Generationen im Gleichklang

RMSG Musizierstunde mit Vorstufenorchester und Ü65-Starter-Band

Dirigent Mischa Timothy Meyer präsentiert stolz sein generationenübergreifendes Orchester nach dem gelungenen Konzert im vollbesetzten Saal.  Fotos: Marco Santschi

Dirigent Mischa Timothy Meyer präsentiert stolz sein generationenübergreifendes Orchester nach dem gelungenen Konzert im vollbesetzten Saal. Fotos: Marco Santschi

Die Flötistinnen des Orchesters (Vordergrund) sorgen gemeinsam mit den Posaunen und Trompeten im Hintergrund für den passenden Klang.

Die Flötistinnen des Orchesters (Vordergrund) sorgen gemeinsam mit den Posaunen und Trompeten im Hintergrund für den passenden Klang.

Ein ganz besonderer Klangteppich legte sich im Rahmen einer traditionellen Musizierstunde der Regionalen Jugendmusikschule Gelterkinden (RMSG) über den Gemeindesaal. Vor voll besetzten Rängen zeigten die jüngsten Talente der Region gemeinsam mit mutigen Späteinsteigern, wie harmonisch Musik Generationen verbinden kann.

Unter der Leitung des Musikpädagogen, Dirigenten und Musikphysiologen Mischa Timothy Meyer spielten sich die Primarschüler des Vorstufenorchesters und die Senioren der Starter-Band (Ü65) in die Herzen des Publikums. Dass die Ensembles trotz der grossen Altersunterschiede präzise harmonierten, ist massgeblich dem Dirigenten zu verdanken. Meyer schloss sein Studium als Posaunist an der Musikhochschule Luzern bereits mit 23 Jahren ab. Nach Stationen bei der Orchester-Gesellschaft Biel und am renommierten New England Conservatory in Boston (USA) folgten diverse Weiterbildungen in ganz Europa. Seine internationale Erfahrung bringt er nun mit viel Herzblut in die regionale Nachwuchs- und Ensemblearbeit ein. Neben seiner Tätigkeit an der Musikschule Gelterkinden und Leimental leitet er die Stadtmusik Basel sowie die Musikgesellschaft Kaiseraugst. Auch als aktiver Musiker glänzt er regelmässig – unter anderem im Basler Festival-Orchester, im Christoph Walter Orchestra und im Sinfonieorchester Basel.

Den dynamischen Auftakt des Konzertnachmittags gestaltete das Vorstufenorchester, das sich aus Primarschülerinnen und Primarschülern aus Gelterkinden sowie den umliegenden Gemeinden Rünenberg und Ormalingen zusammensetzt. Lampenfieber schien für die Kinder ein Fremdwort zu sein: Mit E. Hovis «Let’s Play» und «Rock in 34 Takten» von J. Incognito eröffneten sie das Programm voller Energie. Mit dem Hit «Katchi» bewiesen sie zudem eindrücklich, wie hervorragend klassische Orchesterinstrumente mit moderner Popmusik harmonieren.

Es gibt kein Höchstalter für das Musizieren

Danach übernahm die Starter-Band die Bühne. Das Ensemble vereint Seniorinnen und Senioren aus dem Leimental, aus Gelterkinden und der weiteren Umgebung, die erst vor kurzem den Mut gefasst haben, ein neues Instrument zu erlernen. Aufgrund der grossen Nachfrage bietet die RMSG ein zweijähriges «Starter Band»-Projekt an, bei dem Erwachsene ohne Vorkenntnisse ein Blasinstrument von Grund auf in der Gruppe erlernen können.

Dass sie trotz der kurzen Lernphase bereits auf der grossen Bühne mitspielten, sorgte beim Publikum für Bewunderung. Gemeinsam erbrachten sie den klangvollen Beweis, dass es für das Musizieren kein Höchstalter gibt.

Mit Beethovens zeitloser Hymne «Freude schöner Götterfunken», dem augenzwinkernden «Old McDonald» und dem packenden «Bandrock» begeisterten sie die Zuhörer ebenso wie der Nachwuchs zuvor.

Unter den Gästen befand sich auch der Leiter der Jugendmusikschule, Marco Santschi, in Begleitung seiner Frau Judith. Bestens gelaunt erzählte er, dass er Meyer bereits aus der gemeinsamen Zeit im Militär kenne. Schon damals habe dieser den Wunsch geäussert, einmal an der Musikschule zu unterrichten. In seiner Ansprache bedankte sich Santschi herzlich bei den Eltern und Schülern und betonte subtil: «Auch wenn wir mal zu wenig Kinder haben – wir beginnen einfach zu spielen, der Rest ergibt sich.»

Der lang anhaltende Applaus des Publikums würdigte dieses rundum gelungene Generationenprojekt, das eindrücklich zeigt, wie Musik Brücken baut. Die anschliessende Kollekte des erfolgreichen Konzertnachmittags kommt der Anschaffung neuer Instrumente zugute.

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