Geprägt von Hitze und Trockenheit
Traubenlese Die Weinernte 2026 hat begonnen

Mit der vorgestrigen Medienorientierung des Verbands der Weinproduzenten Region Basel-Solothurn unter dem Präsidium von Andreas Buser und dem Rebaukommissär Urs Weingartner vom Zentrum Ebenrain wurde im Binninger Rebberg St. Margarethen der regionale Weinerbst 2026 formell eröffnet. Das Jahr 2026 macht einmal mehr deutlich: Die Weinbauern stehen vor einer Wende, die sich seit Längerem ankündigt. Für sie als Traubenproduzenten sind die klimatischen Veränderungen nämlich die grösste Herausforderung.
Sie hatten denn auch in diesem Jahr einen schweren Stand, bringen aber, wie sich jetzt zeigt, hervorragende Trauben hervor. Die hohe Schule des Winzerhandwerks war diesmal extrem gefragt. «Den Klimawandel kann man nicht mehr weg reden», stellte Andreas Buser zu Beginn aller Ausführungen klar. Und Urs Weingartner relativierte in seinen Betrachtungen zum heissen und trockenen Weinjahr 2026: «Der Rebbau ist mit einem blauen Auge davon gekommen.»
Denn die Rebe sei ein Kind des Südens. Trotzdem – und da muss nicht lange recherchiert werden: So ein Extremjahr punkto Hitze, Wasserknappheit und Frühreife hat der Rebbau in der Region noch nie erlebt. So zeigten mit Ausnahme des Januars alle Monate dieses Jahres einen markanten Temperaturüberschuss gegenüber dem Durchschnitt aus dem Jahrzehnt davor. Grundsätzlich seien diese hohen Temperaturen für die Physiologie der Rebe noch keine allzu grosse Herausforderung, das zeigen die bekömmlichen Weine aus den weltweit warmen Temperaturzonen, so Weingartner. Das viel grössere Problem war die Trockenheit. Und die schlägt mit nur rund 30 Prozent der normalen Niederschlagsmenge in der bisherigen Vegetationsperiode sehr negativ zu Buche.
Bewässerung für das Überleben
An exponierten flachgründigen Böden über Jurakalk zeigten sich schon Anfang Juni erste Symptome von Verwelkung. Eine Bewässerung war dort überlebenswichtig um den diesjährigen Ertrag und die Traubenqualität zu sichern, insbesondere bei Neuanlagen. Zu den bisher positiven Meldungen über das aktuelle Rebjahr gehören der ausbleibende Hagel und die verhältnismässig gute Kontrolle der Schadpilze und der Kirschessigfliege.
Stand heute sind knapp zehn Prozent der Weintrauben (weiss) gelesen und im sicheren Keller versorgt. Blauburgunder und andere rote Sorten hängen noch an den Rebstöcken und sind den Launen der Witterung und der übrigen Natur ausgesetzt. Was am Ende der Saison mengenmässig zusammenkommt, ist schwer vorauszusagen. An stark trockenheitsgestressten Standorten sind die Traubenbeeren zwar kleiner als gewohnt, es ist aber noch kein deutliches Ertragsdefizit auszumachen.
Fazit zum Weinjahrgang 2026 von Thomas Engel, Kellermeister bei der Liestaler Kellerei Siebe Dupf: «Im Moment stehen die Vorzeichen gut. Die Oechsle-Grade sind ‹sonnengetrieben› auf hohem Niveau und der Saft in den Beeren ist höher konzentriert, was für die Aromatik vielversprechend ist.»


