Neue Spielstätte und kulturelle Ausrichtung

Waldenburg Verein «Theater im Pfarrhauskeller» im Umbruch

Der Verein präsentierte seine letzte Veranstaltung im idyllischen Pfarrgarten. Fotos: S. van Riemsdijk

Der Verein präsentierte seine letzte Veranstaltung im idyllischen Pfarrgarten. Fotos: S. van Riemsdijk

Mitglieder Susanne Köhler und Leo Engeler suchen für ihren Verein eine neue Bleibe.

Mitglieder Susanne Köhler und Leo Engeler suchen für ihren Verein eine neue Bleibe.

Der im 1984 gegründete Verein «Theater im Pfarrhauskeller» führt monatlich Kleinkunst in Waldenburg durch. Bis vor kurzem ununterbrochen im Keller des Pfarrhauses der reformierten Kirchgemeinde Langenbruck Waldenburg St. Peter. Im Frühling 2026 musste der Verein seine kulturelle Heimat im Keller verlassen und ist seitdem mit Hochdruck auf der Suche nach einer neuen und dauerhaften Spielstätte. Keine einfache Aufgabe, wie sich herausstellt. Interimistisch konnten die letzten drei Veranstaltungen bis zur Sommerpause im «Palazzo» in Liestal wie auch in der Revue Langenbruck und im «Pfarrgarten» in Waldenburg durchgeführt werden. «Wir haben trotz intensiver Suche noch keine neue Bleibe gefunden und sind deshalb noch auf Wanderschaft», führt Vereinsmitglied und Co-Präsident Leo Engeler aus, der das Präsidium mit Mike Mathys teilt. «Am liebsten würden wir aufgrund unserer kulturellen Identität mit Waldenburg hier bleiben, aber momentan bietet sich im Dorf für uns keine entsprechende Lokalität an.»

Ein Alleinstellungsmerkmal

Einfach eine Räumlichkeit beziehen, damit das Nomadenleben ein Ende hat, möchte der Vorstand per se nicht. «Wir wollen bei der Wahl eines neuen Spielorts nicht zu kritisch sein, wir hatten aber mit dem Pfarrhauskeller schon ein Alleinstellungsmerkmal», sagt Leo Engeler mit einem Hauch von Wehmut in der Stimme. Vorstandsmitglied Susanne Köhler kann ihm da beipflichten: «Es muss schon ein spezieller authentischer Ort sein, wie dies der Pfarrhauskeller war, welcher zum Charakter unseres Vereins und seinen spezifischen kulturellen Angeboten passt.»

Wichtiges Kriterium beim Bezug eines neuen Raums ist die Möglichkeit einer Langzeitmiete. Der Aufbau einer neuen Infrastruktur mit Platz für etwa 80 Personen wird für den Verein mit massiven Investitionen verbunden sein. Leo Engeler rechnet mit Kosten im fünfstelligen Bereich. «Eine solche Investition rentiert sich jedoch nur, wenn eine längerfristige Bleibe garantiert ist.» Nicht zuletzt gegenüber den Sponsoren und Geldgebern, welche ihre finanzielle Unterstützung gut verwaltet wissen möchten. «Die Gewähr, längerfristig am gleichen Ort bleiben zu können, ist bei unserer Suche dann auch eine der grössten Herausforderungen», so der Co-Präsident.

Ganz ohne Erfolg ist der Verein bei seinen Bemühungen offensichtlich nicht, hat er doch unterdessen mehrere Lokalitäten «im Visier», wie beide Vorstandsmitglieder ausführen.

Neue Aufstellung

Auch nach 42 Vereinsjahren erfreut sich der Verein mit seinem niederschwelligen Angebot in der Region weiterhin einer grossen Beliebtheit und spürt laut Susanne Köhler «in der Bevölkerung eine grosse Solidarität.» Die kulturellen Anlässe sind gut besucht und dank den Einnahmen via Sponsoren, Austrittskollekten, Vereinsmitglieder- und Gemeindebeiträgen und der grossen logistischen und finanziellen Unterstützung seitens Kanton Baselland verfügt der Verein über eine gesunde finanzielle Basis. Parallel zur Suche nach einer neuen Spielstätte möchte sich der Verein für die Zukunft neu aufstellen. Dazu Susanne Köhler: «Der Verein befindet sich inmitten eines Entwicklungsprozesses. Wir möchten gleichzeitig unseren Vorstand, der überaltert ist, mit jungen Leuten ergänzen, welche neue kreative Ideen und Denkansätze einbringen sollen.» Ein Team von sieben Vorstandsmitgliedern bildet das Rückgrat der Vereinsaktivitäten, momentan ist eine Stelle offen.

Weiterhin in einem Provisorium

Wie auch andere Vereine bekundet der Verein Mühe, neue Vorstandsmitglieder zu finden. «Wir sind offen für neue Leute, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Neuausrichtung unseres Vereins», sagt Leo Engeler und vergisst dabei nicht zu erwähnen, dass selbstverständlich auch neue Vereinsmitglieder willkommen sind. Trotz der unsicheren Zukunft wird auch für das kommende Halbjahr mit viel Begeisterung und Freude an der Sache ein Programm zusammengestellt, welches Bekanntes oder Unbekanntes, Regionales oder Internationales, Humorvolles oder Ernstes, Musikalisches oder Gesprochenes und vieles mehr miteinander vereint. Bis eine definitive Bleibe gefunden worden ist, wird der Verein weiterhin gezwungen sein, ihre kulturellen Anlässe in einem Provisorium anzubieten.

Vorgesehen dafür sind für das zweite Halbjahr 2026 unter anderem der «Pfarrgarten» in Waldenburg, der «Palazzo» in Liestal, ein Vereinszimmer in der Mehrzweckhalle in Oberdorf und das «Rössli» in Hölstein.

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