Abschiede aus Exekutive
Sissach EGV mit positivem Jahresrechnungsabschluss
Die Überraschung hatte sich Versammlungsleiter und Gemeindepräsident Peter Buser am Schluss der Einwohnergemeindeversammlung aufbewahrt. Nachdem er die beiden in wenigen Tagen aus dem Amt scheidenden Gemeinderäte Stephan Marti (nach sechs Jahren) und Robert Bösiger (nach zehn Jahren) mit einer Laudatio verabschiedet hatte, gab er überraschend seinen eigenen Rücktritt nach 25 Jahren Exekutiv-Arbeit, davon 14 Jahre als Gemeindepräsident, auf Ende 2026 bekannt. Nach einem schwungvollen Einstieg mit dem Sissacher Chor «Chorisma» stand die Einwohnergemeindeversammlung in der spärlich besetzten Turnhalle Dorf nebst den Abschieden im Zeichen der Finanzen und von neuen Konzessionsverträgen.
Kleiner Gewinnerwirtschaftet
Gemeinderat und Finnzchef Dieter Stebler hatte für die Versammlung eine finanzfrohe Botschaft im Gepäck. Bei einem Gesamtaufwand von 35,789 Millionen Franken und einem Gesamtertrag von 35,849 Millionen Franken weist das Rechnungsjahr 2025 statt einem budgetierten Defizit von 1,141 Millionen Franken, einen kleinen Gewinn von fast 60000 Franken auf. Zurückzuführen ist dieser unerwartete Ertrag insbesondere auf drei bilanzbedingte Anpassungen, welche auf Empfehlung der externen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO vorgenommen wurden, wie Stebler mitteilen konnte. Dabei wurde die Arbeitgeberbeitragsreserve der Pensionskasse in der Höhe von über 347663 Franken zugunsten der Erfolgsrechnung aktiviert, wie auch nicht benötigte Rückstellungen für Vorsorgeverpflichtungen über 650000 Franken aufgelöst. Zusammen mit Überschüssen aus Parkuhren vor 2022 aufgrund einer finanziellen Bereinigung wurde der Gesamtbetrag dieser drei Umbuchungen in der Höhe von einer Million Franken in die finanzpolitische Reserve überwiesen, was schliesslich zum kleinen Gewinn im Rechnungsjahr führte. Der Souverän folgte ihrem Gemeinderat und stimmte der Jahresrechnung zu.
Dreifachsporthallebald fertig
Martin Häberli, Verwaltungsratspräsident der Elektra Sissach, äusserte sich zu einem aus seiner Sicht reisserischen Bericht in der «bz», in dem es sich um eine Million Franken Einnahme über Gebühren seitens Elektra Sissach zwischen 2011 und 2024 handelt. Es sei keine Million Franken versickert, wie der Zeitungsartikel suggeriere, so Häberli. Zum Projekt Dreifachsporthalle, die in diesem Sommer fertig wird, informierte Gemeinderat David Foggetta die Versammlung, dass durch eine massive Kostensteigerung aufgrund einer Einsprache und einer entsprechenden Bauteuerung von 18,9 Prozent die Gesamtkosten voraussichtlich 117 Prozent über dem ursprünglichen Budget von 15,4 Millionen Franken, sprich rund 18 Millionen Franken, betragen werden.
Neue Verträge für die Stromversorgung
Die Stromversorgung ist in Sissach in zwei Netzbetreiber unterteilt, Elektra Baselland (EBL) und Elektra Sissach. Mit beiden hat der Gemeinderat für die Versorgung des Netzgebiets einen neuen Vertrag abgeschlossen. Darin enthalten ist unter anderem, dass für 2027 pro Kilowattstunde Strom eine Konzessionsabgabe von 0,35 Rappen erhoben wird und der Gemeinderat in den Folgejahren die Höhe der Konzessionsabgabe in einer Bandbreite von 0,3 bis 0,4 Rappen in eigener Regie festlegen könne. Die Versammlung folgte auch hier dem Gemeinderat und stimmte dem Antrag mit grossem Mehr zu.






