Ein Ort mit industrieller Ausstrahlung

Lausen Das Trocknungshaus der Papiermühle Lausen ist saniert worden 

Das sanierte Trocknungshaus öffnet anlässlich einer Kunstausstellung seine Türen für die Bevölkerung.Fotos: M. Schaffner

Das sanierte Trocknungshaus öffnet anlässlich einer Kunstausstellung seine Türen für die Bevölkerung.Fotos: M. Schaffner

Ein spezielles Detail: die Klemmschienen, an denen früher Karton zum Trocknen aufgehängt wurde.

Ein spezielles Detail: die Klemmschienen, an denen früher Karton zum Trocknen aufgehängt wurde.

Offenes Gebälk schafft ungewöhnliche Sichtverbindungen.

Offenes Gebälk schafft ungewöhnliche Sichtverbindungen.

Treppen und Treppchen im ganzen Haus.

Treppen und Treppchen im ganzen Haus.

Industriehistorischer Charme im Dorfkern.

Industriehistorischer Charme im Dorfkern.

Es ist eine spezielle Hausführung in einem besonderen Gebäude. Über enge Treppen, Wendeltreppen, gezimmerte Holztreppen steigen die besucher/-innen vom düsteren Keller bis zum Dachstock empor, und wenn sie meinen, dass sie zuoberst angelangt sind, führt nochmals ein Weg weiter bis ganz unter den Giebel. Zwischenböden und Galerien, mit Geländern gesichert, erlauben überraschende Sichtverbindungen, die schmalen Fenster geben den Blick auf die Dächer und Mauern des Lausner Dorfkerns frei. Von Stock zu Stock wechselt die Atmosphäre der Räume: rustikal, funktional, wohnlich, da rauer Boden und Putz, der kunstvoll von den Wänden blättert, dort topmodern saniert. Und überall erinnern Details an die Geschichte des Hauses, seien es die Deckenbalken, seien es Backsteinmauern, die bewusst frei gelassen wurden. Auffällig sind die hölzernen Schienen, an denen früher der Karton aufgehängt wurde, der in Lausen produziert wurde.

Die alte Papiermühle Lausen, genauer gesagt das ehemalige Trocknungshaus oder «Egghuus», ist nach umfangreichen Renovierungsarbeiten seit letzter Woche erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Pala AG, Liestal, hat 2022 einen Teil des seit 40 Jahren brach liegenden Areals übernommen, mit dem Ziel, die Gebäude zu sanieren, aber ihren industriellen Charakter zu bewahren. Ab Mai werden die in Zusammenarbeit mit Bähler Christen Architekten AG aus Liestal erstellten Loftwohnungen und Gewerberäume im 1768 erbauten «Egghuus» bezugsbereit sein.

Kunstausstellung

Der erste Einblick für die Bevölkerung wurde gleich mit einer Kunstausstellung verbunden. Noch bis zum 21. April (Öffnungszeiten siehe pala-ag.ch) können im und um das verwinkelte Haus verschiedene Kunstwerke von regionalen Künstler/-innen entdeckt werden. Beispielsweise monströse Skultpuren und Gemälde von Willy Suter im Kellerdunkel, grüne Stäbe von David De Caro in einem sanierten Wohnraum, ein Hunde-Fotodruck von Ida Bähler im hellen Erdgeschoss, ein Akt in Acryl von Marline Bähler, der an einem halb verputzten Backsteinpfeiler hängt, oder eine Videoinstallation von Linda Wunderlin vor unverdeckten Hausinstallationen. Auch die übrigen Werke von Rudolf Tschudin, Peter Thommen, Julia Maria Taras, Flavian Naber, Christian Kessler, Manfred Cuny, Bernhard Bossard und Carol Sutter fügen sich bestens in die industriehistorische Umgebung ein und unterstreichen die Ausstrahlung des ungewöhnlichen Ausstellungsorts. Leider bleibt das Ausstellungsprojekt eine einmalige Angelegenheit: Ab Mai werden vier Wohnungen und die vier Gewerberäume zur Vermietung ausgeschrieben.

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