15 Jahre Jugendcafé Gelterkinden
Gelterkinden Eindrückliche Festrede des Regierungspräsidenten Thomi Jourdan
Verlockender Bratwurstduft wehte durch den Gartenweg am vergangenen Freitag. Zur Abwechslung fanden sich an diesem Abend nicht nur Jugendliche ein im Jundthuus, wo Mitglieder des Rotary-Clubs draussen am Grill standen und die eintreffenden Gäste zum Open House des Jugendcafés mit Kartoffelsalat und Würsten verpflegten. Als Dessert bereiteten die Jugendlichen Waffeln, Churros und Frozen Yogurt zu. Die Fotobox bot die Möglichkeit, Selfies mal in anderer Form zu produzieren und wurde rege benutzt.
Zur Eröffnung des Jubiläumsabends sprach Christine Mangold als Kontaktperson zur Gemeinde und Mitglied der Jugendkommission seit der Gründung Gruss- und Dankesworte an die Jugendlichen, die das Jugendcafé bevölkern und beleben, an die Vertreter der Behörden aus den Gemeinden Gelterkinden und Umgebung, die Jugendkommission, die spendenden Kirchgemeinden, die verständnisvollen Nachbarn, die Mitglieder des unterstützenden Rotarier-Clubs Oberbaselbiet, die toleranten Jundthuusbewohner Urs und Dörte Kühnis und die anwesenden Jugendsozialarbeiter des Kantons.
Ein Dank an Fabio Kunz und Ladina Recher
Besonderen Dank ging natürlich an die beiden Jugendarbeiter des Gelterkinder Jugendcafés Fabio Kunz, der es seit 15 Jahren oder seit 5369 Tagen führt und Ladina Recher, die seit acht Jahren wertvolle Ansprechpartnerin für die Mädchen ist.
Im Treffpunkt für Jugendliche ab zwölf Jahren gibt es Gelegenheit zum Spielen, Chillen, Beziehungen und Freundschaften schliessen, aber auch für Gespräche am Töggelikasten und einzeln über Probleme und Sorgen, familiärer, schulischer oder zwischenmenschlicher Natur mit den Jugendarbeitern, die bei Bedarf den Schulpsychologen beiziehen können.
Fabio Kunz und Ladina Recher erzählten von weiteren Aktivitäten der Jugendlichen wie Pauseneinsätze, Beach-Volleyball und das gut besuchte Unihockey-Training. Gruss- und Dankesworte richtete auch Thomas Persson im Namen des Gemeinderats an die Anwesenden und lobte das Jugendcafé als Erfolgsstory.
Um 20 Uhr tauchte in gewohnt guter Laune als versprochener Festredner Regierungsratspräsident Thomi Jourdan auf (nicht im leuchtend roten Anzug wie auf dem Regierungsratsbild, sondern in feierlichem Schwarz). Der volksnahe Politiker begann mit «Wenn eine Rede aus dem 2004 auch 22 Jahre später aktuell ist». Er hatte nämlich mit 26 bis 33 Jahren als Streetworker und in der Entwicklung von Projekten der Jugendarbeit bei der Stiftung Jugendsozialwerk gearbeitet. In dieser Funktion war er gebeten worden, das Jugendkonzept Gelterkinden zu entwerfen und mitzuhelfen bei den Grundlagen für das Jugendcafé Gelterkinden. Jetzt, 22 Jahre später, als Regierungspräsident, hielt er nochmals die gleiche Rede. Gekürzt – aber unverändert in der Substanz wie er betonte. Er lobte die langjährige Arbeit aller Beteiligten, denn sein Credo lautet: Investitionen in die Prävention bei Kindern und Jugendlichen lohnen sich, denn Verpasstes kann später um ein Vielfaches teurer werden! Sein Appell an die der Eltern: die Phase der Pubertät als Reibungsfläche wahrzunehmen und auszuhalten, auch wenn Grenzen setzen oft nervenaufreibend ist für alle Beteiligten. Als Vater von Kindern sprach Jourdan aus eigener Erfahrung. Wer die Worte, die unter die Haut gingen, selber lesen möchte: «Wenn eine Rede aus dem 2004 auch 22 Jahre später aktuell ist».
Angaben über Öffnungszeiten und Aktivitäten des Jugendcafés Gelterkinden: www.kjf-jugend.ch/gelterkinden






