Region Gelterkinden
03.09.2019

Wandernde Huldigung der Edelsäfte

Der Andrang an den Zwischenstationen war zeitweise so gross, dass man sich zwischen den Rebstöcken einen Sitzplatz suchen musste. Fotos: S. van RiemsdijkVizepräsident Roland Suter (l.) möchte das erfolgreiche Konzept beibehalten.Fredy Löw aus Buus referierte über den Pflanzenschutz der Reben.

Der Andrang an den Zwischenstationen war zeitweise so gross, dass man sich zwischen den Rebstöcken einen Sitzplatz suchen musste. Fotos: S. van Riemsdijk

Vizepräsident Roland Suter (l.) möchte das erfolgreiche Konzept beibehalten.

Fredy Löw aus Buus referierte über den Pflanzenschutz der Reben.

Buus 16. Wy-Erläbnis im Baselbieter Wein-Dreieck

Sander van Riemsdijk

An den Reben baumelten die Trauben fast erntereif, um die Hälse der Wanderer ein Glas. Das sieht man nicht alle Tage und sollte folglich gewöhnungsbedürftig sein. War es jedoch nicht. Schon gar nicht, wenn diese Wanderer sich gut gelaunt durch die schöne Landschaft bewegten und sicht- und hörbar herausstachen. Der letzte Samstag im August: Das traditionelle «Wy-Erläbnis» lockte wieder viele Weinbegeisterte in die Rebberge von Buus, Maisprach und Wintersingen. Dies zum 16. Mal. Die stolze Anzahl von 2300 Weinliebhabern konnte auch dieses Jahr den bezirzenden Ruf dieses Anlasses als feuchtfröhliches Happening im Wein-Dreieck nicht widerstehen. Als Beweis diente der grosse Andrang auf dem Dorfplatz in Buus, der als Ausgangsstation fungierte. In einem Intervall von jeweils 20 Minuten setzten sich die Gruppen auf ihre Marschroute in Bewegung; anfänglich in einem speditiven Tempo, das je länger der Track zurückgelegt wurde, an Intensität nachliess. Was zweifellos dem pragmatischen Zweck des um den Hals mitgeführten Glases zuzuschreiben war. Dieses diente ja zur Degusta-tion der verschiedenen klassischen Weinsorten wie Pinot noir (Blauburgunder), Riesling-Sylvaner und Spezialitäten wie Chardonnay, Bacchus, Pinot blanc, Blanc de noir und Rosé, die von den Winzerinnen und Winzern aus den drei Weindörfern an den sechs Zwischenstationen präsentiert wurden. Die qualitativ hochstehenden einheimischen Weine, als Symbol für Genuss und Gemütlichkeit, beflügelten viele Wy-Erläbnis-Teilnehmer/-innen, sich eine längere Pause zu gewähren. Zu den einheimischen Weinen wurde auch ein Sechs-Gang-Menü angeboten, das die kulinarischen Herzen höherschlagen liess. Die Weinsorte sollte ja unmittelbar mit ihrer Herkunft verbunden sein, eine grosse Individualität ausstrahlen und dadurch einzigartig im Geschmack sein. Diese Einzigartigkeit im Gaumenerlebnis ist zwar subjektiv, aber ohne zu übertreiben, lässt sich vom Hörensagen doch behaupten, dass die vielen Teilnehmenden am Wy-Erläbnis sich mit der Qualität der verschiedenen Weine zufrieden zeigten. Der Anlass als traditioneller Bestandteil der kantonalen Identität und eine wandernde Huldigung der hiesigen Edelsäfte setzten sich am Ende der Route durch die sonnenverwöhnten Rebberge mit dem Festbetrieb in Maisprach die Krone auf. Am Konzept wird für die nächsten Jahre nicht gerüttelt, wie Vizepräsident Roland Suter gegenüber der ObZ verlauten liess. Wer möchte ihm da widersprechen?