Kein Heimsieg, aber ein grosses Fest

Oberdorf Sinisha Lüscher und Nick Alpiger dominierten das Kantonalschwingfest – Kränze für Baselbieter

Die Arena von oben. Fotos: M. Herrmann

Die Arena von oben. Fotos: M. Herrmann

Sinisha Lüscher mit Siegermuni Mino.

Sinisha Lüscher mit Siegermuni Mino.

Nick Alpiger jubelt, durfte aber am Ende nicht den Schlussgang bestreiten, war jedoch aufgrund der Punktzahl Co-Sieger.

Nick Alpiger jubelt, durfte aber am Ende nicht den Schlussgang bestreiten, war jedoch aufgrund der Punktzahl Co-Sieger.

Schon früh am Morgen herrschte in Oberdorf reger Betrieb. Trotz kühlen Temperaturen füllte sich das Festgelände rund um die Schwingarena stetig, ehe am Nachmittag bei sonnigem Wetter tausende Besucherinnen und Besucher den Weg ins Waldenburgertal fanden. Am Ende durfte das Organisationskomitee rund 2500 Eintritte verzeichnen und auf ein gelungenes Baselbieter Kantonalschwingfest zurückblicken.

Damit ein Anlass dieser Grössenordnung durchgeführt werden kann, braucht es zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer. Neben den Mitgliedern des organisierenden Bezirksschwingklubs Waldenburg unterstützten auch viele lokale Vereine das Fest tatkräftig. So engagierte sich unter anderem der FC Oberdorf mit zahlreichen Helfern bei verschiedenen Arbeiten rund um das Festgelände und die Verpflegung.

Mitten im Geschehen stand dabei auch Orazio Ferranti, Trainer der ersten Mannschaft des FC Oberdorf, der selber mit anpackte. «Es ist schön zu sehen, wie so ein Anlass auf grosse Begeisterung stösst und wir als Verein ebenfalls unseren Beitrag leisten konnten», erklärte Ferranti.

Vor allem über die Mittagszeit war der Besucherandrang enorm. Insbesondere bei den Verpflegungsständen bildeten sich zeitweise längere Warteschlangen. Für einige Schmunzler sorgte deshalb die Ansprache von OK-Präsident Michel Kuonen während des offiziellen Festakts. Er entschuldigte sich humorvoll für die Wartezeiten bei den Pommes frites und meinte augenzwinkernd, die Besucher dürften ruhig etwas mehr Wurst und Fleisch essen statt nur Kartoffeln. Der lockere Spruch kam beim Publikum bestens an.

Auch die Atmosphäre rund um die Schwingplätze zeigte eindrücklich, wie beliebt der Schwingsport in der Region ist. Statt einer grossen Haupttribüne setzten die Organisatoren auf mehrere kleinere Zuschauerbereiche rund um die vier Sägemehlringe. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe zudem direkt von den Festbänken entlang der Plätze und sorgten während des gesamten Tages für eine stimmungsvolle Kulisse.

Zwei Gewinner

Sportlich bestimmten mit Sinisha Lüscher und Nick Alpiger zwei der stärksten Schwinger des Nordwestschweizer Teilverbands das Geschehen.

Beide zeigten über den ganzen Tag hinweg souveräne Leistungen und wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Während Alpiger bereits am Baselstädtischen Schwingfest triumphiert hatte, hatte Lüscher zuletzt auch das Solothurner Kantonalschwingfest gewonnen.

Aus Baselbieter Sicht sorgte vor allem Adrian Odermatt für Hoffnung auf den lang ersehnten Heimsieg. Wie bereits 2023 erreichte er den Schlussgang und traf dort auf den Solothurner Sinisha Lüscher. Lange sah es nach einem möglichen Gestellten aus, doch praktisch mit der letzten Aktion musste sich Odermatt doch noch geschlagen geben. Dadurch sicherte sich Lüscher den Festsieg sowie Muni Mino auf Rang 1a, während Alpiger als Co-Sieger auf Rang 1b klassiert wurde.

Hinter den beiden Siegern überzeugten auch mehrere Baselbieter mit starken Leistungen. Lars Voggensperger klassierte sich auf dem hervorragenden zweiten Rang und blieb weiterhin ungeschlagen. Allerdings verhinderten zwei Gestellte den Einzug in den Schlussgang. Insgesamt durften die Baselbieter Klubs fünf Kränze feiern. Neben Voggensperger und Adrian Odermatt gewannen auch Andrj Gerber aus Rothenfluh, Christian Brand aus Pfeffingen sowie Janis Schick aus Läufelfingen das begehrte Eichenlaub.

Besonders erfreulich verlief der Tag zudem für Damian Kehr aus Lausen. Nachdem er den Kranzgewinn zuletzt nur knapp verpasst hatte, durfte er sich in Oberdorf erstmals über Eichenlaub freuen. Auch Simon Schmutz zeigte starke Leistungen und gehörte zu den erfolgreichen Oberbaselbieter Schwingern. Damit durfte die Region trotz ausbleibendem Heimsieg auf ein insgesamt erfolgreiches Kantonalschwingfest zurückblicken.

Weitere Artikel zu «Oberbaselbiet», die sie interessieren könnten

Lebt mit ihrer Familie in Waldenburg: Vera Schnider.
Oberbaselbiet19.05.2026

Vier Preise – und eine Harfe

Kulturpreis 2026 Der Kanton Basel-Landschaft zeichnet vier Kunstschaffende aus
Oliver Faschian, Werner Stampfli, Reto Tschudin, Tobias Pflugshaupt-Trösch und Roger Salathe bei der offiziellen Eröffnung (v. l.).
Oberbaselbiet12.05.2026

Rettungswache Altmarkt ist 100 Prozent gelungen

Tag der offenen Tür Das neue Gebäude in Liestal wurde mit allen Details von der Bevölkerung genau inspiziert
Die beiden Blauburgunder «Liestaler» und «Syydebändel» (links und rechts) sind im Finale zum «Staatswein». Fotos: U. Fluri
Oberbaselbiet12.05.2026

Bescheidener Ertrag, gute Qualität

Weinjahrgang 2025 Die Kellermeister haben trotz einigen Wetterproblemen gut gearbeitet