Bunt, poetisch, mysteriös

«artESB» Kunstausstellung der Eingliederungsstätte Baselland  

Installation von Ramon Martin; im Hintergrund der blaue «Familienausflug» von Beatrice Gugliotta. Foto: zVg

Die Vernissage der 7. Ausgabe von «artESB», der Kunstausstellung «Vielfalt der Kunstwelt» der Eingliederungsstätte Baselland, lockte viele Leute in die Sala Quadriga. Anja Weyeneth, die Leiterin der artESB, hiess die Gäste und eine Künstlerin aus der Ukraine sowie einen Künstler aus Japan willkommen. Die «artESB» lebe Inklusion, so Weyeneth, die Biografie zähle nicht. Man lege Wert auf eine ausgewogene Mischung von professionellen und nicht-professionellen Kunstschaffenden.

Mit 96 Bewerberinnen und Bewerbern wurde 2024 die höchste Zahl bis jetzt erreicht. Der Raum bietet leider nur Platz für 36 Kunstschaffende. Die inklusive Jury hat jeweils auszuwählen unter Bildern, Fotos, Skulpturen und Installationen. In diesem Jahr war die Künstlerin Sybille Laubscher Gastjurorin. Sie hielt die Laudatio und betonte, bei Kunst gehe es immer um den ehrlichen Ausdruck von Gefühlen. «Künstler sind jene, die Kunstwerke erschaffen», sagte sie, «Kunst ist immer von Menschen für Menschen gemacht.» Ein Urteil über das, was Kunst ist, könne nur in der Kommunikation stattfinden. «Wenn wir nicht über Kunst sprechen können, bleiben wir alleine.» Zudem brauche es auch gemeinsam erarbeitete Kriterien, um Kunst zu beurteilen. Laubscher wies auch auf die Künstlergespräche und den Publikumspreis hin.

Frauen in der Mehrzahl

Es fällt auf, dass drei Viertel der Kunstschaffenden weiblich sind. Beatrice Gugliotta zeigt zwei fast surrealistische Bilder in Mischtechnik, Elke Höylä-Vogt zwei lakonische Kohlezeichnungen. Der «Kopflose»», ein Kupferguss, und das Gemälde «Kirschbaumblüten» zeigen die Vielseitigkeit von Jadranka Martinez aus Sissach. Expressiv und beinahe beängstigend sind die Masken von Karolina Dössegger aus Liestal.

Poetisch und dekorativ ist das «Potpourri» des siebenköpfigen Künstlerkollektivs ESB. Dagegen arbeitet das Künstlerkollektiv VSP aus Münchenstein mit Garn und Wolle. Margrit Otts Naturbilder bestechen durch ihre fotorealistische Präzision. Die jüngste Künstlerin Marharyte (Margo) Falko aus der Ukraine präsentiert Manga-Mädchen. Die Künstlerin Monika Biermann hat auf ihrem Ölgemälde «Wanderung» das Matterhorn verewigt.

Verspielt und bunt sind die Arbeiten mit Buntstift und Akryl von Samanta Abächerli von der Kreativwerkstatt Bürgerspital Basel. Andreas Wäldele ist nicht nur ein begnadeter Geiger, sondern auch ein talentierter Künstler mit fotorealistischem Background. Daniel Buess zaubert ausgewogene Bildkompositionen in Acryl auf die Leinwand, und Jeremy Alex Greuter überzeugt mit der Farbstiftzeichnung «Zug am Bahnhof Liestal».

Die Motive von Wladimir Fuchs erkennt man erst, wenn man die pointilistischen Bilder aus der Distanz betrachtet. Es gibt noch viel mehr zu entdecken. Alle Werke und der schöne Katalog lassen sich käuflich erwerben.

«artESB», Schauenburgerstrasse 16, Liestal, Samstag und Sonntag, 11 bis 15 Uhr; Montag bis Donnerstag, 16 bis 18 Uhr; Freitag, 17 bis 20 Uhr.

25. Oktober, 18.30 Uhr: Referat von Sibylle Laubscher; Eintritt fünf Franken.

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