Hanspeter Hauri, der «Dionysos vom Dielenberg»

Oberdorf Der Rebchef des Weinbauvereins Dielenberg tritt nach 17 Jahren ab

Der zurücktretende Rebchef des Weinbauvereins Dielenberg, Hanspeter Hauri. Foto: Guido Schärli
Der zurücktretende Rebchef des Weinbauvereins Dielenberg, Hanspeter Hauri. Foto: Guido Schärli

Hanspeter Hauri waltete fast zwei Jahrzehnte als «Apostel» des griechischen Weingottes Dionysos im Dielenberger Rebberg in Oberdorf. Will heissen, als Rebchef war er «CEO» über ca. 8000 Rebstöcke, die von 30 Freizeitwinzern im Oberdörfer Sonnenhang gepflegt werden. Ende 2019 war nun, nach 17 jähriger Tätigkeit, Schluss.

Die «Kuppel der Kathedrale» seiner rebtechnischen Ausführungen und Kurse war das «Himmelsdach» über dem Dielenberger Rebberg.

Sein «Himmellüpfer Evangelium» verkündete er vor versammelten Räbbuuren mehrmals jährlich, immer exzellent vorbereitet und «bewaffnet» mit Rebschere äusserst kompetent. Ort der Verkündung und zugleich «Kanzel» war der 60 Prozent steile Dielenberger Rebberg.

Für einige Räbbuuren war es manchmal «schwer den falschen Weg zu meiden», um Mephisto in Goethes Faust l zu zitieren.

Der richtige Weg, predigte Hanspeter Hauri, sei: im Frühjahr kurze Fruchtruten anzuschneiden – im Juli eine «Grünernte» durchzuführen – schonendes Auslauben der Blätter um die Traubenzone Ende August – ein umweltschonender Umgang mit Pflanzschutzmitteln – und gezügelte Erträge. Weinqualität entstehe im Rebberg!

Richtig! Die Bemerkung des Schreibers sei an dieser Stelle erlaubt, dass aus einem «wüeschten Maitli» wohl keine Miss Schweiz heranwächst!

«Wein ist einfacher, als man sagt und komplexer, als man denkt.» Wahrlich wahr, diese Worte des englischen Weinkritikers Hugh Johnson.

Hauri verfügte von Berufes wegen über ein immenses «Know-how» bezüglich Rebbau. Seine sympathische und menschliche Art der Wissensvermittlung an die Oberdörfer Räbbuuren verlieh ihm ein hohes Mass an Glaubwürdigkeit. Die Liebe zum Weinbau, speziell zum Dielenberger Rebberg, ist tief in seiner Seele verwurzelt. Bei «Predigten» sprühte pure Leidenschaft aus seinen Augen.

Das erfreuliche Resultat seines «Himmellüpfer-Evangeliums» führte in fast zwei Jahrzehnten dazu, dass im Dielenberger Rebberg jährlich «Top-Traubenqualitäten» in einem immer engeren «range» produziert wurde, als noch vor der Jahrtausendwende.

Es ist eine Pflicht, Dir Hanspeter im Namen aller Oberdörfer Räbbuuren ganz herzlich Dankeschön zu sagen.

Und es geht auf höchstem Niveau weiter. Als neuer Rebchef amtet ab 2020 der junge Adrian Thommen aus Oberdorf. Seiner Erstausbildung als Gartenbauer folgte eine Zweitausbildung als Winzer im renommierten Weingut «Tschäpperli», bei Ueli Bänninger, in Aesch. Es folgte ein fast zweijähriger Aufenthalt in einem Winzerbetrieb im Weingebiet Rheinpfalz in Deutschland, um nun aktuell in der Kellerei «Siebe Dupf AG» in Liestal sein Wissen einbringen zu dürfen und weitere Erfahrungen zu sammeln. Dankeschön Adrian, für das nahtlose Weiterführen der Arbeit in unserem Rebberg als «Apostel des Dionysos.» Das Evangelium bleibt! … die Kathedrale bleibt! … der Apostel wechselt!Prof. Dr. Müller-Mehltau

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