Hölstein zeigt Naturjuwelen

Infoanlass Renaturierung und Wildtierbrücken der Öffentlichkeit vorgestellt

Die Vordere Frenke wurde nördlich von Hölstein vorbildlich renaturiert. Fotos: W. Wenger

Die Vordere Frenke wurde nördlich von Hölstein vorbildlich renaturiert. Fotos: W. Wenger

Holger Stockhaus, Alicia Escher und Andreas Haas (v.l.) freuen sich über die gelungene Projekte.

Holger Stockhaus, Alicia Escher und Andreas Haas (v.l.) freuen sich über die gelungene Projekte.

Die Umweltschutzkommission der Gemeinde Hölstein mit Präsident Andreas Haas an der Spitze hat in Verbindung mit Fachpersonen der kantonalen Verwaltung Baselland am vergangenen Samstag der Öffentlichkeit im Rahmen eines Informations- und Netzwerkanlasses Teile der renaturierten Vorderen Frenke im Gebiet Helgenweid am nördlichen Dorfausgang sowie zwei realisierte Wildtierbrücken vorgestellt.

Der trotz Dauerregen gut besuchte Anlass beeindruckte in jeder Beziehung, handelt es sich doch bei den präsentierten Tiefbauprojekten um «Naturjuwelen» und wertvolle Einrichtungen für Flora und Fauna.

Alicia Escher, Projektleiterin Revitalisierung beim Tiefbauamt der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, informierte über das Revitalisierungsprojekt der Vorderen Frenke. Sie stellte klar, um was es sich eigentlich handelt, nämlich um die möglichst naturnahe Wiederherstellung des einstigen Zustands des Bachs. Sie beleuchtete den «langen Weg» der Realisierung. Erste Gedanken seien bereits im Jahr 1999 erfolgt, kommentierte Escher. Grund für die damalige Nicht-Realisierung sei unter anderem der Grundwasserschutz im Gebiet gewesen, der noch heute, im Speziellen für die Stadt Liestal, zentral sei. So wurde am vergangenen Samstag darauf hingewiesen, dass circa 40 Prozent des Trinkwassers für Liestal aus dieser Fassung stamme.

Erst im Jahre 2023 wurde schliesslich die Revitalisierung der Vorderen Frenke umgesetzt, dies im Zusammenhang mit der Erneuerung der Waldenburgerbahn (WB). Der Bach fliesst jetzt – ausserhalb des Grundwasserschutzgebiets – quasi «völlig frei». Er ist ein ökologisches Vorzeigeobjekt, wo der ehemals stark kanalisierte Flusslauf in einen naturnahen Zustand versetzt wurde. Es wurden vor Ort unter anderem Flachwasserzonen erstellt, und am Bach sowie am Ufer beispielsweise Steininseln, Asthaufen oder etwa Baumstrunke verbaut.

Die ebenfalls mit dem WB-Ausbau erstellten Wildtierbrücken, welche mit lokalem Bodenmaterial, Totholz und Steinen überbaut sind, stellte Holger Stockhaus, stellvertretender Dienststellenleiter im kantonalen Amt für Wald und Wild vor. Er wies auf die Notwendigkeit der Realisierung hin, zumal dies die Rechtsgrundlagen, unter anderem die Bundesgesetzgebung, fordere. Es sei, so Stockhaus zwingend gewesen, die Brücken an Ort und Stelle zu erstellen um so den überregionalen «Hölsteiner»-Wildtierkorridor im Tal mit vielfältigen Leitstrukturen für das Wild sicherzustellen. Das ist auf dem Rundgang sichtbar geworden. Beide Brücken stellen sicher, dass die Tiere (Rehe, Dachse, Füchse, Gämsen, Luchse, Wildschweine etc.) – von «Warteräumen» aus – die Bahnlinie der WB und die Kantonsstrasse überqueren können. Generell, so Stockhaus weiter, habe der Kanton die Verpflichtung, Wildtierkorridore im Baselbiet offen zu halten beziehungsweise wieder herzustellen habe.

Fazit: Die Veranstaltung war einen Besuch wert. Das Publikum zeigte grosses Interesse und würdigte das Engagement, auch der kommunalen Umweltkommission, sehr. Andreas Haas danke in diesem Sinne allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Kommen. Die Veranstaltung endete mit einem Apéro im Schützenhaus Hölstein.

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