Ein Fasnachtssujet mit Ansage
Liestal Die Plakette 2026 thematisiert die defekte Törliuhr

Das Törli, Liestals Wahrzeichen, stand im vergangenen Jahr ganz besonders im Fokus. Da hat nämlich die unter dem Dach angebrachte, über 90-jährige Uhr ihren Dienst versagt und nicht mehr getickt. Und das während rund vier Monaten. Die Rekonstruktion und Beschaffung alter Ersatzteile seien eben langwierig, hiess es aus dem Rathaus. Kopfschütteln in der Bevölkerung wie auch bei Gästen – die Zeit stand sozusagen still. Bissige Kommentare und allerlei Witze machten sodann die Runde. Dass diese «Panne» nun auch an der Fasnacht zum Gespött wird, war zu erahnen und hat Denise Steiner ganz besonders inspiriert. Die defekte Törliuhr kommt jetzt nämlich als Fasnachtsplakette daher. Und das als Sujet «D’Zyt stoht still».
D’Zyt stoht still
Das Fasnachtskomitee hat unter 29 eingegangenen Bewerbungen Denise Steiners Plakettenentwurf zum Besten des diesjährigen Wettbewerbs erkoren. Dazu Komitee-Obmann Martin Klaus: «Wir haben einem Sujet den Zuschlag gegeben, das die Liestaler Bevölkerung ganz nahe bewegt.» Und das ist der 50-jährigen Polizistin und ausgebildeten Grafikerin mit dem Abbild des auf 12 Uhr stehenden Zifferblatts eindrücklich gelungen. Für den fasnächtlichen Touch sorgt dabei der Chienbäseträger, der in der Rolle des Drachentöters Ritter Georg auf der Uhr steht und seinen Chienbäse im Feuerspuk des Drachen anzündet. Eine gut gelungene Symbolik auf der klar gestalteten Plakette, der aber optisch etwas der fasnächtliche Biss fehlt. Im sinnbildlich und witzig formulierten Plakettentext bringt Denise Steiner das eigentlich antizyklische Sujet der stillstehenden Zeit sodann wohlklingend in einen positiven Kontext zur heute so schnelllebigen Zeit: «Haltet doch au mol inne, in dere Zyt, wo so schnäll duet vergoh, lueget euch ume und düend alles für eimol hinter euch loh.» Ein schöner Aufruf zur kommenden Fasnacht!


