Böse und bittere Schlacht

Lausen Lausen Kulturell mit dem Krimi «Die Deutschlehrerin»  

Susanne Odermatt und Patrick Boog boten ein fesselndes Theaterstück mit vielen unerwarteten Lebenswindungen. Foto: S. van Riemsdijk

Immer noch im 75. Jubiläumsjahr präsentierte Lausen Kulturell zum Auftakt der neuen Saison ein Bühnenstück mit einem fesselnden Beziehungskrimi. Die beiden Schauspieler Susanne Odermatt und Patrick Boog zeigten mit der «Deutschlehrerin» – nach dem Roman der Autorin Judith W. Taschler und in der Bühnenfassung von Thomas Krauss – ein expressives Bühnenstück, das mit überraschenden Wendungen die Spannung bis ins Unheimliche steigern liess. Nach dem verspielt amüsanten Anfang wendet sich der Dialog zwischen den beiden ehemals Verliebten im Verlauf des Stücks allmählich zu einer bösen und bitteren Schlacht – dies im Lausner Gemeindesaal auf engstem Raum. Der Psychothriller mit seinen gefühlvollen Lebenswindungen und all seinen menschlichen Abgründen und Verletzlichkeiten faszinierte dank der herausragenden schauspielerischen Leistung der beiden Rollenspieler bis zum letzten Moment.

Achterbahn widersprüchlichster Gefühle

Die Deutschlehrerin Mathilda Kaminski und der einstige Shootingstar unter den Jugendbuchautoren Xaver Sand waren mal ein Paar. Sechzehn Jahre nach ihrer Trennung begegnet sich das einstige Traumpaar scheinbar zufällig wieder. Vieles ist passiert. Sie nehmen ihr Erzählspiel von früher wieder auf. Mathilde begibt sich in der Fiktion auf gefährliches Terrain und Xaver kontert.

Beide tauchen ab in die Vergangenheit ihrer verlorenen Beziehung und nehmen die Zuschauenden mit auf eine Achterbahnfahrt widersprüchlichster Gefühle, gipfelnd in Liebe und Hass in ihren Extremen. Wer hat das bessere Ende? Was steckt hinter dem mysteriösen Verschwinden eines kleinen Jungen vor 15 Jahren? Und war ihr Wiedersehen wirklich Zufall? Die Geburt von Xavers Sohn nur wenige Monate nach der Trennung und dessen Entführung werden zum Angelpunkt ihrer neuen Begegnung.

Wie eine Zimmerschlacht

Susanne Odermatt und Patrick Boog beeindruckten als Mathilda und Xaver und brachten das Publikum mit der Spiegelung des eigenen Lebens – mit all seinen verpassten Chancen, gelungenen Erfolgen und Enttäuschungen sowie nicht erfüllten Hoffnungen und Erwartungen – zur Ergriffenheit. Der Dialog zwischen den beiden ist konzentriert und so überzeugend, dass das Publikum still und gebannt zuschaute, wie sich die Geschichte zwischen den beiden wie eine entfesselnde Zimmerschlacht bis zum verblüffenden Schluss entwickelte. Es waren teils beklemmende Momente mit einer intensiv geführten Bitterkeit, wobei die beiden Schauspielenden mit ihrer Dynamik und Mimik die unsichtbare Grenze zum Publikum überschritten, welche zwischendurch um Fassung rang.

Bevor dieses Publikum in die Lausner Nacht entlassen wurde, dankte es den beiden Schauspielern mit einem lang anhaltenden warmen Applaus für ihre beeindruckende Leistung.

Der Einstieg in die neue Saison ist dem Team von Lausen Kulturell um Erica Bachmann und Martin Eichenberger mit diesem Bühnenstück hervorragend gelungen und verspricht bis Ende März 2025 wieder kulturelle Unterhaltung auf hohem Niveau.

Programm unter www.lausenkulturell.ch.

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