Tüftler, Denker, Macher
Industriemuseum Innovationen und Entwicklungen sichtbar gemacht

Im Industriemuseum Waldenburgertal in Niederdorf ist vergangene Woche die Ausstellung «Tüftler, Denker, Macher – Innovationen und Entwicklungen aus dem Waldenburgertal und Umgebung» eröffnet worden. Dokumentiert sind Menschen, Ideen und Entwicklungen, die das Waldenburgertal quasi seit «Urzeiten» geprägt haben. Das Industriemuseum Waldenburgertal schlägt in der sehenswerten Ausstellung jene Seiten der Regionalgeschichte auf, die bis heute nachwirken. Ausstellungsmacherin Helene Koch-Schmutz als treibende Kraft hinter diesem Glanzlicht informierte in diesem Sinne darüber, wie der Erfindergeist, das technische Können und nicht zuletzt auch die Beharrlichkeit der einstigen Pioniere dem Waldenburgertal Arbeit und Einkommen sicherten.
Koch-Schmutz formulierte aus diesem Grund die Idee der Ausstellung glasklar. «Wir wollen aufzeigen, was alles hier im Tal geleistet wurde und noch wird». Einst aus der Not, nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Basel-Olten Mitte des 19. Jahrhunderts, hätten sich viele Menschen in ihrer Existenzgrundlage bedroht gefühlt. Daraus seien Innovationen und Entwicklungen entstanden, so Koch-Schmutz weiter. Sie stellte fest, dass mehrere Firmen zu blühenden Unternehmen geworden seien.
Aus frühen Gewerben und der Industrialisierung entstanden hochwertige Präzisionstechnik und die Uhrenindustrie bis hin zu Werkstoffen und der Medizinaltechnik. Vor Ort dokumentieren dies originale Exponate, Fotos und Dokumente, welche zeigen, wie aus Einfällen Lösungen wurden und wie aus lokaler Tüftelei Innovationen entstanden.
Beispiele davon sind fraglos die Wäscheklammern der Wisler AG, die zeigen, wie aus Veränderung Neues entstand. Mit dem Rückgang der Aufträge in der einstigen Wagnerei wurden diese ab 1921 gefertigt.
Vor 50 Jahren wurde im Rahmen eines Festes die Fertigung von einer Milliarde Holz-Wäscheklammern gefeiert. Auch die Hand-Sämaschine der Plattner AG erleichterte den Landwirten die Arbeit und half mit, die Saat auf einem Streifen von sechs bis zehn Metern regelmässig auszubringen und damit effizienter zu gestalten. Bestaunt können an der Ausstellung auch Höhenmesser der Revue Thommen AG, welche einst in den Mirage-Kampflugzeugen der Schweizer Armee zur Ausrüstung gehörten.
Die erste 1854 gefertigte Uhr der «Société d’Horlogerie à Waldenburg» – die Gründung der Firma wurde 1853 durch die Einwohnergemeindeversammlung auf Antrag des Gemeinderats beschlossen – ist ebenfalls zu bestaunen. Exponate der Rero, der Tschudin und Heid AG, der Rego-Fix, der Oris oder Straumann-Gruppe ergänzen die Vielfalt des vor einer Woche eröffneten Juwels.
Die Ausstellung setzt bewusst auf eine anschauliche Vermittlung. Sie eignet sich deshalb auch für Familien, Kinder und Schulklassen. Wer den Vernissage Abend verpasst hat, kann die Ausstellung weiter besuchen.
Das Industriemuseum ist jeden ersten Samstag im Monat zwischen 10 und 15 Uhr geöffnet.


