Bescheidener Ertrag, gute Qualität

Weinjahrgang 2025 Die Kellermeister haben trotz einigen Wetterproblemen gut gearbeitet

Die beiden Blauburgunder «Liestaler» und «Syydebändel» (links und rechts) sind im Finale zum «Staatswein». Fotos: U. Fluri
Die beiden Blauburgunder «Liestaler» und «Syydebändel» (links und rechts) sind im Finale zum «Staatswein». Fotos: U. Fluri

Das Jahr 2025 macht deutlich: Die Winzer stehen vor einer Wende, die sich bereits seit Längerem ankündigt. Die klimatischen Veränderungen bilden die grösste Herausforderung. Der Weinjahrgang 2025 ist trotz seiner Wetterkapriolen kurz vor der Erntezeit zwar von der Menge her nicht überragend ausgefallen, der guten Qualität tat das aber keinen Abbruch. Das ist die Botschaft und das Fazit des Verbands der Weinproduzenten der Region Basel-Solothurn anlässlich ihrer Medienorientierung vom letzten Dienstag in der «Baselbieter Weingalerie» in Aesch.

«Die Winzerinnen und Winzer sind immer mehr gefordert, mit geeigneten Massnahmen die Launen der Natur etwas zu umschiffen», so die allgemeine Konklusion von Verbandspräsident Andreas Buser aus Niederdorf. In seiner detaillierten Analyse nannte dann Urs Weingartner, Rebbaukommissär am Ebenrain-Zentrum die letztjährigen positiven Indikatoren, welche die hohen Erwartungen an eine gute Ernte geschürt haben: Der nicht zu frühe Austrieb, kaum Spätfröste und wenig Krankheitsdruck. Dazu habe ein wassertechnisch optimaler Frühling und Sommer für eine sehr frühe Reife gesorgt. Diese wurde aber von einem nassen Herbst abgelöst, der die Ernte verzögerte, mit entsprechenden Fäulnisproblemen.

Die Pilzkrankheiten konnten im Sommer zwar gut kontrolliert werden, starke Hagelschläge bis in den Herbst hinein dezimierten die Ertragsmenge je nach Region dann aber beträchtlich.

So lag es dann am Können der Kellermeister, das eingebrachte Traubengut trotzdem zu Weinen von hoher Qualität zu verarbeiten. «Fast problemloses Weinjahr – bis zur Ernte», fasste Weingartner zusammen. Und damit meint er eben die drittkleinste Menge der Dekade in unserer Region, die nur rund ein Prozent des landesweiten Weinanbaugebietes ausmacht. Punkto Oechsle stehen die beiden häufigsten Sorten, Blauburgunder und Riesling Silvaner, mit 91,8 Grad und 77,7 Grad aber sehr gut da. Für den Rebbaukommissär ist indes von zentraler Bedeutung, dass in unserer kleinen Region die Qualität im Vordergrund stehen muss. Und so ist dann der Qualitätswettbewerb mit der Vergabe des Labels «Staatswein» eine immer wieder grosse Motivation in der Arbeit der Winzer und Kellermeister. Nach einer bereits erfolgten Vorselektion durch eine ausserkantonale Fachjury werden nun am 1. Juni im Schloss Ebenrain aus den jeweils drei Finalisten die Besten der Sorten Weissweine, kräftige und aromatische Weissweine oder Cuvées, Pinot noirs in allen Facetten und reinsortige Rotweine oder Cuvées gekürt. Dabei sind mit dem Liestaler Pinot noir von Kaufmann Weinbau und dem Syydebändel Pinot noir Barrique zwei Oberbaselbieter Tropfen mit guten Siegeschancen im Rennen.

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