Sanierung sistiert

EGV Rothenfluh Kostenanstieg zwingt zum Abbruch

Das Gemeindehaus an der Hirschgasse.Foto: O. Graf
Das Gemeindehaus an der Hirschgasse.Foto: O. Graf

Die seit Jahren geplante Sanierung des Wohnbereichs im Gemeindehaus an der Hirschengasse kann aus Kostengründen nicht wie geplant realisiert werden. Bereits im November 2025 stoppte der Gemeinderat deshalb den Planungsprozess. Vergangene Woche schloss sich die Gemeindeversammlung dem Sistierungsentscheid an.

Einleitend zum Geschäft gingen Gemeindepräsident Cleto Cudini und Gemeinderat Benjamin Abt in groben Zügen auf das Geschäft ein. So machte der Souverän 2021 einen Kredit von knapp 1,1 Millionen Franken locker, um das Objekt mit den Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung im Erdgeschoss und den Wohnungen in den oberen Etagen den heutigen Begebenheiten anzupassen. Da Rothenfluh im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung aufgeführt ist, erwies sich das Baubewilligungsverfahren als ziemlich komplexe Angelegenheit. Unterschiedliche Auffassungen zwischen Denkmalpflege, Bauinspektorat und Gemeinderat zogen das Verfahren in die Länge. Corona und andere Gründe führten zu weiteren Verzögerungen und liessen die Kosten aus dem Ruder laufen. Es zeichnete sich aufgrund aktualisierter Offerten ein Kostenanstieg von über 70 Prozent ab. Das heisst, dass ein zusätzlicher Kredit von einer Million Franken erforderlich wäre, um das Sanierungsvorhaben im bewilligten Umfang realisieren zu können. Die Kostenexplosion bewog den Gemeinderat, die Übung abzubrechen. Somit beginnt das Verfahren wieder auf Feld eins.

Abt kündigte an, der Gemeinderat werde nun eine oder mehrere Varianten ausarbeiten, wie der Wohnbereich des Objekts mit vertretbaren Kosten saniert werden kann. Mehrere Redner erhofften sich jedoch aufgrund der bereits geleisteten Vorarbeiten vom Ratstisch Genaueres, auch was das Finanzielle betrifft. «Wir können keine Zahlen auf den Tisch legen, solange noch nicht feststeht, in welche Richtung die Gebäudesanierung gehen soll», stellte Abt klar. Er versicherte, dass viele Elemente und Erkenntnisse aus der sistierten Planung in den künftigen Prozess einfliessen dürften.

Altlast rückt in den Fokus

Um das Sanieren ging es auch beim Kreditbegehren von 40000 Franken, um das Areal der einstigen Kehrichtdeponie «Hohle Gasse» oberhalb der Reitsportanlage untersuchen zu können. Heute überdeckt ein Flurweg den grössten Teil des Deponiekörpers.

Wie Gemeinderätin Doris Horisberger ausführte, dränge sich im Zuge der Gesamtmelioration die Analyse des Untergrunds der der vor mehr als 60 Jahren stillgelegten Deponie auf. Der wahre Grund für die vom Kanton angestrebte Untersuchung dürfte, wie hinter vorgehaltener Hand zu vernehmen war, jedoch ein Baugesuch sein. Was sich im Untergrund befindet, ist nicht dokumentiert.

«Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch problematische Substanzen abgelagert wurden», sagte Horisberger. Nun soll eine technische Untersuchung klären, ob überhaupt und in welchem Umfang eine Sanierung des Deponieareals nötig ist. Der Bund trägt 30 Prozent der Untersuchungskosten. Die Versammlung hiess schliesslich nach einer längeren Debatte den Kredit mit 21 gegen 14 Stimmen und 7 Enthaltungen gut.

Unter «Verschiedenes» kündigte Gemeinderätin Tina Erny an, dass im Gebiet «In den Reben» die Sanierung des Kugelfangs der 1990 stillgelegten Schiessanlage wegen der hohen Bleibelastung im Boden spruchreif werde. So sei je nach Umfang der Kontamination und der zu treffenden Massnahmen mit Bruttokosten bis 235000 Franken zu rechnen, erklärte Erny. Da Bund und Kanton 90 Prozent des Aufwands übernehmen, dürfte sich der Gemeindeanteil der Sanierung in Grenzen halten.

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