Eine Zeitreise ins Morgen

Liestal Eine öffentliche Besichtigung gab Einblicke in den Betrieb und die Zukunft der Deponie Höli

Informationsaustausch auf der DeponieFoto: zVg
Informationsaustausch auf der DeponieFoto: zVg

Auf Wunsch von Interessierten organisierte die Bürgergemeinde Liestal eine öffentliche Begehung der Inert-B-Deponie auf dem Schleifenberg. So durfte Franz Thür, Präsident der Bürgergemeinde Liestal und im Projektteam für die Erweiterung «Höli+» 20 «Deponie-Neugierige» am 4. April bei der Bärenwaldhütte begrüssen. Peter Siegrist und Hans Ruedi Schafroth (ehemalige Bürgerräte und aktiv während der Planung und Start der Deponie) unterstützten die Ausführungen und Erklärungen mit Expertise und Anekdoten von früher (Idee 1994, Planungsstart 2002, Eröffnung 2010).

Die Teilnehmenden marschierten zur Aussichtsplattform bei der Bärenwaldhütte, wo man ab 2012 einen informativen Blick in den Aufbau und Füllung der Deponie werfen konnte. Heute steht man dort vor einem jungen, gesunden und dem Klimawandel angepassten, abwechslungsreichen Wald. Die Natur hat mit Unterstützung der Forstverwaltung ihren Job richtig gemacht.

Angekommen auf dem heutigen Plateau sieht es anders aus. Es ist eine Baustelle! Dort sieht man die Einbringung von nicht mehr rezyklierbaren mineralischen Baustoffen und leicht belastetem Aushubmaterial. Da dieses Material sehr fein ist, muss es in Kompartimente eingebaut werden, sodass die Stabilität der Deponie weiterhin zu 100 Prozent garantiert bleibt. Der Kanton (AIB) wirkt als Bewilligungsinstanz für jede LKW-Ladung und übernimmt auch die Kontrolle des deponierten Gutes.

Auf dem höchsten Punkt erklärte Franz Thür den ungefähren Verlauf der geplanten Erweiterung «Höli+» über die nächsten rund 40 Jahre. Das Projekt durchläuft momentan gerade die verschiedenen Bewilligungs- und Prüfungsphasen.

Bei der neuen Deponie sind Investitionen von 60 Millionen Franken nur für die mineralische Abdichtung und den Rohrleitungsbau für die Fassung und Messung des Sickerwassers vorgesehen (könnte bei Bedarf vor Ort behandelt werden). Der Betrieb der Inertstoff-B-Deponie wird während der Befüllungszeit Steuereinnahmen für Kanton BL und Stadt Liestal generieren. Dazu erhält die Stadt Liestal eine Inkonvenienzentschädigung pro Tonne und sie legt auch die jährliche Maximalmenge des deponierbaren Materials fest. Vor allem aber erzielt die Bürgergemeinde Liestal damit die nötigen Einnahmen, um den defizitären Wald (1025 ha; heute mehr und mehr Freizeitpark) fachgemäss zu bewirtschaften.

Dieser Besuch vor Ort mit den umfassenden mündlichen Informationen hinterliess bei allen Teilnehmenden einen guten Eindruck über die Komplexität des Deponie- und Renaturierungswesens. Giovanni Bonavia, Liestal

Weitere Infos und virtueller Rundgang durch die Deponie auf www.bgliestal.ch/wald/deponie_hoeli_plus

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