Wasser, Strassen- und Grünpflege für ein vitales Stedtli
Liestal Aufgaben des Bereichs Tiefbau der Stadt Liestal
Seit zehn Jahren sorgt Martin Strübin als Leiter Tiefbau mit aktuell 31 Mitarbeitenden, davon sechs Frauen, dafür, dass die Strassen, Wege und Brücken Liestals gut unterhalten, die Grünanlagen und öffentlichen Flächen gepflegt und gereinigt werden, der Winterdienst (Schneeräumung und Glatteisbekämpfung) geleistet werden kann und der Betrieb der Sammelstellen und Entsorgungsaufgaben sichergestellt werden. Ausserdem gehören der Unterhalt der Infrastruktur, wie die Wasser- und Abwasseranlagen, die Betreuung der Sport- und Freizeitanlagen, das Anbringen von Signalisationen und Markierungen und die Unterstützung bei Veranstaltungen und Logistikaufgaben der Stadt zum grossen Aufgabenportfolio. Für eine gute Führung und Dienstleistungserbringung sind grosses Fachwissen, die Präsenz bei den Abteilungen, bei der Politik und Bevölkerung und Kenntnisse in Projektierung sehr wichtig.
Mitarbeitende im Tiefbau üben mehrheitlich handwerkliche Berufe (Strassenbau, Gartenbau, Betriebsunterhalt, Maschinenführung, usw.) aus. Die Arbeit ist meist abwechslungsreich und umfasst viele Arbeiten im Freien, Bereitschaftsdienste (Winterdienst) und den Umgang mit Fahrzeugen und Maschinen. Das Team wird durch die Abteilungen Projektierung und Logistik ergänzt, welche technisch-administrativ unterstützen.
Die Dienstleistungen der Abteilungen im Tiefbau Liestal werden in fünf Abteilungen mit entsprechenden Kompetenzen, selbstwirksamem Tragen der Verantwortung und mit Vertrauen in die Umsetzung erbracht. Die Leistungen werden von der Bevölkerung meist geschätzt. Je nach Thema gibt es auch kontroverse Meinungen, vor allem zum Verkehr. Viele Änderungen benötigten eine verkehrspolitische Anordnung und somit ist nicht alles sofort umsetzbar. Lob gibt es immer mal wieder für den Blumenschmuck, für die Bänke in der Rathausstrasse und insgesamt für die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeitenden. Es ist auch Dankbarkeit spürbar, vor allem, wenn manchmal Extra-Einsätze geleistet werden, zum Beispiel, wenn ein Schlüsselbund aus einem Schacht gerettet wurde.
Die Mitarbeitenden des Tiefbaus halten sich an das Dienstleistungs-Reglement und die Verordnungen und arbeiten innerhalb der vorgegebenen Regeln und Grenzen.
Einwohnende können direkt in den Werkhof kommen, um Material abzuholen (zum Beispiel Miete von Festgarnituren und Absperrmaterial).
Gute Infrastruktur für die Bevölkerung
Ziel ist, dass es der Bevölkerung von Liestal mit den beauftragten Diensten gut geht. Die Dienstleistungen werden unabhängig von der Struktur der Einwohnenden erbracht und die Kosten sollen so niedrig wie möglich gehalten werden (zum Beispiel mit der Spezialfinanzierung von Wasser und Abfall). Das Jahresprogramm und das jeweilige Budget geben die Richtung für die Arbeit vor. Die Mitarbeitenden verfolgen und unterstützen die Ziele mit ihrem Fachwissen, dem effizienten Einsatz der Maschinen und ihrer Arbeitskraft.
Wenn Anlageteile oder Dienstleistungen ausfallen, merken dies die Einwohnenden vor allem bei Wasserrohrbrüchen oder bei Problemen mit der Abfallentsorgung. Littering ist immer ein Thema, das allerdings bereits 1979 das Sujet einer Fasnachtsclique war, also ist es kein neues Problem, sondern ist abhängig vom jeweiligen Konsumverhalten, das tendenziell zunimmt.
Ein heisserSommer
Die aktuelle Hitze und Trockenheit ist für den Tiefbau herausfordernd. Der Grundwasserstrom ist etwas gesunken und Regen ist willkommen. Die Oberflächen müssen gut gepflegt und die Bewässerung sinnvoll eingesetzt werden. Es gibt in Liestal viele jung gepflanzte Bäume, die gewässert werden müssen und der Fussballplatz-Rasen muss mit Wasser versorgt werden, damit er nicht verbrennt.
In den Sommerferien ist auch vermehrt Personal in den Ferien. Dennoch sind rund 1200 Bäume zu wässern und zu pflegen. Die Schulanlagen müssen im Gartenbereich bestellt werden und Baustellen mit Belagsarbeiten sind in der warmen Zeit durchzuführen.
In der aktuell heissen Sommerzeit wird der Arbeitsbeginn auf sechs Uhr vorverlegt, um eine Stunde früher Feierabend zu erreichen. Dies wird von den Mitarbeitenden begrüsst. Bei Hitze werden auch mal Überstunden eingezogen. Dies erfolgt, im Gegensatz zu Büroarbeiten, immer betriebsbezogen und im Sinne der Arbeitsbelastung. Die Mitarbeitenden des Tiefbaus stellen hier die eigene Flexibilität zugunsten der Witterung in den Vordergrund.
Die Vorgaben und Empfehlungen der Suva zum Verhalten bei Hitze werden regelmässig geschult, es wird Material wie Helme, Hüte, Nackenschutz, Sonnenbrillen und Sonnencreme gestellt und natürlich wird zum Trinken angehalten. Für die Arbeiten ist es besonders wichtig, gesunde Mitarbeitende einsetzen zu können. Immerhin sitzt der Fahrer der Wischmaschine in einer klimatisierten Kabine.
Die grössten Einsätze im Jahr
Der Einsatz der Mitarbeitenden an der Fasnacht und insbesondere für den Chienbäse-Umzug ist etwas Besonderes und fordert jedes Jahr enorm. Es wird eine ausgefeilte Vor- und Nachbereitung mit einem 108-Punkte-Plan verfolgt. Die Veranstaltungen werden in enger Zusammenarbeit mit verschiedensten Organisationen, immer mit dem Fokus auf Sicherheit und Ordnung, begleitet.
Der Abfall an der Fasnacht wird bei Regen fast doppelt so schwer und wenn es windig ist, brauchen die Aufräumarbeiten viel länger, weil die Konfettis ständig verweht werden. Generell wird nach dem Umzug nachts um ca. 3.30 Uhr mit der Reinigung und Verkehrsumstellung begonnen, so dass bis spätestens zehn Uhr möglichst wieder der Normalzustand erreicht wird. Bei windigen Verhältnissen kann dies bis zu zwei Stunden länger dauern.
Interessant waren die Aufnahmen mit einer Drohne vor zwei Jahren, die die Arbeit filmte, so dass man den Ablauf genau analysieren konnte. Der Einsatz an Veranstaltungen und im Winterdienst benötigt gute Arbeit auf den Maschinen, damit effiziente Leistungen erbracht werden können. Im Winter wird im Härtefall auch externes Personal, das mit einem Pikettvertrag ausgestattet ist, eingesetzt. Die Einsätze im Winterdienst sind manchmal herausfordernd und bedingen gute Planung. Manch erfahrener Winterdienst-Mitarbeiter hat ein Gespür für kommenden Schnee und sorgt freiwillig für entsprechende Bereitschaft. Die Arbeitsbereitschaft und Fitness der Mitarbeitenden ist in Liestal auf einem guten Level.
Projekte rund um die wertvollen Anlagen
Der Wert der Gemeindestrassen wird mit 88 Millionen Franken beziffert und es werden circa zwei Prozent davon pro Jahr für die Werterhaltung benötigt.
Es sind bis circa 30 Projekte in Arbeit, die jeweils im Fünf-Jahresprogramm erwähnt werden. Derzeit sind drei Projekte im Bau, an der Industriestrasse, Spitalstrasse und die Sanierung der Weihermattbrücke. In der Projektierung im Tiefbau werden Trinkwasserleitungen, Fernwärme, Gas und Datenverkabelungen mit dem Strassenbau koordiniert und kombiniert. Die Sanierung der A22 wird in einer Arbeitsgruppe behandelt.
Der Tiefbau nutzt auch die aktuellen Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz (KI), zum Beispiel für grafische Darstellungen, Zusammenfassungen und Grafiken auf grossen Plakaten.
Wasser ist «blaues Gold»
Als wichtigstes Lebenselixier wird Wasser auch als «blaues Gold» bezeichnet. Der bewusste Umgang und Schutz dieser wertvollen Ressource ist essenziell. Brunnenmeister Pascal Fischer sorgt mit seinen Mitarbeitenden für die Wasserversorgung der Stadt Liestal. Dazu gehören der Betrieb und Unterhalt aller Anlagen (drei Grundwasserpumpwerke, zwei Quellwasserpumpwerke, sechs Reservoirs, ca. 500 Hydranten und 40 öffentliche Brunnen).
Die Wasserversorgung wird von der Betriebsleitstelle gesteuert, die Wasserqualität sichergestellt, die Trinkwasserversorgung in Notlagen ermöglicht und ein Pikettdienst 365 Tage im Jahr gewährleistet. Das Wasserleitungsnetz umfasst ca. 85 Kilometer Transport-, Haupt- und Versorgungsleitungen (exkl. Hausanschlüsse) und die Hauptleitungen sind mittlerweile zu 55 Prozent aus Kunststoff, der gegenüber den Metallleitungen grosse Vorteile hat und die Wasserrohrbrüche minimiert.
Das Leben in Liestal ist lebendig, bunt und vielfältig, auch dank dem Einsatz aller Mitarbeitenden des Tiefbaus Liestal!








