Treue Kulturfans im 75. Jahr

Jubiläum Der Verein Lausen Kulturell erfreut sich eines hohen Publikumszuspruchs

Lausen-Kulturell-Teamleiterin Erika Bachmann und Teammitglied Martin Eichenberger im Lausner Gemeindesaal.Foto: S. van Riemsdijk

Lausen Kulturell ist mit seinem Konzept äusserst erfolgreich unterwegs. Mit ihren Veranstaltungen – in der Regel fünf pro Jahr mit mindestens einem Konzert, Theater, Kabarett und Vortrag – füllen die Veranstalter meistens den Gemeindesaal, wo um die hundert Personen Platz haben. Für grössere Events wird in die gegenüberliegende Aula Mühlematt ausgewichen. Die Corona-Zeit, während der gewisse Veranstaltungen nicht durchgeführt werden konnten, wurde gut überstanden: «In letzter Zeit hatten wir immer volles Haus», sagt Gesamtleiterin Erika Bachmann.

Das Publikum sei bei der Kollekte tendenziell sogar grosszügiger geworden, stellt sie fest. Damit spricht sie eine Eigenheit von Lausen Kulturell an: Alle Veranstaltungen sind kostenlos, mit einer Kollekte als «freiwilligen Austritt», die zur Finanzierung wichtig ist. Ein Ticketing-System einführen will Erika Bachmann bewusst nicht: «Jeder soll sich Kultur leisten können.» Ausserdem wäre es organisatorisch gar nicht zu stemmen. Aus demselben Grund gibt es keinen Getränkeverkauf – stattdessen erhält jeder Gast gratis eine Wasserflasche. Lausen Kulturell macht mit wenig Geld tolle Events. Allerdings sei die Suche nach Sponsoren, ohne die das Programm nicht realisierbar wäre, relativ aufwendig und geht nur über persönliche Kontakte.

Hoch engagierte Teammitglieder

Im 75. Jahr ist Lausen Kulturell finanziell solide unterwegs: Der Grundsatz lautet, dass so viel Geld auf dem Konto sein muss, dass eine komplette Saison ohne Zusatzeinkünfte bestritten werden könnte. «So kommen wir eigentlich ganz gut über die Runden», meint Erika Bachmann. Sie ist sich aber bewusst, dass alles teurer wird und die Gagen, besonders von professionellen Kulturschaffenden, gestiegen seien. Sie freut sich, dass es gelungen sei, die Qualität der Veranstaltungen kontinuierlich zu steigern.

Organisatorisch hängt vieles an der Person der Gesamtleiterin. Aber sie kann auf ein hoch engagiertes Team zählen, wie sie unterstreicht. Einmal im Jahr treffen sich die vier Mitglieder, um das Programm zu besprechen: «Alle Ideen werden auf den Tisch gelegt und dann jassen wir das neue Programm aus», erzählt Erika Bachmann. Es bedeute schon viel Arbeit, fünf Anlässe zu organisieren. Nach den Auftritten gebe es immer wieder Situationen, wie mit «zapzarap» vor zwei Wochen (die ObZ berichtete), in denen sich alle einig seien: «Wow, das war genau so, wie wir es wollen!»

Steppin Stompers und Oli Oesch, Kurt Mohler und Hanspeter Latour

Als nächstes stehen zwei grosse Jubiläums-Events an: Am 29. Februar spielen die Steppin Stompers mit Adam Taubitz, Geige, Adrian Schäublin, Klavier und Frontsänger Oli Oesch (Ex-Sänger von «Back to»). Erika Bachmann rechnet mit einem grossen Publikumsaufmarsch und toller Stimmung.

Am 21. März heisst es dann: «Natur mit Latour». Der bekannte Naturbeobachter und Referent Hanspeter Latour aus der Region Thun trifft auf den einheimischen Vortrags-Routinier und Filmer Kurt Mohler. Es war die Idee von Erika Bachmann, die Beiden zusammenzubringen. Als sie vernahm, dass sie zusammen Waldkäuze beringt haben, fragte sie Hanspeter Latour an, ob er sich vorstellen könnte, in Lausen aufzutreten, und so sei die Idee real geworden, sagt Erika Bachmann ein bisschen stolz. Dank den beiden Referenten rechnet sie jetzt schon mit einem Grosserfolg: «Mohler ist ein Dorforiginal – die Leute kommen wegen ihm – und Latour zieht sowieso.»

«Solange wir können, machen wir so weiter.»

In der Geschichte von Lausen Kulturell gibt es einige Veranstaltungen, die Erika Bachmann, die seit elf Jahren Gesamtleiterin ist, besonders in Erinnerung geblieben sind. Unter anderem das 70-Jahr-Jubiläum mit den «Stimmakrobaten A-Live», die eigentlich viel zu teuer gewesen seien, die sie aber unbedingt im Programm haben wollte. «Es war ein mega Anlass, das Publikum ging sehr gut mit, es hat total gfägt», erinnert sich Erika Bachmann. Oder «Divertimento» im Jahr 2005, die damals noch unbekannt waren und später zu Stars wurden. Noch heute sage man im Team scherzhaft, sie seien nur so gut geworden, weil sie damals in Lausen aufgetreten seien.

Erika Bachmann blickt mit einem guten Gefühl in die Zukunft. Das Publikum sei zwar eher im mittleren bis älteren Alter, aber darin sieht sie kein Problem. «Solange wir können, machen wir so weiter.» Der Rest werde sich ergeben. «Ich wünsche mir noch ein oder zwei Personen, die mithelfen und es auch lässig fänden, auch in fünf Jahren wieder ein Jubiläum zu feiern.»

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