Weinernte 2024 hat begonnen

Traubenlese Der Kampf gegen Schadpilze war in diesem Rebjahr die grosse Herausforderung  

Gut behangener Rebstock mit teilweise pilzbefallenen Beeren. Foto: zVg

Mit der vorgestrigen Medienorientierung des Verbands der Weinproduzenten Region Basel-Solothurn unter dem Präsidium von Andreas Buser und dem Rebbaukommissär Urs Weingartner vom Zentrum Ebenrain wurde im Hofgut Birseck in Arlesheim der Weinherbst 2024 formell eröffnet.

«Das Rebjahr 2024 – nur wenige erfreuliche Wochen für Rebe und Winzer.» Dieses übergeordnete Faktum stellte Urs Weingartner an den Beginn seiner Betrachtungen zum aktuellen Weinjahr. Dem setzte Andreas Buser in seiner allgemeinen Analyse den Lichtblick gegenüber, dass dank der exzellenten Arbeit und dem Fachwissen der Winzer auch in der Vergangenheit trotz einigen Wetterkapriolen immer sehr gute Weine auf den Markt kamen. Bei allem Optimismus: Das Rebjahr 2024 wird allen als schwierig und nass in Erinnerung bleiben. «Schon der Start war suboptimal», so Weingartner. Denn zwischen dem 17. und 24. April sanken die Temperaturen in der Region sechs Mal auf null Grad oder weniger. Zum Glück konnten die Reben die dadurch abgestorbenen jungen Schosse durch Austrieb der Nebenaugen kompensieren.

Viel Nässe heisst viel Pflanzenschutz

Das grösste Problem war indes die Nässe. So zeigte sich der Wonnemonat Mai wenig wonnig. Während im Durchschnitt der letzten zehn Jahre bei der Messstation Biel-Benken 88 Millimeter Regen fiel, kam es im Mai im oberen Baselbiet zu einem Niederschlagsüberschuss von 50 bis 70 Prozent und in der bisherigen Vegetationsperiode mit den Monaten Mai bis August zu 15 bis 30 Prozent mehr Regen als im Zehn-Jahres-Durchschnitt. Aufgrund der Nässe wurde der «Falsche Mehltau» zum Hauptgegner der Winzerinnen und Winzer. Diese Pilzkrankheit fand denn auch dank der vielen Niederschläge idealste Bedingungen. Diesem enormen Infektionsdruck konnte nur mit grosser Mühe Stand gehalten werden und verursachte viel Arbeit im Pflanzenschutz. Oft war der Boden so durchnässt, dass ein Befahren zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln gar nicht möglich war. Deutlich weniger limitiert waren jene Rebbaubetriebe, die zum Schutz ihrer Reben vor Pilzbefall auf eine Sprühdrohne setzen. Weitere «Schädlinge» wie etwa die Fruchtfäulnis (Botrytis) führten dank dem eher trockenen August und ersten Septembertagen zu keinen Problemen. Im Weiteren hat die als invasiver Schädling gefürchtete Kirschessigfliege aufgrund des rigorosen Monitorings des Ebenrains und dem Einsatz der bekannten Abwehrmassnahmen etwas von ihrem Schrecken verloren.

Die letztjährige mengenmässige Rekordmenge von total 996 Tonnen Trauben wird wegen den geschilderten meteorologischen Widerwärtigkeiten heuer nicht erreicht werden. Das tut der Qualität des Traubenguts jedoch keinen Abbruch, denn die Herausforderungen von Wetter und Biologie wurden von allen involvierten Akteuren des regionalen Rebbaus mit grossem Können und viel Hingabe gemeistert.

Einem gelungenen Weinjahrgang 2024 steht deshalb kaum mehr etwas im Wege. Mit dem grossen Herbsten geht’s nun also für die Weissweine in rund einer Woche und für die Rotweine in etwa drei Wochen los.

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