Sie beeindruckten damals die Experten

1966–2026 Der erste Baselbieter Maturjahrgang traf sich zum 60-Jahre-Jubiläum in Liestal

Über 30 ehemalige Gymnasiast/-innen des ersten Baselbieter Maturjahrgangs kamen in Liestal zusammen.Fotos: M. Schaffner

Über 30 ehemalige Gymnasiast/-innen des ersten Baselbieter Maturjahrgangs kamen in Liestal zusammen.Fotos: M. Schaffner

Elisabeth Rudin bei ihrer Ansprache.

Elisabeth Rudin bei ihrer Ansprache.

«Es ist wirklich erfreulich, von allen ausser einem haben wir eine Antwort bekommen», sagte Elisabeth Rudin am Donnerstag vor einer Woche. 32 ehemalige Maturandinnen und Maturanden des ersten Baselbieter Maturjahrgangs waren dem Ruf des vierköpfigen OKs – bestehend aus Elisabeth Rudin, Walter Stutz, Rolf Zaugg und Jörg Schild – gefolgt und verbrachten im Restaurant Kaserne in Liestal einen schönen Tag zum 60-Jahre-Matur-Jubiläum mit Essen und angeregten Gesprächen. Die Menükarte hatte Elisabeth Rudin mit einem Bild aus dem Skilager gestaltet, das sie in einem alten Fotoalbum gefunden hat.

Insgesamt 52 Absolvent/-innen, davon 23 Frauen und 29 Männer, konnten am 24. September 1966 in Liestal ihre Zeugnisse entgegennehmen. 38 von ihnen leben noch, 14 sind in der Zwischenzeit gestorben. «Das war für mich das Erschütterndste, als ich die Adressen zusammensuchte», meinte Rolf Zaugg. Für die Anwesenden sei das Jubiläum aber eine tolle Sache – und auch für den Kanton Baseland.

Das Gymnasium Liestal, das 1963 im alten Spital, in der «Pfrund», eröffnet wurde, war der erste Ort im Baselbiet, an dem die Matur gemacht werden konnte. Später folgten die Gymnasien München, Muttenz und Oberwil. Rolf Zaugg ist überzeug, dass 90 Prozent des ersten Jahrgangs nicht ans Gymnasium gegangen wären, wenn sich nicht die Gelegenheit dazu in Liestal geboten hätte. Bei ihm selber war es so, dass seine Eltern stolz über eine KV-Lehre in Liestal gewesen wären, aber sein Klassenlehrer gemeint habe, «dass der Rolf ans Gym muss». Die Selektion war für den ersten Jahrgang jedoch besonders streng, denn das neue Gymnasium Liestal musste sich erst noch die eidgenössische Anerkennung verdienen. «Gerade im Typus C wurde grausam gesiebt», erinnert sich Rolf Zaugg. Von 21 seien am Schluss noch acht übrig geblieben.

Josua Oehler, Typus D, hat das ähnlich erlebt: «Die Lehrer haben uns immer ein bisschen Angst gemacht, weil sie gut dastehen wollten.» Das habe ihn zwar beeindruckt, aber er sei trotzdem «ganz cool» an die Prüfung gegangen. «Sie haben es geschickt gemacht», ergänzt Rolf Zaugg: Die Professoren, die für die Anerkennung zuständig gewesen seien, seien auch als Experten an den Prüfungen eingesetzt worden. Die Taktik ging auf: «Sie waren begeistert, was geleistet wurde», so Rolf Zaugg. Ein Jahr später wurde den Absolvent/-innen mitgeteilt, dass ihre Zeugnisse eidgenössisch anerkannt werden, ein Jahr später galt dies auch für den Typ D. Der Kanton Baselland sei übrigens gesamtschweizerisch der erste Kanton gewesen, der den Maturtyp D eingeführt habe, so Zaugg – «eine Erfolgsgeschichte.»

Auch Fred Schweingruber hat die D-Matur gemacht. Viele Frauen hätten diesen Typus gewählt, weil sie gewusst hätten, dass sie danach direkt ans Lehrerseminar gehen wollten. So hätten alle aus der Klasse, ausser einem, der Arzt geworden sei, «etwas Richtung Schule» gemacht. Die «Buben» aus seiner Klasse träfen sich regelmässig, manchmal auch zusammen mit den «Mädchen». Positiv ist Fred Schweingruber auch das 50-Jahre-Jubiläum vor zehn Jahren auf dem Schloss Wildenstein in Erinnerung, damals sei auch ein Lehrer dabei gewesen.

In der «Pfrund» blieb das Gymnasium nur ein Jahr, später wurde es in die Pavillons verlegt, die an der Rosenstrasse und an der Kasernenstrasse immer noch bestehen, bis schliesslich der Neubau an der Friedensstrasse erstellt wurde.

Viele der 52 Maturand/-innen von 1966 haben als Lehrkräfte gearbeitet, auf sämtlichen Schulstufen, ausserdem hat der Jahrgang einen Landschreiber, einen Kantonschemiker, einen Kantonsgeologen und einen Kantonsgeometer hervorgebracht sowie mit Jörg Schild einen Regierungsrat, allerdings für den Kanton Basel-Stadt.

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