angst gibt, da dort traditionelle Kost gegessen wird. Unsere westliche, oft hochverarbeitete Standardkost, bewirkt mehr psychische Belastung und die entzündungsfördernde Kost erhöht das Depressionsrisiko. Zudem wird mehr gegessen, was zu Übergewicht und Beschwerden führt.

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