Heiter-ernste Hommage an Charlie Chaplin

«Modern Times» Grossartiges Gastspiel des NOB

Das Sophie Blocher Haus in Frenkendorf.Foto: zVg

Das Sophie Blocher Haus in Frenkendorf.Foto: zVg

Dirigent Christian Knüsel mit dem Neuen Orchester Basel (NOB) nimmt den wohlverdienten Applaus für die grossartige Hommage an den unvergesslichen Charlie Chaplin in seinem Film «Modern Times». Foto: U. Handschin

Dirigent Christian Knüsel mit dem Neuen Orchester Basel (NOB) nimmt den wohlverdienten Applaus für die grossartige Hommage an den unvergesslichen Charlie Chaplin in seinem Film «Modern Times». Foto: U. Handschin

Das Neue Orchester Basel unter der Leitung seines Leiters und Dirigenten Christian Knüsel ist bekannt für immer neue originelle, unterhaltsame Konzertideen. So auch diesmal mit der Würdigung von Charlie Chaplin mit seinem 1936 entstandenen Film «Modern Times».

In der reformierten Kirche Liestal an die Wand projiziert und untermalt mit der einfühlsamen Filmmusik von Chaplin, vom NOB live gespielt, war diese Vorstellung höchst vergnüglich trotz allem Ernst der dramatischen Situationen und Zuständen, die Chaplin in seinem Stummfilm höchst eindrücklich darzustellen wusste. Arbeitslosigkeit, Streiks, Armut, Hoffnungslosigkeit, Arbeitsstress ob in Fabriken am Laufband oder an anderen Arbeitsstellen. Burnout wegen Druck am Arbeitsplatz ist auch heute wieder aktuell, wie Christian Knüsel bei der Begrüssung und Einleitung bemerkte und darum vielen Menschen bekannt. Chaplin wusste mit seinem Schalk, seiner virtuosen Mimik, trotz Tolpatschigkeit mit seiner Hilfsbereitschaft und Liebenswürdigkeit immer wieder Hoffnung zu wecken und damit sowohl bei seinen Filmpartner/-innen, wie auch dem Publikum ein Lächeln und Heiterkeit zu entfachen.

Vielsagend auch der Animationskurzfilm von Lilian Dolder und Silvia Arbogast mit den überbordenden To-do-Post-it-Zettelchen im ersten Teil des Konzerts, das dann klangmalerisch überging zu «Paralipomena», einem 2023 entstandenen Konzertstück in fünf Miniaturen nach Chaplin, Gershwin und Stravinsky, komponiert von Adrian Brenneisen (*1999). Virtuos interpretierten die Musiker/-innen die fünf Sätze: «Vom Denken», «Vom Leben», «Von der Erinnerung», «Interludium: Vom Vergessen», «Epilog: Vom Verklingen». Noch gut sichtbar, das Orchester, bevor es dann dunkel wurde für den Film.

Das Baselbieter Publikum dankte für diesen heiter-ernsten Hochgenuss dieses Abends in der Kantonshauptstadt mit voller Kirche und grossem Applaus.

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