Nachwuchssuche der anderen Art

Fünf Tage, fünf Berufe Bescheidene Resonanz auf ein tolles Ferienpass-Angebot

Alle Teilnehmenden auf einen Blick. Fotos: M. Stöcklin
Alle Teilnehmenden auf einen Blick. Fotos: M. Stöcklin

Eine gute Sache für das Gewerbe und für die teilnehmenden Kinder: Im Rahmen des regionalen Ferienpasses bauten Kinder während einer Woche ihr eigenes Trottinett. Das fertige Gefährt, im Volksmund auch «Trottifäger» genannt, wurde an einem Abschlussanlass ausgiebig getestet und ging danach ins Eigentum der Kinder über.

Hinter diesem attraktiven Angebot für einer bescheidenen Teilnahmegebühr von 50 Franken stehen die fünf regionalen Berufsverbände Metallbau, Polymechanik, Holzbau, Schreiner sowie das Autogewerbe (werkberufe.ch). Sie steckten viel Aufwand in dieses Projekt «5 Tage, 5 Berufe», mit welchem Werkberufe vorgestellt wurden und praktisch ausprobiert werden konnten – durchaus mit dem legitimen und löblichen Hintergedanken, junge Menschen in ihrer Berufswahl zu unterstützen und wenn möglich für einen solchen Beruf zu begeistern.

Sieger aus Füllinsdorf

So arbeiteten die Kinder unter kundiger Anleitung mit Holz und Metall, planten, massen, sägten, hobelten, schweissten, schraubten und montierten an fünf Vormittagen in einer Woche ihr eigenes Trotti. Zum Abschluss stand auf dem Gelände des Bildungszentrums Autogewerbe in Sissach ein Geschicklichkeitstest auf dem Programm. Dabei gab es zwei Läufe zu absolvieren mit dem Ziel, die beiden Durchgänge möglichst zeitgleich zu fahren. Alle Teilnehmenden (siehe Rangliste am Ende des Artikels) erhielten schliesslich eine entsprechende Urkunde.

Den Sieg holte sich Lenny Schärer aus Füllinsdorf, dessen Laufzeiten gerademal 0,29 Sekunden auseinander lagen. Er zeigte sich danach glücklich und überrascht. «Diese Woche war sehr toll, lehrreich und interessant und ich kann mir vorstellen, dereinst einen Beruf aus dem Spektrum, das ich kennenlernen durfte, zu lernen», so Lenny Schärer. Sein Vater bezeichnete die Woche gar als «granatenmässiges Angebot» und zeigte sich erstaunt und negativ überrascht, dass die Woche nur gerade von acht Kindern (alles Knaben) besucht wurde.

Auch die Veranstalter konnten eine gewisse Enttäuschung über die schwache Resonanz nicht verbergen, freuten sich aber gleichzeitig darüber, dass die Woche in den verschiedenen Betrieben ohne Unfälle und reibungslos abgelaufen war.

Für zukünftige Angebote will man bei der Bewerbung vermehrt auf die Social-Media-Kanäle setzen, wie der langjährige Gesamtkoordinator Sven Arnold bilanzierte.

«Das Angebot gibt es seit 2018, zunächst mit Seifenkisten, seit 2021 mit Trottis. Wir hatten in diesem Jahr eine tolle Gruppe und die Rückmeldungen waren sehr gut», so Arnold, der in der Metallbranche tätig ist. Es bleibt sehr zu hoffen, dass werkberufe.ch trotz der bescheidenen Resonanz an diesem tollen Angebot festhält.

Die finale Rangliste des abschliessenden Geschicklichkeitstests: 1. Lenny Schärer (0.29 Sekunden Differenz zwischen den beiden Laufzeiten). 2. Gabriele Ciccone (0.37). 3. Thilo Salathe (1.14). 4. Nando Lüscher (1,20). 5. David Kreienbühl (1.81). 6. Mike Luder (1,94). 7. Jaron Müller (2.19). 8. Wit Aeschbacher (6.15).

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