Das Wasser im Mittelpunkt

Läufelfingen Wasserversorgung von damals und heute 

Tribelhorn und Gipsistation. Fotos: B. Eglin

Tribelhorn und Gipsistation. Fotos: B. Eglin

Dass Paganini-Ensemble Wien. Foto: zVg

Dass Paganini-Ensemble Wien. Foto: zVg

Alte Gulaschkanone.

Alte Gulaschkanone.

Am vergangenen Sonntag wurde im Läufelfinger Museum Silo 12 die Ausstellung «Wassergeschichten» eröffnet. Sie erzählt von Mineralquellen und Kurhäusern, von verborgenen Wasserfällen, Dorfbrunnen für Mensch und Vieh, Deucheln und hydraulischen Widdern. Das schöne, nicht zu heisse Wetter lockte viele Schaulustige an, die sich Zeit für einen Rundgang nahmen.

Der Eisenbahnbau liess einst Quellen versiegen und Mühleräder stillstehen. Im Homburgertal trinkt man Brunnenwasser und mit einem Widder kann Wasser ohne Strom gepumpt werden. Wer sich eine Stunde oder auch mehr Zeit nimmt, erfährt viele Details zum Wasser. Am Eröffnungsfest präsentierte sich ein 105-jähriger Elektro-Lastwagen der Marke «Tribelhorn» von der Mineralquelle Eptingen. Er trägt das Nummernschild des Baujahres 1918. Das Leergewicht beträgt 4,15 Tonnen. Davon wiegen die Batterien 1,5 Tonnen. Mit einer Geschwindigkeit von 10 km/h tuckerte das Gefährt einst durch die Landschaft. Etwas schneller bewegt sich der zweite Zweiplätzer-Oldtimer Rickebacker, ein Amerikaner. Die Verpflegung mit Suppe und Spatz kam aus einer 112-jährigen Gulaschkanone.

Vom Silo zum Kulturzentrum

Präsidentin Margrit Balscheit erzählte, wie der Kultur- und Museumsverein Läufelfingen, der seit anfangs Jahr Silo 12 heisst, das alte Silo im Jahr 2008 kaufen konnte. 2015 war es soweit umgebaut, dass ein erster Anlass möglich war. Früher betrieb die Firma Kohler einen Steinbruch und produzierte Kies, Sand und Steine. Der Steinbruchbetrieb wurde in den 50er Jahren aufgegeben und die Armee stellte ein Zeughaus auf, das heute auch dem Verein gehört.

In viel Fronarbeit mit sehr guten Leuten entstand aus dem Silo ein Museum. Thematisiert wurde die Industriegeschichte mit der damaligen Gipsunion und den Betrieben, die das Dorf prägten. Die Firma Kohler stellte Zementwaren wie Röhren, Platten etc. her. Die Ausstellungen wechseln und so findet man immer wieder Neues.

Auf dem Aussengelände wurden Überreste des Gipsibähnli von Zeglingen nach Läufelfingen aufgebaut. Im letzten Juni fand ein grosses Freilichttheater statt. Der Erfolg war so gross, dass die Schauspieltruppe um Regisseur Danny Wehrmüller auch im nächsten Jahr wieder kommt.

Der 80-jährige Marcel Walliser begrüss Margrit Balscheit und erzählte, wie er von 1947 bis 1953 als Bub sein Sackgeld verdiente. «In den 50ern brachte ich als Bub Brot auf Bad Ramsach. Jeden Tag vor der Schule mit dem Velo, im Winter mit der schweren Heugeiss (Hornschlitten).» Noch heute fährt er jede Woche mit dem Velo von Lausen nach Läufelfingen und bestellt beim Dorfbeck einen Kaffee mit Gipfeli.

Jeden Sommer werden drei Kunstausstellungen präsentiert. Gruppen können sich zu Führungen anmelden. Die jetzige Ausstellung zum Thema Wasser kann bis zum 8. Oktober 2023 am Samstag von 13 bis 16 und am Sonntag von 11 bis 16 Uhr besichtigt werden. Dann sieht man auch, wie eine Widderpumpe funktioniert.

Widderpumpe

Eine Widderpumpe versorgt höher gelegene Orte mit Wasser. Sie funktioniert ohne Strom, aber etwa Zweidrittel des Wassers geht verloren und fliesst weiter. Erfunden wurde das mechanische Gerät von den Gebrüdern Montgolfier.

www.silo12.ch

Bilder + Film: www.presstime.ch>Kultur

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