Sissach
09.10.2019

Lustige Geschichten aus Italien

Hanspeter Gsell liesst seine eigenen Kurzgeschichten. Foto: B. Eglin

Hanspeter Gsell liesst seine eigenen Kurzgeschichten. Foto: B. Eglin

Hanspeter Gsell präsentiert sein fünftes Buch.

Beat Eglin

Hanspeter Gsell sucht sich für seine Buchpräsentationen spezielle Lokalitäten aus. Aus «Niente problemi», einem Buch mit dem Untertitel «Spritziges und Witziges aus Italien», las er auf dem Zelglihof in Sissach. Die Besucher genossen einen gemütlichen Abend mit Speis und Trank, fein gewürzt mit amüsanten Kurzgeschichten, die von Gsell vorgetragen wurden. In Italien kennt sich der Autor aus. Über 40 Jahre reiste er beruflich durch alle Teile des Landes.
 Natürlich wurden die Gäste mit einem «Buona sera a tutti» begrüsst. Dann folgten seine sechs Lebenshilfe-Tipps für die nächste Italienreise. Gsell fand heraus, wie die Italiener eigentlich deutsch sprechen.


Wilde Gestikulation

Das ist ganz einfach: Wenn ein Wort mit einem Konsonanten aufhört, wird ein «e» angehängt. Daraus ergeben sich «Chefe» oder «Stuhle». Aus «ch» wird ein «k», ausser am Wortende. Der letzte Buchstabe wird abgeschnitten (z.B. «laufe» statt «laufen») und «der, die, das» dürfen beliebig vertauscht werden. Ein «h» am Wortanfang wird verschluckt (Hund) und am Schluss eines Satzes folgt ein obligatorische «ä» mit einer typisch italienischen, wilden Handbewegung.

Gsell ist ein unterhaltsamer Erzähler. Er streut kurze Kommentare in seine Geschichten, die wie der Giro d’Italia kreuz und quer durchs Land führen. Zu jeder Region gibt es eine kurze Einführung mit geschichtlichem Hin tergrund und Empfehlungen. «Das Buech isch nit ime Johr entstande. Das si vierzig Johr, es halbs Läbe», erklärte er. Als ehemaliger Weinhändler kennt er Details, die dem normalen Touristen verborgen bleiben. Einige dieser Geheimnisse erfährt man in seinen Anekdoten. Die 92 sehr kurzen Geschichten können einzeln gelesen wer-den, denn sie bilden nie die Grundlage für viele weitere Buchseiten. So kann man zwischendurch für ein paar Minuten nach Italien entschwinden und die Texte geniessen wie ein feines Praliné, das man so lange auf der Zunge zergehen lässt, wie man will. Satirisch und auch überspitzt weist Gsell auf Details hin, die für die Italiener ganz normal und unauffällig sind. Humor, gemischt mit Ironie und ein wenig Frechheit passen zum Autor. Sein Buch ist aber nicht nur erfundene Unterhaltung. Es stillt auch den kleinen Wissensdurst. Die nächsten beiden Bücher sind bereits im Entstehen. Wir sind gespannt, wann und wohin uns Gsell wieder auf eine seiner Reisen mitnimmt.
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