Neues Parkkonzept im Ebenrain

Sissach Die Denkmalpflege will den Schlosspark erhalten und entwickeln  

Aussicht zum grossen Weiher mit der Sissacherfluh im Hintergrund. Fotos: B. Eglin

Aussicht zum grossen Weiher mit der Sissacherfluh im Hintergrund. Fotos: B. Eglin

Blick vom Schlosshof in den Park.

Blick vom Schlosshof in den Park.

Wenn man sich dem Ebenrainschloss nähert, entdeckt man hohe Stangen, die einen Neu- oder Anbau markieren. Wird das alte Bauwerk abgerissen oder umgebaut? Nichts dergleichen. Die Masten gehören zur Freiluft-Kunstausstellung. Pläne gibt es aber für eine sanfte Umgestaltung des grossen und für die Öffentlichkeit zugängigen Parks.

Lukas Kilcher, Leiter des Ebenrain, informierte über die vielfältige Nutzung von Schloss und Park für Kultur, Kurse und öffentliche Anlässe. «Der Park ist auch ein Erholungsort für das Ebenrainteam. Zudem ist er für das Publikum immer zugänglich», sagte er.

Seit dem Bau von Schloss und Park im 18. Jahrhundert durch den Basler Seidenbandfabrikanten Martin Bachofen hatte das Anwesen verschiedene Besitzer. Die barocke Gartenanlage mit Allee ist heute öffentlich. Erste Umgestaltungen erfolgten schon um 1800. Die ­Tendenz ging damals in Richtung Landschaftsgarten. Trotz weiterer Anpassungen blieben die Allee und der Perimeter bis heute erhalten.

Das 1995 erstellte Parkpflegewerk dient immer noch als Grundlage für den Unterhalt des Parks. Die unterschied­lichen Nutzer, Veranstaltungen und ­Ökologie sind wichtigste Punkte. Gleichzeitig wurde eine botanische und ökologische Aufnahme der Fläche erstellt. Es sind spezielle Pflanzengesellschaften vorhanden, die sich über die Jahre entwickeln konnten. Wichtig dabei ist, dass nicht gedüngt wird. Stolz ist man auf die zweitälteste Baumallee in der Schweiz. Auf Basis der Analysen wurde ein Leitbild erarbeitet, das den idealen Zustand zeigt. Entstehen soll ein Wegkonzept im Wechselspiel mit offenen Räumen, Baumgruppen und Einzelbäumen. Es sollen sich immer wieder neue Blicke eröffnen. Einen Schwerpunkt bildet die grossartige Allee. Sie ist nicht eben, sondern gewölbt. Die Bäume waren einst so geschnitten, dass der Himmel sichtbar war. Am Anfang des Weges ist dieses noch nicht sichtbar. Mit der Annäherung erscheint es immer mehr im Blickfeld des Besuchers.

Mit der Parkentwicklung will man nichts Neues erfinden. Die Gestalter werden nahtlos an das Bestehende anknüpfen. Verschiedene Atmosphären von wild bis gepflegt sollen unterschiedliche Stimmungen vermitteln. Die Mähmaschine schneidet neue Wege ins Gras, und beim Teich soll ein Steg über den Bach entstehen. Mehr Diversität bewirkt eine optische Verbesserung. Im historischen Obstgarten wird nicht überall gemäht. Durch natürliche Versamung soll ein neues Pflanzenbild entstehen. «Das wichtigste Werkzeug in einem Park ist die Axt», sagten die alten Parkpfleger. Eingriffe sollten aber so gemacht werden, dass die nicht auffallen, ist die heutige Devise.

Die alten Allee-Linden mussten teilweise ersetzt werden. Als Ersatz werden Platanen gepflanzt. Die baulichen Massnahmen erfolgen sanft und für die Besucher fast unmerklich. So werden die neuen Graswege und die Brücke wenig auffallen. Der zeitliche Ablauf ist noch ungewiss.

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