Freiheit und Unabhängigkeit

Lausen Romy Tschopp, Para-Snowboarderin zu Gast bei Lausen Kulturell

Romy Tschopp, Para-Snowboardern erzählte spannendes aus ihrem Alltag. Foto: U. Roth
Romy Tschopp, Para-Snowboardern erzählte spannendes aus ihrem Alltag. Foto: U. Roth

Ihre Zuversicht und ihre Frohnatur zogen die Besucher in ihren Bann. Die Behinderung ist für Romy Tschopp kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken.

1993 kam Romy Tschopp mit einem offenen Rücken, «Spina bifida», zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie mit drei Geschwistern. Sowie Eltern, die der kleinen Romy alles ermöglichten auszuprobieren. Sie besuchte die Schule an ihrem Wohnort Rothenfluh. Mit drei Jahren stand sie das erste Mal auf Skiern und mit neun auf dem Snowboard.

Je älter sie wurde, desto mehr verschlechterte sich ihre Krankheit. Sie machte eine Lehre als Fachfrau Bewegungs- und Gesundheitsförderung. Immer wieder sind Spitalaufenthalte, Operationen und Einschränkungen zu akzeptieren. Krücken und Rollstuhl gehörten bald zu ihren Hilfsmitteln.

Während einer längeren Reha machte sich Romy Tschopp Gedanken: «Was könnte ich machen, das mich motiviert und mir Freude macht?» So kam sie auf das Snowboarden, das ihr als Kind so viel Spass gemacht hatte.

Paralympics 2022 in Peking

Voller Begeisterung erzählte sie, wie sie ab da trainierte und als erste Schweizer Sportlerin in der Disziplin Snowboard bei den Paralympics 2022 in Peking dabei war.

Ihr nächstes Ziel: eine Medaille an den Paralympics 2026 zu holen. Doch ein schwerer Sturz im November 2025, bei dem sie die Schulter massiv verletzte, machten den Traum zunichte. «Ich war megatraurig nach so viel Kraftaufwand und Training», so Tschopp. Doch der nächste Satz von ihr hebt diese Traurigkeit gleich wieder auf: «Wir können nicht beeinflussen, was uns passiert, aber wir können beeinflussen, wie wir darauf reagieren. Es ist toll, das Beste aus sich herauszuholen», so Tschopp.

Mit Vorträgen und Fragerunden will die Para-Snowboarderin wichtige Botschaften zu den Menschen bringen. Erstens, dass man auch mit einer Behinderung Sporttreiben kann. Zweitens, dass der Wille die zentrale Stelle ist, um sein Ziel zu erreichen.

Romy Tschopp hat eine grosse Gabe, sich selber zu motivieren und auch ihr Umfeld mit ihrer Ausstrahlung anzustecken. Ihr nächstes Ziel sind die nächsten Paralympics.

Nach der Pause durften die Besucher Fragen an Romy Tschopp richten. Diese Gelegenheit wurde rege benutzt und es kamen interessante Diskussionen auf.

Saisonende von Lausen Kulturell

Für Lausen Kulturell war dies der letzte Anlass in dieser Saison. Erika Bachmann ist mit ihrem Team, Martin Eichenberger, Angelica Oberle und Elisabeth Ohme, schon fleissig an der Programmgestaltung für die Saison 2026/2027.

Einen grossen Dank bekamen die Sponsoren, Gönnerinnen und Gönner, die Lausen Kulturell unterstützen. Die Hälfte der freiwilligen Kollekte an diesem Abend spendete Lausen Kulturell an «PluSport Behindertensport Schweiz». Mit grosser Bewunderung für die motivierte Para-Snowboarderin, für die der Sport Freiheit und Unabhängigkeit bedeutet, ging es auf den Heimweg.

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