Kunst-Zauber im Stedtli

Ville des Arts Vernissage zur Biennale «Ville des Arts» im Pfarrhof Waldenburg

Kurator Pt Whitfield und Kuratorin Sibylla Dreiszigacker vor dem Bild des kürzlich verstorbenen Gian Pedretti.Fotos: E. Bachmann

Kurator Pt Whitfield und Kuratorin Sibylla Dreiszigacker vor dem Bild des kürzlich verstorbenen Gian Pedretti.Fotos: E. Bachmann

Ilona Lend «Das Boot»

Ilona Lend «Das Boot»

Hans Thomann «Rückgrat am Jakobsbrunnen».

Hans Thomann «Rückgrat am Jakobsbrunnen».

Das Kurator/-innenteam hat es wieder geschafft, eine grosse Breite an Kunstwerken mit ganz verschiedenen Materialien und der Möglichkeit zur Interpretation auszustellen. Der Weg durch die Biennale der Kunst im Stedtli Waldenburg lässt alle Möglichkeiten des Entdeckens zu.

Beim Betrachten der Kunstwerke wurde auch von einem ortsansässigen Paar betont, wie toll es ist, dass damit wieder mehr Personen nach Waldenburg kommen und das Stedtli damit deutlich belebt wird. Die Vernissage war sehr gut besucht und erhielt viel Applaus.

Die Kunstwerke wurden jeweils genau am richtigen, natürlichen Ort installiert. In einem Rundgang mit den Künstler/-innen wurden die Aufstellungs-Orte gemeinsam definiert. Das Zusammenspiel der gewachsenen historischen Umgebung und der Kunstinstallation bildet eine tolle Einheit und zeigt grosse künstlerische Leistungen.

Dank und grosse Motivation an der Vernissage

Die Kuratorin Sibylla Dreiszigacker und der Kurator Pt Whitfield wohnen, beziehungsweise arbeiten auch in Waldenburg und setzen sich mit Herzblut für «ihre Stadt der bildenden Künste» ein.

Sibylla Dreiszigacker dankte den Künstler/-innen im Besonderen. Nur durch ihren finanziellen Beitrag und das Bereitstellen der Kunstwerke wird die Biennale zu dem Begegnungsort, den die Macher/-innen der «Ville des Arts» anstreben. Dank Mithilfe des Werkhofs, vor allem Fritz Stucki, der mit dem Kranwagen die zum Teil tonnenschweren Skulpturen platziert, ist es möglich, die Ausstellung zu realisieren.

Kunst verändert die Welt nicht unmittelbar, aber sie kann Perspektiven schaffen und für überraschende Momente und Entdeckungen sorgen. Der urbane Raum lässt Kunst anders wirken und diese passt sich in das Stedtli ein.

Es ist eine Herausforderung, Künstler/-innen zu finden und zur Ausstellung zu animieren. So gelang es zum Beispiel endlich, Hans Thomann für eine Plastik mit seinem «Rückgrat» am Jakobs-Brunnen zu gewinnen. Mit grossem Stolz hat es das Projektteam geschafft, nun 42 Künstler/-innen mit über 100 Exponaten für fünf Monate in Waldenburg der breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Von allen Redner/-innen an der Vernissage wurde ein grosser Dank an alle Künstler/-innen, Partner/-innen und Sponsor/-innen und insbesondere an das Kuratoren- und Organisationsteam ausgesprochen, damit diese Ausstellung wieder stattfinden kann.

Gemeindepräsidentin Andrea Sulzer begrüsste alle Künstler/-innen und Gäste in Waldenburg, im Stedtli voller Gegensätze von schroff bis sehr lieblich. Es scheinen Gegensätze zu sein, die viele Kulturinteressierte, viele Menschen mit Ideen anzieht. So haben sich in den letzten sechs Jahren mehrere Kulturprojekte in Waldenburg entwickelt, die den über 40-jährigen Theaterbetrieb Pfarrhauskeller musikalisch und bildnerisch ergänzen. Die Ausstellung generiert mit der Vielfalt der Künstler/-innen und Kunstwerke überregionales Interesse mit den hier gezeigten Skulpturen, Bildern und Videoinstallationen. Es gibt einen Blick auf unsere verrückte Welt und soll einen Moment des Nachdenkens erzeugen, im Gegensatz zum Konsum von möglichst vielen Klicks. Hier in Waldenburg kann man etwas sehen, nachdenken und in den Dialog kommen. Nun ist die Gelegenheit, fünf Monate im Alltag von Waldenburg Kunst zu erleben und mit der grossen Ausstellung noch mehr zu einem Ort der Kultur und Kunst zu werden. Die Lust und Kreativität in den Werken sind nach Waldenburg gekommen und dies schätzt der Gemeinderat Waldenburg sehr.

Die «Ville des Arts» ist ein universelles Gesamtkunstwerk

Die neue Leiterin der Kulturförderung im Amt für Kultur des Kantons Basel-Landschaft, Helena Mettler, freute sich sehr über die Möglichkeit, gleich in einer so tollen langfristigen Ausstellung im öffentlichen Raum von Waldenburg präsent sein zu können. Sie betonte den Stellenwert des vielfältigen Kulturangebots in Baselland und ist gespannt auf die Reaktionen und den Austausch der Leute, die sich die Ausstellung ansehen und dabei hoffentlich vor irgendeinem Kunstwerk ins Gespräch kommen. Es lohnt sich, ins Stedtli, das viel Charakter mit seinen Ecken und Winkeln hat, zu kommen und mit verschiedener Perspektive auf aktuelle Fragen zu schauen.

Als Kulturwissenschaftlerin aus dem Stuttgarter Raum betonte Dr. Caroline Li-Li Yi auch den Aufbau verbindender Brücken zwischen den Personen, die die Kunstwerke betrachten. Sie ist fasziniert von den vielen Brunnen, die es in Waldenburg gibt und wie diese in die Ausstellung einbezogen wurden. Die Ausstellung erhält immer einen neuen Kontext und Kultur entsteht neu. Die Bandbreite der Vielfalt der Materialien und die Aufstellung sind faszinierend und das Herzblut der Projektmitarbeitenden machen die «Ville des Arts» aus. Seit der Römerzeit lebt Waldenburg vom Menschenfluss durch das Stedtli und den Geschichten, die die Reisenden mitnehmen. Nun sind es die Künstler/-innen, die dafür sorgen. Ihr gefällt zum Beispiel das Boot von Ilona Lenk auf dem Dach, das trotzdem Wellen unter dem Bug hat. Dies zu entdecken, macht grossen Spass. Wenn man die Installation im Kontext der Häuser ansieht, erhält man weitere Eindrücke. Sie betonte die Möglichkeit der Führungen, die nun jeweils am dritten Sonntag im Monat um 14 Uhr stattfinden werden. Die Führung zeigt, wo man hinschauen soll, warum das Kunstwerk genau dort steht und welchen Kontext es dazu gibt.

Künstler Peter Thommen aus Lausen ist mit zwei Kunstwerken (zum Beispiel ein fahrbarer Münzschlucker aus Metall und Stein) in Waldenburg vertreten und betonte die Motivation, an einem historischen Ort ausstellen zu dürfen. Die «Ville des Arts» ist ein universelles Gesamtkunstwerk in Waldenburg, das in Verbindung mit der wachsenden Gemeinde sehr gut passt! Man kann hier soviel entdecken und sich fragen, warum einem ein Kunstwerk gefällt oder nicht. Dies ist es wert, in Waldenburg auf Entdeckungsreise zu gehen und zu verweilen.

Weitere Artikel zu «Region Waldenburg», die sie interessieren könnten

Luca di Felice wie er leibt und lebt.Foto: zVg
Region Waldenburg09.06.2026

Fröhlichkeit als Lebenselixir

Luca Di Felice Der junge Sänger aus Hölstein hat einen neuen Song veröffentlicht
Zusammenspiel der Generationen.
Region Waldenburg02.06.2026

Von Tuten und Blasen eine Ahnung

MSBF Kids Day der Blasmusik
Walther Lietha – ein kritischer Troubadour. Foto: B. Eglin
Region Waldenburg12.05.2026

Der sympathische Sänger aus dem Bündnerland

Langenbruck Der Waldenburger Pfarrhauskeller gastierte in der Revue