Es knistert vom ersten bis zum letzten Schritt

Bühne Liestal «En köschtliche Tod» in der Aula der Gewerbeschule

«En köschtliche Tod» bietet spannende Unterhaltung und viel schwarzen Humor. Foto: B. Asper
«En köschtliche Tod» bietet spannende Unterhaltung und viel schwarzen Humor. Foto: B. Asper

Die Bühne Liestal bringt einmal mehr wunderbares Theater in die Aula der Gewerbeschule. Mit der diesjährigen Produktion «En köschtliche Tod» fordern die Schauspieler die Zuschauer in der Beobachtungsgabe, bieten aber auch süffisante Unterhaltung.

Im kleinen englischen Dorf Chipping Cleghorn jagt ein makaberes Zeitungsinserat den Bewohnern einen Schrecken ein: «Ein Mord wird hiermit angekündigt. Er wird am Freitag um 18.30 Uhr in Little Paddocks verübt. Freunde und Bekannte sind herzlichst eingeladen, daran teilzunehmen.» Letitia Blacklock, die Besitzerin von Little Paddocks, versucht zu beruhigen: «Welch schlechter Scherz». Sie rechnet nun aber erst recht damit, am Abend Gäste zu empfangen. Natürlich erscheinen ein paar Neugierige in Little Paddocks unter fadenscheinigem Vorwand. Im Wohnzimmer treffen sie aufeinander. Plötzlich geht das Licht aus, die Tür wird aufgerissen, es fallen Schüsse. Im Flur liegt die Leiche eines schwarz gekleideten Mannes und Mrs. Blacklock hat eine Verletzung am Ohr. Alle Spuren deuten auf einen Tod durch Unfall. Inspektor Craddock hat noch andere Vermutungen, tappt aber im Dunkeln.

Der Zufall will es, dass Miss Marple in der Stadt weilt. Die scharfsinnige, alte Dame liebt es, ihre Nase in Angelegenheiten zu stecken, die sie eigentlich gar nichts angehen. Und die Aufklärung der Morde – im Verlauf des Stückes kommt es zum zweiten mysteriösen Todesfall – wird zum Nervenkitzel. Das Gift war nicht in der köstlichen Torte, sondern im vermeintlichen Mittel gegen Kopfschmerzen. Die Hinweise, die zur Aufklärung führen, sind überall auf der Bühne versteckt, vorwiegend im Dialog. Wer genau hinschaut und scharf kombiniert, wird Miss Marple dicht auf den Fersen sein.

Auf jeden Fall knistert es vom ersten bis zum letzten Schritt. Geboten wird aber auch köstliche Unterhaltung. In gewohnter Manier der englischen Erfolgsautorin Agatha Christie bleibt der schwarze Humor nicht auf der Strecke.

Mit dem anspruchsvollen Stück der Königin des Krimis haben die Schauspieler einmal mehr die Erwartungen hoch angesetzt. Der tosende Beifall an der Premiere brachte die Bestätigung, dass der Bühne Liestal ein Meisterwerk gelungen ist. Dafür sorgte vor allem auch der erfahrene Regisseur Alex Truniger. Er hat die Dialektbearbeitung des Originals «A murder is announced/ Scherz beiseite» gemacht und die Schauspieler in der kurzen, aber sehr intensiven Vorbereitungszeit dazu gebracht, über sich hinauszuwachsen. Diese bieten mit ihren eigenen Charakteristiken, aber auch mit ihrer Hingabe für die Rollen ein fesselndes Theatervergnügen. «En köschtliche Tod» kann man sich noch bis Ende November zu Gemüte führen. www.buehne-liestal.ch

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