Eiliger Geist kommt zur Ruhe

Langenbruck Grossprojekt mit Installationen im Kloster Schönthal  

Der Weg zum Kloster war gesäumt von Pantomime-Aufführungen. Fotos: S. Riemsdijk

Der Weg zum Kloster war gesäumt von Pantomime-Aufführungen. Fotos: S. Riemsdijk

Die Prozession schlängelte sich durch die Juralandschaft bis zum Kloster.

Die Prozession schlängelte sich durch die Juralandschaft bis zum Kloster.

Nach der Prozession traf man sich im Innenhof vom Kloster.

Nach der Prozession traf man sich im Innenhof vom Kloster.

Der Verein Kloster Schönthal wartet dieses Jahr mit dem Grossprojekt «Der eilige Geist kommt zur Ruhe» des renommierten Schweizer Künstlerpaars Gerda Steiner (* 1967) und Jörg Lenzlinger (* 1964) auf exklusiv künstlerische Art auf. Mit dem einzigartigen Projekt, das in dieser Form so noch selten präsentiert wurde und in der Zeitrechnung des Klosters eine neue Phase einläutet, verwandelt sich das Kloster Schönthal und seine Umgebung vom 27. April bis zum 3. November 2024 zu einem Pilgerort der besonderen heiligen Art. 499 Jahre nach der Plünderung und darauffolgende Aufhebung des Klosters wurde am letzten Samstag die Geschichte diesmal umgekehrt. Mehl und Wasser formen sich zu einer einheitlichen Masse. Am Schluss wird diese als Brot gegessen und man ist genährt.

Unterwegs Andachtsstationen

Zum feierlichen Auftakt für ihre neu geschaffenen ortsspezifischen Andachtsstationen mit Namen wie Frieden, Vielfalt, Feuersalamander und Gastfreundschaft, dazu bis Projektende unter anderem mit Wanderpredigern, Erleuchteten und visionären Freigeistern, welche den Weg von Langenbruck säumten, versammelten sich zur Mittagszeit Hunderte Schaulustige vor der Langenbrucker Gemeindeverwaltung. Eingeläutet von den musikalischen Klängen durch die Musikgesellschaft Oberdorf-Waldenburg-Langenbruck machte sich unter der Leitung des Künstlerpaars die kunstvolle und buntfarbig gestaltete Teigprozession auf ihrem Weg in Richtung Kloster – unterwegs umrahmt von kulinarischen, pantomimischen und musikalischen Intermezzos.

Wanderung zum heiligen Ort

Die langgezogene Prozession lief nach gut anderthalb Stunden auf dem Areal des Klosters Schönthal zur Einweihung des Pilgerfests zusammen. Die Wanderung zum wunderkräftigen Wallfahrtsort bot der Menschengruppe Gelegenheit in aller Ruhe und tempogedrosselt voranzuschreiten um in Gedanken den gestressten Geist abzulegen und zur Ruhe zu gelangen.

Weihrauch der Inszenierung

Seit dreizehn Jahren leben die beiden Künstler Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger in Langenbruck und haben die Dorfgemeinschaft animiert, aktiv am Kunstprojekt teilzuhaben. In diesem Sinne backten Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner Brot und Pilgergebäcke in der Kirche. Die entstandenen Gerüche und Aromen, welche den Kirchenraum füllen, sind der Weihrauch der Inszenierung, wie es im Pressetext hiess. Im historischen Kirchenbau entstanden drei Altare, welche die Wertschätzung vom Elementaren zum Ausdruck bringen. Sie sind jeweils dem Brot, Salz und Wasser gewidmet. Der Brotaltar ist zugleich ein Backofen. Hier wird eine vielfältige Sammlung von kunstvollen Broterfindungen sowie Broten als Zeichen langsamer Veränderung aus der ganzen Welt inszeniert. Das Kunstprojekt ist als Prozess angelegt, der durch die Erfahrungen und Mitarbeit aller Beteiligten und Besuchenden entsteht.

Das Spektrum reicht von der bewegten Geschichte des Klosters, über die architektonischen Anlagen mit dem romantischen Kirchenbau, hin zur Klostereigenen Stiftung mit ihren in der umliegenden Juralandschaft eingebetteten Skulpturen sowie den Landwirtschaftsbetrieben und Menschen aus Langenbruck.

Das Klosterensemble wird für die Laufzeit des Projekts an den bekannten Jakobs-Pilgerweg angeschlossen. Mit Hilfe der digitalen Pilgerkarte können die Installationen eigenständig entdeckt werden, wobei es zu empfehlen ist, den Weg ins Schönthal zu Fuss zurückzulegen.

Die Ausstellung auf dem Klosterareal ist mittwochs, freitags und am Wochenende geöffnet.

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