Ein Dorf zelebriert sein 800-jähriges Bestehen

Tenniken Dorffest als Höhepunkt des Jubiläumsjahrs

Der örtliche Chor «ma non troppo» sang zur Eröffnung als Primeur das Tennikerlied. Fotos: S. van Riemsdijk

Der örtliche Chor «ma non troppo» sang zur Eröffnung als Primeur das Tennikerlied. Fotos: S. van Riemsdijk

Die 800 bunten Lampions auf dem Festareal sorgen für eine besonders schöne Atmosphäre.

Die 800 bunten Lampions auf dem Festareal sorgen für eine besonders schöne Atmosphäre.

Der Sportler-Talk mit Tino Polsini, Romy Tschopp, Adrian Schaub und Moderatorin Sabine Bucher zog viele Besuchende an.

Der Sportler-Talk mit Tino Polsini, Romy Tschopp, Adrian Schaub und Moderatorin Sabine Bucher zog viele Besuchende an.

Das Tenniker Dorffest zum 800-Jahre- Jubiläum als erkennbares Gemeinschaftsprojekt unter dem Motto «Hütt für Morn» lockte am letzten Wochenende an drei Tagen zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus allen Kantonsecken an. Ein zwölfköpfiges Organisationskomitee mit Mariann Iberg als Präsidentin hatte unter dem Patronat des neu gegründeten «Eventverein Tenniken» vor drei Jahren mit den Vorbereitungen für das Fest angefangen. Unter dem Motto «Gestern-Heute-Morgen» wird das Jubiläumsjahr 2026 als historischer Meilenstein in drei Akten begangen. Angefangen im März mit dem ersten Programmteil «Gestern», wo die Geschichte des Dorfs, das im Jahr 1226 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, im Fokus der Feierlichkeiten stand, und abgeschlossen im Oktober mit dem letzten Teil «Morgen», in dem der Blick in die Zukunft gerichtet sein wird. Mit «Heute» als mittlerem Teil stand nun das Dorffest am Wochenende im Mittelpunkt.

800 Lampions erhellten das Festareal

Ein Teil der insgesamt 800 von Einwohnerinnen in Handarbeit gemachten und grösstenteils aus Baumwolle bestehenden Lampions für 800 Jahre Tenniken hiessen die Gäste an den Dorfeingängen Nord und Süd, dargestellt als Harassenbogen, willkommen. Die übrigen verwandelten den attraktiv eingerichteten Festplatz am Abend in eine leuchtenden Festhütte. Eröffnet wurde das feierliche Rahmenprogramm am frühen Freitagabend mit dem Alphorntrio «Mir wei luege» und dem eigens komponierten «Tennikerlied» von Max Mundwiler, gesungen vom Gemischten Chor Tenniken «ma non troppo» mit der Dirigentin Nicola Meier Jäggi. Gefolgt durch die Uraufführung des «Tenniker Marschs» durch den örtlichen Musikverein.

Grussworte waren zu hören von Regierungsrat und Kulturdirektor Markus Eigenmann, dem Zunzger Gemeindepräsidenten Hansruedi Wüthrich, Tennikens Gemeindepräsident Thomas Grüter und OK-Präsidentin Mariann Iberg. Gerade rechtzeitig bevor Petrus seine Schleusen öffnete.

Musikgruppen sorgten für stimmige Unterhaltung

Während den drei Festtagen sorgten zahlreiche Vereine mit insgesamt 14 Beizli für die kulinarische Umrahmung, wobei jeder Essensstand einen Tenniker Flurnamen wie «Bäbelismatt» trug und dabei geschichtsträchtig darüber informierte, wie dieser eigentlich entstanden ist. In vier extra für das Dorffest hergestellte Gondeli konnte man sich bei den Skifreunden Diegtertal mit einer Raclette verwöhnen lassen. Die breit aufgestellte musikalische Festumrahmung hatte für alle Musikgeschmäcker etwas in petto. Auf den Bühnen «Baumgarten» und «Pfarrhaus» sowie in der Kirche fanden zahlreiche Konzerte statt. Musikgruppen wie unter anderem «Living in the 80s», «The late Blowers», «Burn the Past» aus Solothurn und «Spruchrif» sorgten nebst den individuellen Auftritten von Sarah Jane, Max Andreas Mundwiler und dem in Tenniken aufgewachsenen schweizerisch-chinesischen Pianist Mischa Cheung für stimmige Unterhaltung. Auch lokale Formationen wie die Regionale Musikschule und die Familien-Gugge «Bölchefrösch» trugen zur heiteren Stimmung bei. Wer es zauberhaft und magisch wollte, war beim Tenniker Zauberkünstler Marco Caviola bestens aufgehoben, während ein Markt mit 20 Ständen zum Bummeln einlud.

Blick durchden Zeitspiegel

Auch an die Kinder war gedacht. Das immer populäre Kinderschminken fand grossen Andrang, wie auch das Ponyreiten, Kasperlitheater, Kinderdisco, Bullriding und Alpaka-Trekking. Für spontane Strassenunterhaltung sorgten bunt gekleidete Strassenclowns.

Mit Schützenkönig und Weltmeister Adrian Schaub konnte man sich auf einer Zehn-Meter-Luftpistolenanlage messen. Dieser stellte sich ausserdem zusammen mit der Sissacher Para-Snowboarderin Romy Tschopp und dem OL-Sprint-Staffel-Weltmeister Tino Polsini für einen Sport-Talk zur Verfügung.

Wer in Nostalgiestimmung war, konnte in der Posamenterstube mit Webvorführungen einen Blick zurück durch den Handarbeit-Zeitspiegel werfen, sowie mit Bewusstsein für die eigene Geschichte in der Ausstellung «Früher» in der Trafostation.

Abgerundet wurden die Feierlichkeiten am Sonntag mit einem Gottesdienst und einem Festumzug mit 13 Gruppen aus Vereinen, Familien und Dorfgruppen.

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