Beide profitieren vom Tausch
Liestal Der Bürgergemeinde-Werkhof zügelt ins alte Feuerwehrmagazin
Die Bürgergemeinde Liestal sucht schon lange nach einem neuen Standort für ihren Werkhof. Das bisherige Areal an der viel befahrenen Rosenstrasse ist zwar zentral gelegen, hat aber auch seine Nachteile. Für die grossen Fahrzeuge ist die Ausfahrt nicht ideal und beim Weihnachtsbaumverkauf wird manchmal der Parkraum knapp. Mit dem Bau der neuen Rettungswache beim Altmarkt (die ObZ berichtete) ist kürzlich ein Ort frei geworden, der bestens für die Bedürfnisse der Bürgergemeinde geeignet ist, nämlich das alte Feuerwehrmagazin an der Gasstrasse. Der Umzug soll bereits im April erfolgen.
Wie diese pragmatische Lösung zustande kam, darüber informierten vergangene Woche die Stadt Liestal und die Bürgergemeinde gemeinsam. Es handelt sich um einen Landabtausch, von dem beide Seiten profitieren: Die Bürgergemeinde erhält das alte Feuerwehrmagazin, die Stadt den bisherigen Bürgergemeinde-Werkhof.
Stadtplanerisch ist das laut Stadtrat Lukas Felix sehr interessant für Liestal, denn das zentrale Grundstück ist umgeben von Gemeindeland und somit entscheidend für die weitere Entwicklung. Oberhalb befindet sich der Friedhof und links davon ein Schulraumprovisorium. Wenn beim Frenke-Schulhaus ums Jahr 2030 wie vorgesehen neuer Schulraum entsteht und das Provisorium nicht mehr benötigt wird, kann ein zusammenhängendes Gebiet in die neue Entwicklungsplanung eingezogen werden. Für eine allfällige Verbreiterung der Rosenstrasse ist es ebenfalls gut, genug Landreserven zu haben.
Technisch gesehen handelt es sich bei der pragmatischen Lösung um einen Landabtausch. Die Bürgergemeinde wird lediglich 400 000 Franken an die Stadt zahlen, da sich der Verkehrswert des Feuerwehrmagazins (4100 Quadratmeter) auf 5,1 Millionen Franken beläuft, während der Wert des Bürgergemeinde-Werkhofs (3710 Quadratmeter) 4,7 Franken beträgt.
Zunächst müssen allerdings noch der Bürgerrat, der Einwohnerrat (voraussichtlich Ende Februar 2027) und die Stimmbevölkerung zusagen. In der etwa zweijährigen Übergangszeit bis zum Abschluss des Prozesses wird die Bürgergemeinde für das Feuerwehmagazin eine Miete zahlen.
Für Stadtpräsident Daniel Spinnler ist es eine sehr gute Lösung für beide Seiten: «Bürgergemeinde und Stadt arbeiten sehr gut zusammen und gehen bei guten Projekten Hand in Hand.»
Franz Thür, Präsident der Bürgergemeinde, freut sich darauf, dass die Betriebsabläufe am neuen Standort zentralisiert werden können. Beispielsweise kann die Weihnachtsbeleuchtung, die zurzeit an einem Aussenstandort untergebracht ist, künftig an der Gasstrasse gelagert werden. Das Gebäude könnte in der heutigen Form übernommen werden und müsste nur im Innern mit kleineren baulichen Massnahmen angepasst werden.
Als Alternative zur jetzigen Lösung hatte ein Postulat von 2024 angeregt, dass die Stadt mit ihrem eigenen Werkhof ins Feuerwehrmagazin zieht, allenfalls gemeinsam mit der Bürgergemeinde. Die Stadt hielt es jedoch nicht für sinnvoll, den funktionierenden Stadtwerkhof aufzugeben.






